Donnerstag, 1. November 2018

Unser Leben aus der Sicht der geistigen Welt.

Bildquelle: Helene Souza  / pixelio.de


Wir alle kommen mit einem "gemischen Auftrag" in dieses Leben;
die Chance auf ein Leben als Mensch, das nicht etwa nur zufällig passiert, sondern, wie der Begriff  "Auftrag" es erahnen lässt, aus dem Bestreben Deiner ungeborenen Seele heraus, ganz bestimmte Aufgaben und Prüfungen in diesem Leben - wir Esoteriker sagen dazu "Inkarnation" (in Karne - zu Fleisch werden) -
durchzustehen und, wenn möglich diese auch zu be-stehen.

Warum es ein "gemischter Auftrag" ist? Weil unsere Mentoren in der Geistigen Welt, aber auch unsere Familienseele, zu der unsere Seele gehört, an unserem Werdegang und unserer Entwicklung "nach oben" beteiligt sind und uns fördern möchten.


Warum wollen Seelen inkarniert (in diese Welt geboren) werden?


Um die Möglichkeit zu nutzen, sich weiter zu entwickeln und aufzusteigen in höhere Bewusstseinsebenen. Dies ist das höchste Ziel jeder Seele. Ähnlich wie absolvierte Schulen und Prüfungen auf Erden, die es uns ermöglichen, ein besseres Leben mit größeren Chancen zu führen, wollen wir nach oben streben um irgendwann die absolute Glückseligkeit erfahren zu dürfen.


Warum erzähle ich uns das?

Damit wir besser verstehen, warum wir, jeder einzelne von uns, manchmal schwierige Lebenssituationen durchleben müssen und komplizierte Partnerschaften eingehen (wollen), um daraus zu lernen.

Nicht nur wir lernen daraus, auch der Partner.

Wir stellen uns gegenseitig Aufgaben, an denen wir wachsen sollen und können, wenn wir nur lernen, es nicht als 'persönliche Strafe Gottes' oder als 'Unglück' oder ganz einfach als 'Pech im Leben' bewerten. Denn in diesem Falle fragen wir uns nicht, warum uns das jetzt gerade und mit diesem Menschen an unserer Seite passiert. Für uns wird es scheinbar unabänderlich und wir verzweifeln, lassen alles laufen, und machen keinen Versuch mehr, unser Leben zum Besseren zu ändern.

Fehlanzeige! Unser Auftrag heißt nicht etwa, dass wir unsere selbst auferlegten Prüfungen nicht als Lektion begreifen dürfen und unsere Lebenssituation nicht ändern können. Ganz im Gegenteil!

Wir alle lernen aneinander.
Im Guten wie im Schlechten.

Jeder erteilt jedem seine Lektionen, zum Beispiel:
  • "Was jemand mit sich machen lässt - wird auch mit ihm gemacht!"
  • "Was du nicht willst, das man dir tu, das füge auch keinem andern zu!"
  • "So, wie es ist, so ist es gut!"

Viele Sprüche und Volksweisheiten "weisen" uns den Weg...

Meist verstehen wir sie erst dann, wenn sie für unser Leben grade voll zutreffen.

Je nachdem, welche Kindheit wir durchlebt haben, mit mehr oder weniger liebevollen, verständnisvollen Eltern, gehen wir tapfer oder eher schüchtern und zurückhaltend durchs Leben. Die einen lernen im Laufe ihrer Lebensjahre, sich recht schnell zur Wehr zu setzen und ihren Standpunkt mutig zu vertreten. 

Andere wiederum bleiben zurückhaltend und versuchen, aus den Gegebenheiten und Schwierigkeiten das Beste zu machen, nehmen lieber alle Schuld auf sich und unterwerfen sich eher, weil sie nie gelernt haben, sich zu wehren und einfach "NEIN !!" zu sagen. Ihnen fehlt zunächst der Mut zur Veränderung, bis der Leidensdruck zu groß wird.

Ob wir uns all dies selbst auferlegt haben oder daraus lernen werden, liegt in unseren Händen.

"Wie man sich bettet, so liegt man!", lautet ein weiterer, weiser Spruch.

Keiner von uns - und sei die Situation noch so schwierig - muss sich mit dem abfinden, wie es JETZT ist!

Wie alle haben die Macht, unser Leben zu ändern.
In jeder Hinsicht.

Wenn wir uns dazu mit aller Kraft entscheiden und um Hilfe bitten, da "oben" und auch hier unten, auf der Erde, so werden wir auch Hilfe erhalten.

Ganz gewiss!

Du kannst auch fragen: Wie kann ich meine Lebenssituation verbessern?
Wer ist die Anlaufstelle für meine Fragen?
Wohin kann ich mich wenden, wenn ich in Not bin und auf Rat und Unterstützung angewiesen bin.

Bitte einfach um Rat und Unterstützung! Scheue Dich nicht!

Die geistige Welt wird Dich unterstützen und Dir zu Hilfe kommen, Dir die richtigen Menschen, Bücher, Informationen schicken, die Du gerade JETZT brauchst.

Aber Du musst darum bitten! Das ist ganz wichtig!

Welche Wesen oder Energien im einzelnen helfen und präsent sein werden, die Dir zu Hilfe kommen und sich postitiv "einmischen" werden, ist im Grunde nicht wichtig.

Wichtig ist nur,
dass Du Dein Leben aus vollem Herzen heraus verbessern möchtest, sollte es aus Deiner Sicht JETZT notwendig sein.

Wer aber in schwierigen Situationen lebt und dies genauso als gegeben hinnimmt, nichts daran ändern will, sondern im Gegenteil es vielleicht sogar so haben möchte, muss ich nicht wundern, wenn sich die Lage nicht verbessert. Im Gegenteil!

Es ist anzunehmen, dass derjenige seinen steinigen Weg weiter beschreiten will/soll, um noch mehr daraus zu lernen. Die Lektion auf diese Weise um ein weiteres Level nach oben schrauben möchte, wenn ihm dies auch nicht unbedingt bewusst wird.

Dann ist es auch für Angehörige und Mitmenschen schwierig, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, weil solche Menschen (noch) nicht offen sind dafür.

Die Einsicht für die Veränderung ist noch nicht gekommen, nicht ausgereift.

Dann ist es besser, wir lassen denjenigen und warten ab.

Sehr oft hat es einen schlechten Effekt, wenn wir so jemanden unsere Hilfe regelrecht aufzwingen wollen. Wir erreichen damit gerade das Gegenteil. Derjenige zieht sich noch mehr zurück und will einfach seine Ruhe haben, sein "Ding" JETZT alleine durchziehen und es ist besser, man zieht sich zurück, in der Hoffnung, dass sich derjenige schon melden wird, wenn es so weit ist und er für Hilfe schließlich offen geworden ist.

Vorher hat es keinen Sinn.

Bei Suchtproblemen in Partnerschaften finden wir dieses Phaenomen sehr oft vor. Aus der Sicht der Geistigen Welt müssen Süchtige ihre Sucht alleine bewältigen. Sie müssen lernen, einen Weg zu finden, um sich auf das Leben als solches und dessen Wert und Sinn für ihr eigenes Leben zu besinnen. Sie müssen lernen, ohne Sucht "wieder sie selbst zu werden".
Dabei kann ihnen eigentlich niemand helfen. Man kann sie nur unterstützen und ihnen Grenzen aufzeigen, wenn man die Sucht in seinem eigenen Umfeld nicht dulden will.

Übermäßige Kontrolle und ständiges Reglementieren verhindert diese Entwicklung. Sich abzugrenzen ist aber absolut ok. Denn keiner muss mit einem Süchtigen zusammen leben, wenn er es nicht will.

Let it be...

Wir alle haben unsere Aufgaben.
Wir alle wollen uns weiter entwickeln, und manch einer schafft dies nur auf Umwegen. Dabei lernt er aber möglicherweise viel mehr im Leben als derjenige, der den geraden Weg einschlägt.

Wer weiß das schon so genau.
So, wie es ist, so ist es gut...




M.T. Marquart





Dienstag, 23. Oktober 2018

Unsere Kinder sind verletzlich!

                Simone Hainz  / pixelio.de           

                      
Leider kommt es sehr oft vor, dass wir in unserer Beziehung (kann auch Ehe meinen) selbst keinen Blick mehr dafür haben, wenn unsere Kinder unter dem Alkoholiker-Zuhause leiden.
Dies geschieht nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil das Problem mit dem trinkenden Partner (kann auch Ehemann meinen) so groß und so mächtig geworden ist, dass wir eine Art "Tunnelblick" bekommen und die Kinder "so nebenbei" mitlaufen.

Unser Bestreben, unbedingt die Familie als Einheit zu erhalten und zu schützen und die fehlende Harmonie wieder herzustellen, lässt uns sich zu sehr auf den Alkoholiker fokussieren und wir vergessen, dass die Kinder uns mindestens genauso brauchen und uns vermissen, während wir uns ständig nur mit der Kontrolle des Partners beschäftigen. All dies überfordert uns. Ganz klar. Wir wollen es uns aber nicht eingestehen, glauben vielleicht sogar, alles gut im Griff zu haben und verlieren dabei den Blick fürs Wesentliche. Damit sind nicht zwangsläufig eine körperliche Vernachlässigung oder etwa schlechte Versorgung der Kleinen gemeint, sondern vielmehr die mangelhafte seelische und gefühlsmäßige Betreuung, die bei alldem zu kurz kommt.

Wir haben vor lauter Sorgen wegen des Alkoholmissbrauchs unseres Partners zu wenig Zeit für unsere Kinder. Und falls doch, können wir uns vielleicht auch nicht richtig auf sie einstellen, sind unkonzentriert und lauern mit einem Auge schon wieder auf die Uhr in Erwartung des "Problemfalls" in der Familie, der möglicherweise bald heimkommt oder sich schon wieder mal verspätet hat. Die sorgenvollen Gedanken, "wie" er wohl wieder heimkommt in wieviel er schon wieder intus haben könnte, beschäftigen uns voll und ganz.

Kinder spüren dass sehr wohl und fühlen genau, dass die Mama nicht bei der Sache ist. Sie können ja nicht wissen, warum die Mama sich grade so "komisch" verhält und als Folge davon bekommen sie Schuldgefühle, gleichzeitig wollen sie aber der Mama ganz nah sein, haben Sehnsucht nach ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit. Dieser Zwiespalt lässt Kinder alleine zurück. Niemand versteht das sofort, denn sie können ja nicht darüber sprechen. Und weil sie das nicht tun, verfallen wir dem Irrtum, alles wäre in bester Ordnung.

Der Zwang, das Verhalten des trinkenden Partners (kann auch Partnerin meinen) wirkt sich so dermaßen störend auf das normale Familienleben aus, dass die nicht trinkenden Elternteile sich ständig auf den Alkoholiker konzentrieren, um die Gesamtsituation einfach nicht noch mehr eskalieren zu lassen.

Folge davon: Kinder fühlen sich bald vernachlässigt und alleine gelassen. Das sehr oft von lautem und heftigem Streit geprägte Alltagsleben innerhalb der Familie löst bei Kindern, und gerade auch schon bei kleineren Kindern, große Ängste und kindliche Verzweiflung aus, denn sie wissen ja nicht, worum es hier geht. Ganz schlimm werden hierbei nächtliche Streitszenen erlebt. Nachts ist alles viel furchterregender! Das wissen wir doch in Erinnerung aus unseren eigenen Kindertagen.

Oftmals verfallen Kinder der irrigen Annahme, dass womöglich sie selbst der Auslöser für die Streitigkeiten sind, vor allem dann, weil Alkoholiker die vermeintlich "schlechte Erziehung" der Kinder gerne als Streitargument missbrauchen und es nicht selten vorkommt, dass die Kinder das unbeabsichtigt aufschnappen und falsch verstehen. Schon sehen sie sich selbst als Grund für die Streitereien und das treibt sie in eine ausweglose Situation. Am liebsten würden sie sich verstecken oder davon laufen.

Bitte sprich oft mit Deinen Kindern, wenn es Streit in der Familie gegeben hat
und sage ihnen immer wieder, dass sie keine Schuld daran haben, wenn Mama mit Papa gestritten haben. Versuche ihnen zu erklären, dass Papa leider oft zu viel trinkt und er dann manchmal nicht mehr weiß, was er sagt. Daran ist der Alkohol schuld. Dabei kann es sein, dass Du und er lauter sprecht, als ihr es eigentlich möchtet. 
Das das nicht schön ist, und dass sowas Angst machen kann, verstehst du gut, erkläre ihnen. Aber es ist auch sehr wichtig, ihnen zu sagen, dass Du immer für sie da bist und sie niemals alleine sind und vor allem:
Dass es nichts mit ihnen oder ihrem Verhalten zu tun hat!
Dass Du sie lieb hast, wirst Du ihnen ohnehin ständig sagen...

Wichtig: Bitte begebe Dich recht bald in Suchtberatung für Angehörige in einer Sozialstation und gehe 1 x wöchentlich in eine Selbsthilfegruppe!


Wenn Du ernsthaft Hilfe suchst, wirst Du sie auch erhalten! Glaube nicht, dass Du das alles locker alleine auf die Reihe kriegst!
Leider ist oftmals das Gegenteil der Fall, ohne dass wir es merken.

Es ist wichtig, dass Du weißt, wo Du stehst in Deiner von Alkohol belasteten Beziehung. Kinder, auch schon Babys, nehmen schneller bleibenden Schaden, als wir es für möglich halten. Ihre kleinen Seelen sind sehr verletzlich. Bitte sorge dafür, dass es bei Deinen Kindern erst gar nicht so weit kommen muss!

Überlege Dir genau, ob Deine Beziehung noch eine Chance hat und ob Dein Partner bei mangelnder Einsicht es wert ist. Deine Kinder sind Dir sicher näher als ein Partner, der auf lange Sicht nicht einsehen will, dass er zu viel trinkt.

Im Zweifelsfalle muss die Entscheidung immer FÜR DIE KINDER lauten.
Sie sind hilflos und auf Dich angewiesen. Wer, wenn nicht Du, kann sie schützen und ihnen ein Leben ohne Streit und Chaos in der Familie sicher stellen?

Lieber im Zweifelsfalle die Trennung herbeiführen, als Kinder all dem auf Dauer aussetzen.

Viel Kraft wünscht Dir,

M.T. Marquart





Montag, 23. Oktober 2017

Coabhängiges Verhalten - woran erkennt man es?

Bildquellenangabe: 
Uta Herbert - pixelio.de

Der Mann Deiner Schwester, Deiner Freundin, trinkt?

Du hörst Dir stundenlange Berichte über seine alkoholischen Exzesse an?
Du rätst ihr: "Verlasse ihn! Du bist unglücklich mit ihm!"

Du willst ihr helfen, bietest Ihr eine vorübergehende Bleibe in Deiner Wohnung an,
Deine Unterstützung und Hilfe...



Sie verspricht es, weint, erklärt, wie sehr sie ihn noch liebt, ihn nicht im Stich lassen will...
Bedankt sich für Dein Angebot. Sie wirkt sehr verzweifelt, entschlossen.
Sie bedankt sich und Du hast den Eindruck, dass sie es nun endlich packen wird,
dass sie ihn verläßt.

Kurze Zeit drauf fragst Du nach, wie es nun ist, wann sie sich endlich dazu entschließt, ihn zu verlassen.

Was bekommst Du zu hören?
Unschlüssiges Herumdrucksen, Beteuerungen, wie wenig er zurzeit doch trinkt,
dass er versprochen hat, aufzuhören, er so sehr an den Kindern hängt...
Sie ihm NOCH EINMAL EINE CHANCE GEBEN WILL!


Die wievielte Chance wäre das dann?
Die 175igste?
Du säufzt.
Du kennst das. Es ist immer dasselbe...
Sie kann sich nicht aufraffen!
Ihre Gefühle und ihr übermäßiges Verantwortungsgefühl ihm gegenüber
lassen es einfach nicht zu, dass sie geht.

Je öfter Du in sie drängst, umso abweisender wird sie.
Sie will sich dieses Türchen selbst offen lassen.
Keine Einmischung dulden...
Das geht so weit, bis sich von sich aus den Kontakt abbricht, aus Angst,
wieder mal die "Gewissensfrage" gestellt zu bekommen...

Was soll man tun?
Mit Zwang erreicht man nichts.
Sie muss - genau wie ihr trinkender Partner - selbst den 1. Schritt gehen wollen.
Sie sind abhängig voneinander...
Er von seinem Alkohol und ihrer Unterstützung...
Sie von ihrem Helfersyndrom und dem Wahn, ihn "retten zu wollen!"
Du kannst sie nur "von weitem" betreuen, ihr aus dem Abstand heraus Beistand geben.
Sollte es zu häuslicher Gewalt kommen, dann musst Du es zweifellos melden.
Am besten der Polizei, wenn es kürzlich oder gerade erst passiert ist.

Selbst dann bleiben Frauen oft bei ihren schlagenden Männern.
Aus Liebe? Aus Angst?
Es kann passieren, dass sie ihn sogar decken und verheimlichen wollen, was er ihnen angetan hat. Das alles gehört zum Abhängigkeitsmuster.
Sie ist krank... genau wie er.

Im Grunde muss sie ihren Weg selbst gehen.
Ihre Entscheidungen selbst treffen.
Es ist aber gut, mit dem Finger auf den Ausweg zu zeigen.

Herzlichst

M.T.








Freitag, 10. März 2017

Leben an der Seite eines Trinkers...

Das Leben mit einem aktiven Alkoholiker fühlt sich oft an, als handele es sich um eine fremdartige Inszenierung...

Es fragt sich nur, welche Rolle du darin spielen (willst)?

Bildquelle: Thomas B.  / pixelio.de

Nicht zwangsläufig sind wir in diese Rolle geschlüpft, wir haben sie entweder freiwillig und unbewußt eingenommen, oder wir haben das "Drehbuch" nur flüchtig gelesen und im Glauben daran, dass "es nicht so schwer sein kann", haben wir den Part im Drama "Leben eines Angehörigen eines Trinkers" übereilt und leichtgläubig übernommen.

Wie im richtigen Leben hast Du gewisse Grundvoraussetzungen, um das fragwürdige Leben an der Seite eines Alkoholikers führen zu können:

Dein Selbstbewußtsein ist eher gering...
("Ich muss froh sein, wenn mir auch nur einer ansieht!")

Deine Toleranz gegenüber bescheuerten Männern, die mit Frauen alles mögliche anstellen wollen unter dem Deckmäntelchen vorgespielter Gefühle, ist sehr hoch!
(Er schlägt mich, aber er meint es nicht so... im Grunde ist er ein guter Kerl!)

Du bist bereit, alle Opfer zu bringen!
(Ich verzichte gerne, Hauptsache die Harmonie bleibt erhalten! Ich hasse Streit!)


Du magst Dich ohnehin nicht. Also vergisst Du Dich!
(Ich bin sowieso nicht anspruchsvoll, nicht so wie andere Frauen, die sich ständig irgendwas kaufen müssen! Ich brauche das nicht!)

Statt dessen sparst Du exklusiv an Deinen Bedürfnissen, erlaubst Dir nicht, Dir einmal was Nettes zu kaufen, Dir selbst Gutes zu tun, um Dich für Deinen täglichen, unermüdlichen Einsatz an der "Alkohol-Front" zu belohnen!
Wofür? Um die hohen Ausgaben für Alkoholkonsum Deines Trinkers etwas aufzufangen. Du denkst: Wieder ein Pluspunkt auf Deinem "Freiwilligen-Opfer-Konto"! Damit rettest du Euch ein paar Tage länger vor dem finanziellen AUS auf Eurem Bankkonto. Nur: Wie lange noch?

Du kannst gut in einem emotionalen Eisschrank leben!
(Ich weiß, dass er mich und seine Kinder liebt! Er kanns nur nicht so zeigen!)
Wie lange willst Du Dich noch nach Liebe und Zärtlichkeit sehnen?

Sein körperlicher Zustand ist Dir wichtiger als Dein eigener!
(OK, er hat zuviel getrunken. Dafür ist er jetzt ruhig und schläft!)
Im Grunde willst Du nur keinen Stress mit ihm. Denn Stress kennst Du nur zur Genüge aus Deiner eigenen Kindheit! Streit mach Dich fertig! Lieber verhälts Du Dich still, um das "Monster" nicht unnötig zu reizen...

Du machst sein beschissenes Leben zu Deinem!
(Ich muss auf ihn aufpassen, damit er keinen Blödsinn macht!)
Wie lange willst Du ihn noch in Schutz nehmen?
Er hasst Dich dafür, denn er will das im Grunde gar nicht!
Schon vergessen? Er ist KEIN ALKOHOLIKER !!! 

Du verstehst es sehr gut, HILFE von außen abzuschmettern!
(Das geht niemand was an, wie ich lebe! Es ist meine Entscheidung!)
Vergiss nicht: Andere sehen klarer, was bei Dir abgeht! Oder lebst Du auf dem Mond? Nein! Na also! Glaube nicht, dass Dein Umfeld nicht weiß, was bei Dir zuhause abgeht...

Er macht es zu DEINEM Lebensinhalt, herauszufinden, was er gerade möchte! (Ich bin doch seine Partnerin/Frau! Ich muss doch für ihn sorgen! Niemand versteht ihn so gut wie ich!) Ja, und keine ist grade so dumm wie DU!

Er versteht es sehr gut, Dich zu erpressen!
(Ich bin glücklich, wenn ich bei ihm sein kann!
 - Ich hasse es, alleine zu sein!)
Merkst Du es nicht?
Du bist IMMER ALLEINE, denn er braucht Dich nur, um es IHM bequem zu machen und ihm seine Alkoholquelle offen zu halten.
Gefühle für DICH? Damit hat er so seine Schwierigkeiten... 

Er braucht Dich, um sich am Arbeitsplatz für sein wiederholtes Fehlen zu entschuldigen! Und er freut sich sehr, wenn Du ihn nachts nach seinen Saufrunden mit Kumpanen mit dem Auto abholen kommst!
(Du tust ihm gerne den Gefallen, denn es ist wichtig für Dich, wirklich gebraucht zu werden!)
Er kann nicht fahren und er muss es auch nicht... er hat ja DICH! 

Wenn Dir einige Szenen in dem aufgezeigten Drama gut bekannt sind, bist Du die beste Besetzung für die Rolle der Angehörigen Deines Alkoholikers!

nur bedenke:

Die schönsten Jahre verrinnen....

Du wirst von IHM weder MEHR LIEBE noch irgendwelchen DANK erhalten! 
Er hasst Dich im Grunde für das, was Du für ihn tust, weil er trinkt!
Weil Du ihn erkannt hast!
Japaner sagen dazu: "Er hat sein Gesicht verloren"...
Du weißt um seine Schwäche - die fatale Sucht!
Also - kein Pluspunkt für DICH!


Er will davon NICHTS WISSEN! Denn...

du bist eine Art "GEFÄNGNISWÄRTER IN SEINEM SUCHTGEFÄNGNIS" !!
 
Und Deine Kinder?
Sie werden sich später, wenn sie erwachsen sind, nicht bei Dir bedanken,
dass Du so aufopfernd bei Deinem Trinker/Ihrem Vater geblieben bist und ihnen somit eine furchtbare Kindheit beschert hast!

Sie werden sich im Gegenteil verraten und verkauft fühlen, weil Du für sie nicht viel Zeit hattest, im Grunde ja immer nur mit ihm beschäftigt warst,
all die Jahre! Jahre, die sie Dich aber dringend gebraucht hätten!
Ein Elternhaus, das sie verstört, verwirrt und ängstlich gemacht hat.
Haben auch sie nicht was besseres verdient? Genau wie DU? 


Deine Familie schüttelt nur den Kopf, wenn sie Dein Elend sieht!

Seine Familie wird ihn jedoch beschützen - zur Not auch vor Dir!
Dein Einsatz und Deine Opferbereitschaft wird von seiner Famile nicht registriert. Denn auch sie will nicht wahrhaben, dass er ein Trinker ist!
Denn das wäre eine Schande für sie! Also ignoriert sie es. 


Und Du selbst?

Du hast doch Dein EIGENES LEBEN.... lebe es!

Kein anderer kann es für Dich tun.

Du hast in Wahrheit nur 2 Optionen:

Mach ihm massiven Druck, aufzuhören - oder verlasse ihn...


Du brauchst ihn nicht, wenn er weitertrinkt.
Es geht auch gut ohne ihn, wenn er säuft.
Das Leben hält so viel für Dich bereit!
 
Dass Du endlich Deine eigene Rolle in Deinem Leben spielen mögest, 
das wünsche ich Dir!

Suche Dir Hilfe und Beratung bei einer der Suchtberatungsstellen!

(Siehe unter "Selbsthilfegruppen" in diesem Blog!)


Deine

Marie-Therese Marquart  













 



Sonntag, 4. Dezember 2016

Ohne Vater aufwachsen...


Ohne Vater aufwachsen zu müssen, war für mich persönlich zunächst normal.
Als Kind wußte ich es nicht besser.
Ich vermisste nichts.
Ich  hatte nur Mutter.
Meist reagierte sie völlig übersteigert und war viel zu streng.
Wohl hatte sie die Befürchtung, es könne aus mir nichts richtiges werden, ohne Vater. Allein deshalb hatte sie wohl den inneren Zwang, mich zu sehr zu kontrollieren.

Meist flippte sie regelrecht aus, wenn ich einmal etwas angestellt hatte und griff zum hölzernen Kochlöffel, um mich zu züchtigen. Dann trieb sie mich durchs ganze Haus und schlug mich grün und blau. Ich gewöhnte mich im Laufe der Zeit daran, geschlagen zu werden und wurde regelrecht verstockt. Ich ließ die Schläge ohne einen Laut von mir zu geben, auf mich einprasseln um sie anschließend von unten herauf mit vorwurfsvollem Blick anzustarren. Diesen Blick konnte sie nicht ertragen und sie schlug mich ab diesem Tag nicht mehr so oft.

Bildquelle: Pixelio - Johanna Ziegler
Oft mit den Nerven am Ende, konnte sie die finanzielle Belastung, ein Kind ohne geregeltes Einkommen aufzuziehen, auf Dauer nur schwer ertragen.
Obwohl sie selbst einen brutalen, prügelnden Vater gehabt hatte, vermißte sie ein damals gesellschaftlich wichtiges, männliches Oberhaupt in der Familie, den "Fels in der Brandung", den beschützenden Mann, der sich bewachend vor Frau und Kind stellte. Das war ihr Zwispalt im Umgang mit Männern, wie ich später als Erwachsene herausfand.
Ohne Mann war und ist man auch noch heute in Deutschland relativ schutzlos und allen möglichen üblen Nachreden, Gaunereien und Angriffen und nicht zu letzt dem Spott und der Lächerlichkeit preisgegeben unter dem Motto:
"Mit der stimmt doch was nicht! Sie hat nichtmal einen Vater fürs Kind...!"

Nach den wahren Gründen fragen die wenigsten.
Üble Vermutungen und  Aburteilungen sind noch immer die Regel.
Die Welt da draußen nützt es voll aus, wenn kein Mann der Familie "vorsteht".
Als Frau wird man einfach nicht für voll genommen...
Als alleinerziehende Mutter ist man eine Art von Freiwild für die Gesellschaft, eine "Geschiedene" wird noch immer von vorne herein als vermutlich zänkisch oder gar als untreu abgestempelt. Was das anrichtet, ahnen die wenigsten.

Als Kind versteht man das alles natürlich nicht.
Kinder sind so lange davon unberührt, bis sie - ohne es zu merken oder zu begreifen - später in der Schule zur zweiten Garnitur gehören.
Das spüren Kinder sehr wohl...
Mit nur einem Elternteil aufzuwachsen, ist absolut nicht normal.
Man spürt, dass man selbst etwas Wichtiges nicht aufweisen kann: DEN VATER!
Ein Kind braucht ganz gewiß beide Elternteile!
Natürlich kann man es meist nicht ändern.
Es ist nunmal so.
Ein Vater ist nicht da - Basta!

Die einseitige Erziehung - nur Mutter - oder auch nur Vater - überfordern ein Kind. Beide Geschlechtervertreter in dieser dualen Welt sind aber äußerst wichtig für ein Kind in der Familie und im täglichen Alltag.

Ich persönlich habe keine Vorurteile gegen gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Dennoch halte ich absolut nichts davon, wenn Kinder in homosexuellen Lebensgemeinschaften aufwachsen. Es ist unnatürlich und von der Natur nicht vorgesehen. Es ist noch nicht absehbar, welche gesellschaftlichen Folgen dies haben wird.

Ein Kind übt am Vater und an der Mutter die spätere Rolle als Erwachsener.
Grollt der eine, kann man Schutz beim andern suchen.
Die Emotionen können ausgelebt werden und es ist wichtig, die Resonanz dieser Gefühle von beiden Elternteilen zu erhalten.

Wenn einem Mädchen der Vater fehlt, kann es später nie sicher sein, ob seine Gefühle zu einem Mann echt sind. und es kann nicht austesten, wie es ist, mit einem Mann zu kokettieren, um seine eigene Wirkung auf Männer auf spielerische Weise zu üben unter dem Schutzmantel der väterlichen Liebe.
Es wird stets irgendwie im Zweifel sein darüber, wie es selbst beim anderen Geschlecht "ankommt". Unsicherheit macht sich breit.

Umgekehrt der Junge mit der Mutter. Eifersucht und Stellenwert bei Frauen wird "erprobt". Das Selbstwertgefühl baut sich auf und es wird schon jetzt der emotionale Grundstein gelegt für die spätere, unverklemmte Sexualität auf Basis dieser plantonischen Liebe zu Mutter und Vater.

Ich hätte einen Vater so nötig gehabt. Heute weiß ich das.
Ich erinnere mich noch gut daran: Immer wenn ein Mann im Hause war - ein Nachbar oder ein Handwerker, der bei uns im Haus irgendwas zu reparierten hatte, fing ich an, mit diesem zu flirten, so wie kleine Mädchen eben "flirten". Ich plapperte kokett drauf los, bis Mutter mir einfach  den Mund verbot. Natürlich wehrte keiner das kleine, süße  Mädchen ab und niemand fand etwas dabei.

War der männliche Besuch dann wieder weg, fühlte ich mich traurig und "verlassen". Ich hatte keinen Zuhöhrer mehr und ich begann zumindest zu ahnen, dass bei uns ein männliches Familienmitglied fehlte.  Es herrschte plötzlich eine ganz andere, heitere Stimmung, war ein Mann im Haus, wenn auch nur vorübergehend.
Ein Vater ist sehr wichtig für Mädchen.

Vielleicht war bei mir deshalb die Toleranzschwelle für Männer und deren Verhalten mir gegenüber viel zu niedrig angesetzt. Vielleicht konnte und wollte ich mich einfach nicht gegen männliche Ungerechtigkeit zur Wehr setzen, nicht gegen das Suchtverhalten meines Mannes vorgehen. Ich ließ ihn lieber gewähren, aus Angst, ich könnte ihn vertreiben und anschließend wieder ohne Mann dastehen, genau wie damals als Kind...

Niemand kann es sich im Leben aussuchen. Ob wir mit oder ohne Vater aufwachsen, können wir leider nicht beeinflussen. Es prägt uns unbewußt und wir müssen schon als Kind lernen, mit diesem einen Elternteil auszukommen. Neidvoll blickte ich auf andere Kinder, die zuhause Mama und Papa hatten, einmal zu dem einen, dann wieder zum anderen laufen konnten, um etwas zu erreichen. Ich hatte zuhause nur die unerbittliche Mutter, die überstreng lieber erstmal alles verbot, bevor sie etwas erlaubte.

Vielleicht aber habe ich gerade deshalb lernen müssen, Entscheidungen alleine zu treffen, Schwierigkeiten alleine zu bewältigen, schon früh auf eigenen Beinen zu stehen.

Betrachten wir die Folgen der heutigen, modernen Familienmodelle:
Allein erziehende Eltern gibt es inzwischen immer mehr in Deutschland. Kleinfamilien haben nach wie vor einen schweren Stand. Hilfe und Unterstützung erhalten sie nicht oder zumindest nur wenig. Dass die Berufstätigkeit und die Kinderbetreuung meist sehr schwer unter einen Hut zu bringen sind, interessiert unsere Regierung wenig. Es herrscht der "Selbst-schuld"-Dünkel und im Grunde denkt sich jeder: Wird schon selbst einiges dazu beigetragen haben, dass sie/er jetzt in dieser Situation ist...!"

Man sollte dabei eines nicht vergessen: Es kann jedem passieren, dass er aufgrund widriger Umstände von heute auf morgen alleine da steht mit seinem Kind. Wer wünscht sich denn schon so eine Lebenssituation 
Alleinerziehende rangieren in der Gesellschaft unter "Familien 2. Klasse" und müssen sich damit abfinden. Die Leidtragenden dabei sind meist die Kinder.

Leider hatte ich darüberhinaus auch keine Großeltern.
Das kam erschwerend hinzu.
Wie oft wünschte ich mir inbrünstig eine liebevolle, beschwichtigende Oma oder einen gütigen Opa! Etwas, dass andere Kinder als selbstverständlich erachteten. So lernte ich, mich auf mich selbst zu verlassen. Ich ging allein auf Streifzug und unterhielt mich lieber mit Tieren. Sie waren mein Ersatz für fehlende Zuwendung der Erwachsenen.
Ich würde mir wünschen, dass das Modell der Mehrgenerationenfamilie eine Renaissance erlebte. Dass Alt und Jung wieder unter einem Dach leben, sich gegenseitig unterstützen und helfen. Dass wir wieder lernen, mehr Vertrauen zueinander zu haben und einer dem anderen wieder mehr Raum gibt in seinem Leben, gepaart mit Verständnis und Toleranz füreinander. Dann bräuchten die Alten kein Altersheim und die Kleinsten keine Kita's. Die Jungen wären in Krisensituationen und den mannigfaltigen Problemen der heutigen, oft schwierigen Zeit nicht mehr komplett auf sich alleine gestellt. Der eine profitiert von den Erfahrungen der anderen. Die Alten bleiben länger jung und die Jungen können ihre Kinder getrost den Alten überlassen und sind gewiß, dass sie liebevoll betreut werden. Und diese schrecklichen KiTa's hätten ausgedient!

Ich persönlich finde es übrigens furchtbar, dass man kleine Babys wildfremden Menschen überantwortet, die nur betreuen und versorgen. Keine herzliche Fürsorge, keine mütterliche Liebe, kein Wort es Trostes von vertrauten Menschen...
Dass man so etwas tut, will ich nicht akzeptieren. Notsituationen selbstverständlich ausgenommen.

Welche Gesellschaft resultiert aus diesem Fremd-Betreuungs-Konzept?
Wofür setzen wir denn überhaupt noch Kinder in die Welt?
Um sie dann nach einigen, schnellen Monaten nach der Geburt fast schon erleichtert wieder abgeben zu können?
Haben wir die Schnauze schon wieder voll vom MUTTERSEIN?
Wo liegt darin der Sinn?
Konnten wir nicht schon vor der Zeugung des Kindes besser planen, um für es da sein zu können, so lange es uns wirklich nötig hat?
 
Ist es unsere schnelllebige Zeit, die es uns verwehren will, sich dauerhaft und ohne weiteres über Jahre hinweg und ohne schlechtes Gefühl um unseren Nachwuchs zu kümmern und ihn liebevoll großzuziehen? Was spricht dagegen?
 
Ich frage mich: Was soll aus diesen Menschlein werden, die schon als Baby "abgegeben" werden und auf diese bittere Weise lernen müssen, dass die Mama immer nur temporär zur Verfügung steht und dass es Tag für Tag unvermeidlich immer wieder geschieht, dass es erneut und hilflos zurückgelassen wird und selbst so gar keinen Einfluss darauf hat.

Was machen Verlassenheitsängste mit einem jungen Lebewesen?
Jeder, der im Leben als Kind unfreiwillig bei jemandem "gelassen" wurde, weiß, wovon ich spreche...  Wir finden es furchtbar, verlassen zu werden!

WARUM TUN WIR DAS DANN UNSEREN KINDERN AN????
 
Das URVERTRAUEN geht verloren. Das wichtigste Gefühl, dass ein kleiner Mensch fühlen dürfen sollte!  

Vielleicht schaffen wir es ja und erkennen alsbald, dass DAS nicht der richtige Weg ist, eine Familie zu gründen und zu verwirklichen! Denn das Wichtigste im Leben ist die Gewissheit, dass ich nicht alleine bin und ich im Rahmen einer Familie die Geborgenheit erleben darf und weiß, dass ich immer jemanden an meiner Seite habe, der mich liebt und mir hilft, wenn ich Verständnis, Hilfe und Zuspruch brauche!

Dass wir zu diesem Konzept alsbald zurückkehren werden, dass wünscht sich


Eure Marie-Therese


 



Unser Leben aus der Sicht der geistigen Welt.

Bildquelle: Helene Souza  / pixelio.de Wir  alle kommen mit einem "gemischen Auftrag" in dieses Leben; die Chance auf ein ...