Freitag, 27. Februar 2009

Frau und Alkohol


Heute habe ich von einer sehr guten Freundin einen guten Tipp bezüglich einer Seite erhalten, die sich speziell den Frauen widmet!

Die Seite "Frau und Alkohol" ist vielseitig! Schaut doch mal rein und bildet Euch selbst ein Urteil:

Zitat:

"Die Sucht, gebraucht zu werden.
Co-Abhängigkeit trifft fast jeden, der viel mit Suchtkranken zu tun hat, als Kind, Partner, Eltern, Arbeitskollegen. Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen.
Co-abhängig sind Verhaltensweisen von Bezugspersonen des Suchtmittelabhängigen, die geeignet sind, seine süchtige Fehlhaltung zu unterstützen und eine rechtzeitige Behandlung zu verhindern."

Quellen-Link: Frau & Alkohol





Am Rausch ist nicht der Wein schuld,
sondern der Trinker.

Asiatischer Spruch


Quelle: www.pixelio.de Fotograf: Marco Kröner

Donnerstag, 26. Februar 2009

Glückskeks-Sprüche





Verzeihen ist keine Narrheit,

nur der Narr kann nicht verzeihen.


Chinesisches Sprichwort


mit freundlicher Genehmigung von:
RILA-Feinkost Importe





Samstag, 21. Februar 2009

Wünsche Dir ein neues Leben!



Quellnachweis: www.pixelio.de Fotograf: Harry Hautumm


Schon mal davon gehört?

Sich einfach mal beim Universum etwas zu bestellen?

Unglaublich, meinen Sie?

Es funktioniert!
Ich selbst kann es Ihnen mehrfach bestätigen!

Wie das geht?

Ein unverfälschter, aus Ihnen selbst heraus erzeugter, inniger Wunsch, wirklich etwas in Ihrem Leben verändern oder haben zu wollen, hat gute Chancen, Realität zu werden!

Warum?
Weil Gedanken, die immer wieder beharrlich gedacht werden,
sich in diesem Leben manifestieren!
Was heißt das im Klartext? Sie werden Realität!

Alles, was hier auf Erden existiert,
hat sich irgendwann man jemand beharrlich gedacht
– sich vorgestellt – ideenreich erfunden – akribisch geplant –
wie auch immer!

Denken Sie mal darüber nach!

Sie sind vielleicht - so wie ich damals - in einer problematischen Lebenssituation?
Arbeitslos? Einsam? Stecken in finanziellem Desaster?
(Was momentan ja kein großes Kunststück sein dürfte bei sehr vielen von uns!)

Möchten Sie WIRKLICH ETWAS DARAN VERÄNDERN ?

Dann wünschen Sie es sich doch einfach!

Und zwar konkret! Das heißt: Setzen Sie sich hin, schreiben es auf, was Sie
genau
in Ihrem Leben verändern/haben möchten!
Ja, geradeso wie bei einer Ihrer alltäglichen Bestellungen!
Weshalb?

Sie bestellen ja auch nicht beim Versandhaus „irgend eine Hose“, sondern
die Stückzahl, Ihre Größe, Farbe, den Schnitt,
wie schnell Sie Ihre Hose geliefert haben möchten, usw.

Genau so funktioniert es!

Auch bei Ihren Wünschen für Ihr Leben!
Aber: Die genaue Beschreibung der "Bestellung" darf nicht fehlen!

Und wie werden Sie Ihre Bestellung los?

Wann immer Sie es für richtig halten, können Sie ihre Bestellung abschicken!
Abends bei Mondschein, am Fenster stehend, vor dem Einschlafen,
nach dem Aufwachen – der Zeitpunkt spielt nur für Sie selbst eine besondere Rolle.

Versuchen Sie es. Sie haben nichts zu verlieren!

Ich habe auf diese Weise meinen jetzigen, lieben Mann „bestellt“ und erst kürzlich eine tolle Arbeitsstelle bekommen – genau nach meinen Wünschen!

Schon die alten Chinesen sagten:

"Sei bedacht mit deinen Wünschen – sie könnten nämlich wahr werden!"

In diesem Sinne...


Link auf die Seite von Bärbel Mohr, der Autorin von "Bestellungen beim Universum":
Dazu meine besondere Buchempfehlung zu diesem interessanten Thema:


Donnerstag, 19. Februar 2009

Endlich klar sehen!




Als Bernd die ambulante Therapie heimlich abbricht,
stürzt der Himmel über mir ein!
Welcher Himmel?

Es war kein Himmel, eher eine Hölle,
in der ich schon seit einiger Zeit sitze und brate!
Warum aber ist mir plötzlich so kalt?
Mein Herz friert, meine Zähne klappern...

Was in aller Welt hatte ich denn geglaubt?
Dachte ich, es wäre so einfach?
Ihn so einfach umdrehen, mir nichts dir nichts?
Schnell mal vom Suff abbringen,
nur weil ich ihn so sehr liebe?
Pah! Wo habe ich da nur hingedacht?

Ich fühle mich trotzdem so abgelinkt -
als hätte Bernd mich mit einer anderen Frau betrogen!
Es fühlt sich auch genauso an...
Warum ist das so?

Ich hasse es, hinters Licht geführt zu werden!
Natürlich nehme ich es persönlich, was sonst?
Dass Bernd wegen dem Suff auch noch als "krank" gelten soll,
leuchtet mir nicht ein! Er hat mich verarscht!
Voll für dumm verkauft!
Von wegen krank! Er weiß genau, was er tut, verd.....

Was denkt er sich eigentlich? Meint er tatsächlich, ich bin blöde?
Doch! Ich bins! Bins gewesen - bis heute!
Begreift er nicht, wie er mich damit trifft?
Mein Vertrauen hat er mißbraucht - ganz einfach!

Meine Wut kocht in mir hoch und die ungeweinten Tränen
drücken mir fast die Luft ab!
Wieder habe ich seine Versprechungen geglaubt, nur allzu gerne!
Zum wievielten Male? Ich habe aufgehört, es zu zählen.
Wie sehr hatte ich gehofft, alles würde gut.

Er kann noch heute seine Sachen packen und abhaun!
Ja, rauswerfen werde ich ihn! Hochkantig!

Aber du liebst ihn doch! heult mein Herz und es sticht in meiner Brust.

Und meine innigsten Gefühle für Bernd fangen an,
vor meiner inneren Bühne Revue zu passieren!
Auch das noch, stöhne ich auf.

Sentimentale, rosa Bilder voller Liebe und Glück!
Innige Momente der Zweisamkeit!

Als würde ich das nicht alles zur genüge kennen!
Pfeif drauf! Zwecklos ist das alles!

Er ist alleine besser dran, und du auch! tönt mein Verstand.
Jetzt weiss ich auch, warum er sich unbedingt seine Wohnung behalten wollte!
Rückzugsmöglichkeit, das wollte er. Er ist durchschaut, jawohl!

Dann geh doch! schreie ich innerlich und breche gleichzeitig zusammen!
Sie kommt langsam auf mich zu, diese Panik vor dem Alleine sein!
Diese Gewißheit, ihn zu verlieren, reibt mich innerlich auf.

Ich fange lieber gleich damit an, seine Sachen zu packen
und mit jedem Stück, das ich wie in Trance einpacke,
wandert ein Stück Herzblut von mir mit in die Plastiktüte...
Verloren, unwiederbringlich...

Was tust du denn da??
bäumt sich meine Liebe für Bernd auf.

Womit habe ich das nur verdient!
schaltet sich jetzt der "Selbstmitleidsmodus" dazu.

Selber schuld, sich wieder an einen Säufer zu hängen -
lass ihn endlich sausen!

mahnt mein Rest von Vernunft und ich schalte die Gefühle ab,
für ein paar Minuten...

Länger gehts heute noch nicht.
Doch jeden Tag ein bisschen länger.

Bis, ja, bis Bernd und sein Suff raus sind aus meinem Leben.
Irgendwann schaffe ich es und lasse ihn nicht mehr herein in dieses Leben,
das doch ohne ihn so sinnlos erscheint...

Montag, 16. Februar 2009

Beratung und Tipps vom Rechtsanwalt

Viele gewaltgefährdete und/oder bereits misshandelte Frauen (oder auch Männer) scheuen sich davor, einen Anwalt aufzusuchen, vor allem dann, wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind oder kein eigenes Einkommen vorzuweisen ist.

Gerade in einer solchen Situation fühlen sich Angehörige vollkommen hilflos. Sie glauben, dass sie ohne Geld gar nichts machen können.

Irrtum! Kein eigenes Einkommen zu haben, ist kein Grund, den Rechtsanwalt nicht aufzusuchen - im Gegenteil! Prozesskostenhilfe steht jedem zu, der über kein eigenes oder zu wenig eigenes Einkommen verfügt.

Es wird lediglich eine kleine Beratungsgebühr fällig (fragen Sie Ihren Anwalt!). Der Rest wird über die Prozesskostenhilfe (kurz: PKH)abgewickelt. Geben Sie bei Ihrem ersten Besuch sofort an, dass Sie PKH beantragen möchten. Ihr Anwalt wird Ihnen daraufhin Antrags-Formulare aushändigen, die von Ihnen auszufüllen sind.


Sein Haus - seine Wohnung?
Was ich damals auch nicht wusste - ich erhielt das Wohnrecht!

Auch wenn Sie im Wohneigentum Ihres gewaltausübenden Partners leben sollten, so kann ein Richter im Härtefall oder Wiederholungsfall (bitte Ihren Fall gesondert abklären!) von häuslicher Gewalt, oder ständigen Bedrohungssituationen usw. anordnen, dass Ihr Partner vorerst aus der Wohnung ausziehen und Ihnen den Wohnraum alleine überlassen muss, und zwar so lange, bis Sie einen geeigneten Wohnraum für sich und Ihre Kinder gefunden haben. Der Zeitraum, in dem dies zu geschehen hat, ist normalerweise nach hinten offen.
Fragen Sie jedoch diesbezüglich unbedingt noch Ihren eigenen Anwalt!

Je nach Bundesland kann die Rechtslage immer etwas anders gelagert sein.

Erkundigen Sie sich, was Sie speziell tun können! Ihr Anwalt wird Sie gerne beraten.
Er berät Sie unter Schweigepflicht. Er wird, was für Sie, wenn Sie aufgrund der Übergriffe bereits einen anderen Wohnsitz aufgesucht haben sollten sehr wichtig ist, Ihre Anschrift geheim halten, damit weitere, gewalttätige Übergriffe ausgeschlossen werden können.





Wichtige Anmerkung:
Die hier wiedergegebenen Ratschläge beruhen ausschließlich auf eigenen Erfahrungen.
Sie sind deshalb immer vor dem individuellen Hintergrund Ihres eigenen Falles abzuklären.
Ich kann leider keine Gewähr dafür übernehmen, falls der eine oder andere Tipp bei Ihnen nicht zutreffen sollte. Bitte haben Sie dafür Verständnis!


Die Autorin

Wenn's gar nicht mehr geht... Frauenhaus


Quelle: www.pixelio.de Fotograf: Harry Hautumm

Die Seite "Sozialdienst katholischer Frauen" stellt ein Verzeichnis von Frauenhäusern in einigen größeren Städten Deutschlands ins Netz, das ich sehr begrüßt habe.
(Ansonsten stehen Frauenhäuser üblicherweise im Telefonbuch.)

Hier der direkte Link auf die Seite:




























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Häusliche Gewalt - wie Betroffene sich schützen:

Auf der Seite

"Anti Violence Awarenes"
zu Deutsch: "Gewaltschutz"

werden wertvolle Tipps gegeben. Opfer von häuslicher Gewalt können sich über ihre Möglichkeiten informieren um sich in Zukunft besser zu schützen.

Mir hat die Seite sehr gut gefallen!
Sie ist prima aufgebaut, hat eine leicht verständliche Unterteilung und man findet sich sehr gut zurecht. Inhaltlich ist sie realitätsbezogen und man kann dort viele und gute Ratschläge, (siehe Unterpunkt "Erste Schritte") nachlesen, die einem gerade in Krisensituationen sehr hilfreich sein können.

Hier der direkte Link auf die Seite:

http://www.gewaltschutz.info

Samstag, 14. Februar 2009

Das Schweigen brechen

Viele haben mich gefragt:

"Was hat dir damals geholfen, als du nicht mehr weiter wußtest mit deinem alkoholkranken Partner?" Der erste und zugleich wichtigste Schritt aus der Ehehölle war:

Das Schweigen brechen und um Hilfe bitten!

"Suchet (Hilfe), so werdet ihr (Hilfe) finden! - klopfet an und es wird Euch aufgetan!"

Für mich ist dieser Spruch einer der weisesten und zugleich "Weg-weisenden" Bibelsprüche überhaupt! Denn er beinhaltet so viel praktische Alltagsweisheit!

Wie oft habe ich erlebt, dass, wollte ich nur wirklich ernsthaft und vor mir selbst etwas an meiner Situation ändern, da flogen mir plötzlich von allen Seiten Tipps zu und Menschen, sehr oft vollkommen fremde Leute, traten in mein Leben, die mich in meinem Vorhaben unterstützten - meist völlig uneigennützig.
Oder aber ich erhielt wertvolle Informationen für die Bewältigung eines Problems, das mich zu dieser Zeit beschäftigte, von völlig unerwarteter Seite. So war es auch hier!

Als ich endlich begriff, dass ich mit Pit einfach nicht mehr so weiterleben konnte, entschloss ich mich, aktiv nach anderem Wohnraum für mich und die Mädchen zu suchen.

Ich wußte plötzlich genau, was zu tun war!
Die wichtigsten Maßnahmen für meine Zukunft standen glasklar vor meinem inneren Auge. Ich wußte, ich musste einfach nur herauskommen mit der Sprache! Durfte mit der Wahrheit nicht mehr hinter dem Berg halten, so, wie ich es all die Jahre bisher hartnäckig getan hatte.
Jeder in meinem Umfeld mußte nun erfahren, dass ich mit den Kindern weg wollte von Pit. Ich brauchte ganz schnell eine bezahlbare Wohnung, eine regelmäßige Beschäftigung, um die Kinder und mich einigermaßen durchzubringen.

Wo anfangen damit? Ich begann bei den Nachbarn!

Menschen, mit denen ich nicht unbedingt "dicke" Freundschaften gepflegt, die mich aber immer gegrüßt und mit mir das eine oder andere Wort über den Zaun gewechselt hatten.
Einige waren mir vom Verein her bekannt. Die meisten kannten meine bisherige Situation besser, als ich es angenommen hätte. Viele von ihnen, so erfuhr ich später, fragten sich schon längst, warum ich so lange Zeit ausgeharrt hatte. Viele waren verwundert, dass bei mir so plötzlich ein derartiger Sinneswandel stattgefunden hatte und konnten es zunächst gar nicht richtig glauben. Doch schließlich halfen sie mir - jeder so gut er es vermochte und jeder auf seine Art.
Doch warum hatte ich so lange geschwiegen über mein Elend?
Und weshalb konnte ich jetzt so leicht aufbrechen?

Ich wußte es damals selbst nicht. Viel seelische Aufarbeitung würde nötig sein, um mir darüber klar zu werden, was mich 16 Jahre bei Pit festgehalten hatte. Nun aber mußte ich vorwärts schauen, Dinge ins Rollen bringen, mich und mein Anliegen bekannt werden lassen!

Ich war "gangig", wie wir Bayern sagen!
Der unbändige Wille, aufzubrechen in ein neues Leben, war in mein Innerstes eingepflanzt und keimte langsam aber stetig.
Etwas, was so leicht erscheinen mag, war mir 16 Jahre lang nicht möglich gewesen.
Tausend Dinge hielten mich gefangen, Ansichten, Versprechen, Gewohnheiten, Ängste, mangelndes Selbstvertrauen, unausgesprochene Regeln, gesellschaftliche Zwänge, einfach tausend Dinge! All dies hatte plötzlich keine Bedeutung mehr!

Es war Pit selbst, der unserer Ehe den Todesstoß verpaßt hatte.
Einer Ehe, die schon lange in Agonie gelegen hatte und nur noch "künstlich beatmet" worden war. Was war geschehen? Ganz einfach: Er war mir untreu geworden! Nach so langer Ehe!
Ein Ereignis, das mich endlich wach gerüttelt und mir klar gemacht hatte, dass dieser Mensch mit mir nichts mehr gemein hatte!

Es gab kein Zurück mehr, keine noch so beschwichtigenden Worte und erneuten, längst als unglaubwürdig entlarvte Versprechen, alles könne besser werden, würde ich nur bleiben, prallten an mir ab und drangen nicht mehr vor in mein Innerstes. Im Grunde war dies der eigentliche, erste Schritt, den ich hatte tun müssen, um ihn zu verlassen. Das zu erkennen!

Ich schloß ab. Egal, was immer es auch war, was das Faß zum Überlaufen gebracht hatte...
Angesichts des bevorstehenden Aufbruchs war es unwichtig geworden.

Ich stand auf der Schwelle zu einem neuen Leben, meinem Leben!
Mein altes Leben trug ich zwar noch mit mir herum. Es klebte noch an mir, wie ein altes, zerschlissenes Kleid, von dem ich wußte, dass ich es in Kürze ablegen würde um in ein neues, helles, fröhlich geblümtes Kleid zu schlüpfen! Ja! Jetzt sah ich die Zukunft - zwar verschwommen - doch immerhin: Sie zeigte sich mir nicht mehr düster!

Was konnte uns dreien denn jetzt noch passieren?
Alles war plötzlich wieder möglich geworden!
Die Türe meines Gefängnisses stand weit offen.

Ich mußte nur noch hindurchtreten...

Mittwoch, 11. Februar 2009

Es ist leichter, einer Begierde
ganz zu entsagen,
als in ihr Maß zu halten.


Friedrich Nietzsche




Der Mythos vom „Kontrollierten Trinken“ in Alkoholikerkreisen existiert nach wie vor!
Erfahrene „Trockene Alkoholiker“ warnen eindringlich davor! Es gibt kein kontrolliertes Trinken für jemand, der erst einmal abhängig geworden ist!

Der Kontrollverlust gehört sozusagen zur Symptomatik des Alkoholismus. Er ist quasi die Krankheit.

„Wer aufhören kann mit dem Saufen, der ist nicht alkoholkrank!“, würde er sagen.
Ist das wirklich so einfach?

Lesen Sie zu diesem brisanten Thema auf der Seite:

http://www.kontrolliertes-trinken.de/kontrolliertes-trinken/de/8/0/angehoerige/default.aspx

Freitag, 6. Februar 2009


Es gehört manchmal mehr Mut dazu,

seine Meinung zu ändern,

als ihr treu zu bleiben.


Friedrich Hebbel




Ihr betroffener Angehöriger möchte endlich etwas tun. Was gibt's da für Möglichkeiten?

Heute will ich kurz berichten, welche Wege es gibt, wenn Ihr alkoholgefährdeter oder möglicherweise bereits abhängiger Angehöriger den ersten aktiven Schritt tun möchte, um vom Alkohol los zu kommen.

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Wege.


1. Entgiftung

Eine Entgiftung, auch "Körperlicher Entzug" genannt, wird normalerweise in einem Krankenhaus (Kann, muss aber nicht direkt die Fachklinik selbst sein.) durchgeführt.
Hierfür genügt eine Überweisung durch einen Arzt Ihres Vertrauens.

Die Entgiftung ist der erste, wichtige Schritt zur Abstinenz!
Sie sorgt dafür, dass der Alkohol, der sich noch im Körper befindet, restlos herausgespült wird.
Infusionen und Medikamente unterstützen dabei.

Falls der Betroffene es nicht von selbst geschafft hat, mindestens zwei Wochen ohne jeden Alkohol auszukommen, ist die Entgiftung unabdingbar.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich bei seinem Hausarzt ambulant entgiften zu lassen.

Bitte beachten:
Bei Fachkliniken, die selbst keine Entgiftungen durchführen, ist dies Voraussetzung für eine Aufnahme, als muss diese vor Antritt der Therapie bereits durchgeführt worden sein.
Die Entgiftung dringend zu empfehlen, da bei bestehender, körperlicher Abhängigkeit vom Alkohol die Voraussetzungen für eine psychische Entwöhnung denkbar schlecht sind!

Anders gesagt:
Wer "Saufdruck" hat, steht stark unter Stress und kann sich auf diese Weise nicht in Ruhe auf eine Therapie, egal welche, einlassen. Er/sie wird immer zuerst versuchen, durch Alkoholkonsum erstmal "ruhig" zu werden. Nach einer Entgiftung ist dieses Problem zumindest für einige Zeit entschärft, bis die psychische Entwöhnung den Patienten auffängt.

Die nächsten beiden Therapieformen müssen beim Rentenversicherungsträger beantragt werden. Dazu benötigt der Betroffene eine entsprechende Indikation, d.h. die Notwendigkeit einer Entwöhnungstherapie muss von einem Arzt oder Therapeuten im Antrag bescheinigt werden. Beim Ausfüllen des Antrags können Sie falls notwendig dort Unterstützung erhalten.


2. Ambulante Therapie

Eine Ambulante Therapie wird bei einem Suchttherapeuten in der Regel mit 1 x wöchentlichen Therapieterminen durchgeführt. Sie dauert zwischen vier bis sechs Wochen oder im Einzelfall auch länger von Fall zu Fall.
Sie wird jedoch nur dann empfohlen, wenn der Betroffene in der Lage ist, aktiv mitzuarbeiten und wenn im häuslichen Umfeld eine Kontaktperson unterstützend begleiten kann.
Wichtig ist dabei auch, dass aus der Sicht des Therapeuten eine hohe Bereitschaft zur Abstinenz gegeben ist und der Betroffene motiviert genug ist, um sich auf den Therapieplan einzulassen.

Wichtig ist auch, dass eine relativ gute gesundheitliche Konstitution vorliegt und nicht etwa erst kürzlich deliriumartige Zustände wie Verwirrtheit, Verstörtheit, Halluzinationen oder ähnliches zu beobachten waren oder aber die Vermutung nahe liegt, dass solche Symptome (erneut) zu erwarten sind. In einem solchen Falle kommt nach einer längeren, medizinischen Behandlung nur eine stationäre Therapie in Frage, wo stets auch ärztliche Betreuung vor Ort ist und im Zweifelsfalle greifen kann.

Ambulante Therapien sind auch dann nicht angesagt, wenn der Alkoholkranke in der Vergangenheit eine oder mehrere Therapien abgebrochen hat, noch andere Süchte (z.B. Tablettensucht) vorliegen, oder aber andere, gesundheitliche Beeinträchtigungen oder chronische Erkrankungen vorliegen, die die Abstinenz stark gefährden oder einen schnellen Rückfall begünstigen.

Zusätzliche, tägliche Gespräche mit dem Hausarzt können einen positiven und festigenden Einfluß auf die ambulante Therapie haben. Falls es der Arzt für empfehlenswert hält, kann eine medikamentöse Unterstützung beim Entzug sinnvoll sein. Der Einsatz von Medikamenten, die den Entzug begünstigen sollen, ist immer noch umstritten.

Generell gelten Patienten nach einer ambulanten Entwöhnungstherapie als stärker rückfallgefährdet als solche, die eine stationäre Therapie hinter sich gebracht haben.



3. Stationäre Therapie

Die stationäre Therapie wird - wie der Name schon sagt - auf der Station einer Fachklinik durchgeführt. Sie ist statistisch die wirkungsvollste Art einer dauerhaften Alkoholentwöhnung.

Die Dauer der Therapie beträgt normalerweise bis zu vier Monaten, kann jedoch auch abgekürzt oder auch im Einzelfall verlängert werden, falls es notwendig erscheint.

Ist man mal angemeldet, bekommt man - je nach Jahreszeit - mehr oder weniger schnell einen Termin, der dann auch unbedingt angetreten werden muss.

Falls der Betroffene berufstätig ist, sollte er beim Arbeitgeber rechtzeitig vorsprechen und seine gesundheitlichen Pläne offenlegen. Dies ist der erste Schritt zur erfolgreichen Abstinenz. Wer hier bereits massive Probleme hat, sich zu erklären und seine Alkoholprobleme weiterhin lieber verschweigt, gehört bereits zu den wieder schnell rückfälligen Patienten.
Wenn es auch zunächst als sehr schwierig erscheinen mag, vier Monate in einer Klinik zuzubringen, so wird es, ist der erste Schritt erst einmal getan, schließlich "ganz normal sein". Denn schließlich gibt es auch andere Formen der "Kur", die bei anderen, gesundheitlichen Problemen angetreten werden und keiner macht sich Gedanken darüber.

Die Abwesenheit kann die ersten sechs Wochen mit normaler Krankschreibung überbrückt werden. Nach der sechswöchigen Krankenzeit fällt die Krankenversicherung heraus. Ab da zahlt der Rentenversicherungsträger für die Zeit der Therapie ein Überbrückungsgeld, das einen gewissen Anteil des bisherigen Einkommens darstellt (ähnlich dem Krankengeld). Dieses Geld genügt normalerweise zur Überbrückung, da während Klinikaufenthaltes generell kein Geld benötigt wird. Informieren Sie sich für Ihren speziellen Fall im einzelnen.

Nach Antritt der Therapie ist eine dreiwöchige Kontaktsperre die Regel.
Was zu Anfang für beide Seiten sehr schwierig anmutet, erweist sich später als Segen!
Der eine kann sich vom anderen erstmal "erholen". Die Kontrollzwänge lassen nach, der Betroffene fühlt sich nicht mehr "beobachtet". Er kann sich in Ruhe auf die Therapie einlassen und befindet sich zudem unter Gleichgesinnten, denen es genauso ergeht. Briefwechsel ist jedoch meistens erlaubt.

Sie haben normalerweise mehrere Kliniken zur Auswahl. Entscheiden Sie sich nicht unbedingt für die, die am nächsten liegt! Distanz hat während einer Entwöhnungstherapie förderliche Aspekte, wie soeben erwähnt. Die, die sich voll und ganz darauf einlassen, haben die besten Erfolgschancen. Das muss jedoch nicht heissen, dass Sie sich nun vier Monate nicht mehr sehen dürfen! An den Wochenenden ist in allen Kliniken Besuchszeit. Viele Fachkliniken halten nach einigen Wochen Partnerseminare ab, die sehr sinnvoll sind und möglichst genutzt werden sollten. Die Krankenkassen übernehmen hier die Fahrtkosten. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Krankenkasse über Erstattungen.

Ich wünschen Ihnen und Ihrem betroffenen Angehörigen dauerhaften Erfolg!

Mittwoch, 4. Februar 2009

Die Stufen der Alkoholsucht



Wie kann ich als Angehöriger feststellen, ob mein Partner bereits alkoholsüchtig ist?
Gibt es Richtlinien, die mir dabei helfen können, diese Frage besser zu beantworten?

Um einen grundsätzlichen Überblick über die Phasen der Trunksucht zu erhalten, kann man die Unterscheidung der verschiedenen Abhängigkeitstypen (nach Jellinek) zuhilfe nehmen:

Die nicht süchtigen Trinker werden unterschieden in:

Alpha-Trinker sind Erleichterungstrinker,
die mit Alkohol ihre Probleme zu lösen versuchen.
Sie sind zwar einer fortschreitenden Abhängigkeit
ausgesetzt, können aber ihren Alkoholkonsum
unter Kontrolle halten.

Beta-Trinker sind Gelegenheitstrinker
ohne eine eingetretene Abhängigkeit.
Bei ihnen treten vor allem Beschwerden
durch Folgekrankheiten auf, z.B. Leberschäden,
Magenleiden (Gastritis) u.a.


Bei fortschreitendem, ansteigenden Alkoholgenuss
tritt irgendwann eine wesentliche Veränderung ein:

DER KONTROLLVERLUST !

Wann genau dies der Fall ist, kann nicht generell
bestimmt werden. Jeder Mensch reagiert dabei anders.
Frauen vertragen wesentlich weniger Alkohol als Männer.


Die süchtigen Trinker kann man unterscheiden in:

Gamma-Trinker

Sie sind Suchtkranke;
sie sind die eigentlichen Alkoholiker,
die vom Alkohol seelisch und körperlich abhängig sind.

Sie haben über ihren Alkoholkonsum keine Kontrolle.


Delta-Trinker

Sie sind "Spiegeltrinker",
(d.h. sie halten ihren Alkoholkonsum
immer auf einem gewissen Pegel, also "Spiegel".
Sie können ihren Alkoholkonsum relativ lange
unter Kontrolle halten. Sie sind zwar körperlich,
aber nicht seelisch abhängig.
Bei schleichender Dauerintoxikation sind sie eher unauffällig.


Dann gibt es noch eine weitere, als "uneinheitlich"
bezeichnete Form:



Epsilon-Trinker
Sie werden im Volksmund auch als "Quartalssäufer"
bezeichnet. Nach wochenlanger, manchmal monatelanger
Abstinenz trinken sie tagelang völlig unkontrolliert.

Natürlich gibt es auch Mischformen.
Generell kann ein Quartalssäufer nach jahrelangem
Alkoholkonsum irgendwann zum Alphatrinker werden,
der schließlich ständig trinken muss, um nicht ins Delirium
(Verwirrtheitszustände, Angst, Zittern, Wahnvorstellungen,
optische, aber auch akustische Halluzinationen usw.) zu fallen.


Falls Sie sich nicht sicher sind, inwieweit Ihr Betroffener bereits
suchtgefährdet ist oder nicht, befragen Sie am besten einen Arzt,
der mit Suchtkrankheiten vertraut ist, oder erkundigen Sie sich
in einer der Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen, wo man
Ihnen gerne weiter hilft.

Dienstag, 3. Februar 2009

Bayern gegen häusliche Gewalt

Auszug aus einer Dokumentation aus dem Jahre 2006
vom Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Frauen:

"Entwicklung der polizeilichen Intervention:
Lange Zeit wurde bei Polizeieinsätzen wegen häuslicher Gewalt vorrangig darauf abgestellt, das Opfer zum Verlassen der Wohnung zu bewegen. Solange es keine Möglichkeit gab, Täter/innen über mehrere Tage aus der Wohnung zu verweisen, stellte dies auch in vielen Fällen die einzige Möglichkeit dar, für das Opfer Sicherheit zu organisieren. Dies sollte nachhaltig geändert werden.
WiBIG (Abk. für: An der UNI Osnabrück durchgeführte "Forschungsprojekt Wissenschaftliche Begleitung Interventionsprojekte Häusliche Gewalt) ging dementsprechend der Frage nach, ob die angestrebten Änderungen gelingen und welche Faktoren sich dabei als förderlich erweisen.

Inzwischen hat in fals allen Bundesländern eine Änderung der Polizeigesetze stattgefunden. Wegweisungen, Betretungsverbote bzw. längerfristige Platzverweise wurden eingeführt. Es herrscht eine uneinheitliche Sprachregelung, und die einzelnen Normen unterscheiden sich leicht, im Kern schaffen sie aber alle dasselbe:
Die Befugnis der Polizei, eine gewalltätige Person für einen bestimmten Zeitraum aus einer Wohnung zu verweisen - je nach Bundesland sind es zwischen 10 und 28 Tagen."

"...Der ursprüngliche Grundgedanke des Gewaltschutzgesetzes "Wer schlägt, der geht!" findet seine praktische Umsetzung bislang am sichtbarsten in der polizeilichen Wegweisung."

Montag, 2. Februar 2009

Co-Abhängigkeit - was ist das?

Co-Abhängigkeit geht - wie der Zusatz "Co-" bereits andeutet, mit etwas anderem einher:
Mit einer Abhängigkeit einer anderen Person. In diese Abhängigkeit ist der Co-Abhängige sozusagen gefühlsmäßig mit eingebunden oder quasi "angekoppelt". Er fühlt sich für die abhängige Person über die Maßen verantwortlich, möchte sie führen, sie "retten", und muss sie aufgrund dessen ständig kontrollieren.
"Kontrollzwang" sagen Psychologen dazu. Ohne sich selbst dessen bewußt zu sein, "brauchen" Co-Abhängige den Abhängigen, um ihren Hang, diesen zu kontrollieren, ausleben zu können.

Jeder in der Sucht-Familie kann co-abhängig werden. Kinder wachsen schnell in die Rolle des Helfers und Unterstützers der Sucht von Mutter/Vater hinein. Sie sind in der Familie das schwächste Glied, werden Opfer der ständig schwankenden Stimmungen, die in einer solchen Familie herrschen, haben keine Auswegmöglichkeit und müssen sich ununterbrochen dem anpassen.
Minderwertigkeitsgefühle und verstärktes Harmoniebedürfnis prägen diese Kinder, die Zeuge wiederkehrender Streitigkeiten und Erniedrigungen im Elternhaus werden. viel zu früh hören sie auf, Kind zu sein und verhalten sich wie kleine Erwachsene. Sie beschützen kleinere Geschwister, stellen sich schützend vor die Mutter usw.

Werden diese Kinder selbst erwachsen, zeigen sich sehr häufig ähnliche Verhaltensweisen und Kontrollzwänge in deren späteren Partnerschaften.
Aufgrund von mangelndem Selbstwertgefühl beginnt unbewußt die Suche nach ähnlichen Konstellationen wie im Elternhaus.

Nicht selten suchen sich Kinder aus Sucht-Elternhäusern wieder einen suchtgefährdeten oder süchtigen Partner, um ihn kontrollieren zu können.
Dabei ist die Schwelle der Akzeptanz für das Suchtmittel (Alkohol, Drogen usw.) wesentlich herabgesetzt, d.h. man erkennt nicht, wann etwas das normale Maß übersteigt, weil man es zuhause als Kind keinen Maßstab dafür erhalten hat. Der fatale Kreislauf beginnt von vorne.

Es gibt Möglichkeiten der Hilfe für Co-Abhängige.
Selbsthilfegruppen, Therapiemöglichkeiten in Kliniken für psychosomatische Erkrankungen.

Wenden Sie sich an die Hilfsorganisationen oder aber auch an soziale Stellen, die Ihnen Adressen vor Ort nennen können, oder aber informieren Sie unter dem Punkt "Selbsthilfegruppen".

Sonntag, 1. Februar 2009

Überall ist das Unheil der Alkohol

Wer eine unglückliche Liebe in Alkohol ertränken möchte, handelt töricht. Denn Alkohol konserviert.
Max Dauthendey

Sorgen ertrinken nicht in Alkohol. Sie können schwimmen.
Heinz Rühmann

Whisky ist schlecht für die Menschen, vor allem schlechter Whisky.
Schottisches Sprichwort

Es gehört zum deutschen Bedürfnis, beim Biere von der Regierung schlecht zu reden.
Otto von Bismarck

Ein Abstinenzler ist eine charakterschwache Person, die der Versuchung unterliegt, sich selbst ein Vergnügen zu versagen.
Ambrose Bierce

Schon manche Gesundheit ist dadurch ruiniert worden, dass man auf die Gesundheit anderer getrunken hat.
Heinz Rühmann

Es ist bekannt von alters her, wer Kummer hat, hat auch Likör.
Wilhelm Busch

Wenn du einen Ziegenbock betrunken machst, läuft er geradewegs in den Wald, um dem Wolf einmal seine Meinung zu sagen.
Äthiopisches Sprichwort

Überall ist das Unheil der Alkohol.
Leo Tolstoi

Trunkene Abendfreude hat fastende Morgensorge.
Dänische Sprichwörter

Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel von dem Alkohol, den man trinken möchte.
André Gide

Wenn du das Trinken aufgeben willst, schau dir mit nüchternen Augen einen Betrunkenen an.
chinesisches Sprichwort

Alkohol konserviert alles, ausgenommen Würde und Geheimnisse.
Robert Lembke

Die Betrunkenen denken nicht ihre eigenen Gedanken.
Russisches Sprichwort

Es hat keinen Sinn, Sorgen im Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer.
Robert Musil

Coabhängiges Verhalten - woran erkennt man es?

Bildquellenangabe:   Uta Herbert - pixelio.de Der Mann Deiner Schwester, Deiner Freundin...