Montag, 10. Mai 2010

Liebe, Treue und Alkohol


www.sheepdog.de                       Fotograf: Bernd Röttger


Angehörige, die einen Alkoholiker lieben, sei es in einer Ehe, Partnerschaft oder Liebesbeziehung, können es immer wieder bestätigen:

Übermäßiger Alkoholgenuss erschüttert auf Dauer jede Liebesbeziehung, umso mehr, wenn gleich beide Partner trinken. Die Gefahr eines Seitensprung ist bekanntermaßen im betrunkenen Zustand wesentlich höher. Wachsendes, gegenseitiges Mißtrauen und rasende Eifersucht sind die Folgen. Keiner weiß, was trinkende Partner im Suff so treiben und wie weit sie zu gehen bereit sind. Meist kann er sich anderntags nur noch bruchstückhaft erinnern, geschweige denn erklären, wie es zu den sexuellen Handlungen ausserhalb der Beziehung gekommen ist. Ein Faktor, der jedes Vertrauen nachhaltig zerstört. Oft ist es sogar so, dass der Alkoholkranke einen absoluten Filmriß hat und es völlig abwegig erscheint, ihn für Geschehenes nachträglich zur Verantwortung zu ziehen. Im Laufe der Zeit sinkt nämlich die sexuelle Hemmschwelle und alles ist "drin"! Typisch übrigens für die Krankheit Alkoholismus. Eine Tatsache, die viele nicht wissen.

Mein Ex hat sogar einmal einer Bedienung im Lokal in meinem Beisein ungeniert in den Drindl-Ausschnitt gegriffen und blitzschnell und vor aller Augen einer ihrer Brüste herausgeholt! Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits einige Gläser Wein intus. Noch einige Jahre zuvor hätte er niemals so etwas getan.
Langjähriger Alkoholmißbrauch überschreitet die moralischen Grenzen im menschlichen Miteinander
Im Suff werden erfahrungsgemäß Sachen gesagt und ausgesprochen, die derjenige nüchtern nie sagen/tun würde. Aus einem heißen Flirt wird im Nu eine echte Unverschämtheit und ungefragt erzählte, schmutzige Witze lösen eigentlich nur Abscheu und Unwillen bei den Anwesenden aus, die in den meisten Fällen nicht flüchten können und ungewollt Zeuge solcher "Darbietungen" werden. Peinlich und obskur! Wer will denn schon auf der gleichen Stufe stehen mit so einer/einem?
Betrunkene Frauen neigen im Gegensatz zu Männern vorwiegend zu unanständigem Benehmen in der Öffentlichkeit. Wie es scheint, hat dies mit der gesellschaftlichen Situation der Frau zu tun, die stets als anständig und gesittet aufzutreten hat. Da zieht sich schon dieselbe Lady mitten auf der Tanzfläche plötzlich aus, die vor zwei Stunden elegant und entsprechend arrogant das Lokal betreten hat. Tja, wer hätte das von ihr geglaubt? Moralverlust...

Kein Wunder, dass der nächste, massive Streit nach solchen Szenen vorprogrammiert ist. Mit jedem moralischen Ausrutscher in der Beziehung geht ein großes Stück Vertrauen und Gemeinsamkeit den Bach hinunter. Die Trennung ist irgendwann unausweichlich, denn allein die Vorstellung der Untreue im Rausch läßt den anderen, der dennoch liebt, schier verzweifeln. Denn was hilfts, dass der (nur) nüchtern treu bleiben kann??

Der Griff zur Flasche und sexuelle Untreue gehen oft gemeinsame Wege, auf die eine oder andere Art. Vielleicht, so habe ich mich gefragt, bietet gerade diese Ungezügeltheit und Enthemmung einen gewissen Anreiz beim Alkoholgenuß, wenn sie auch beim Mann körperlich oft unerfüllt bleibt, so findet sie zumindest in Worten und im Kopf statt. Langjährige Alkoholiker kriegen bekanntlich "keinen mehr hoch". Und je unfähiger im Bett umso lasterhafter und ordinärer das Benehmen, wenn wieder mal einer "in der Krone" sitzt. Ein Erscheinungsbild, dass wir alle kennen!

Ich konnte bei mir auch noch ein weiteres Phaenomen beobachten:
Hatte sich mein Partner freiwillig zur Abstinenz verpflichtet, so empfand ich einen Rückfall in den Suff ähnlich wie einen Seitensprung des Partners. Ich fühlte mich maßlos verraten und für dumm verkauft!
Ich ging in Konkurrenz mit dem Alkohol! Er hatte mir doch versprochen, nichts mehr zu trinken, ist gleichzusetzen mit dem Versprechen, treu zu bleiben.
Ein Verrat der anderen Art.

Was, fragte ich mich, ist ihm wichtiger? Ich oder der Schnaps?

Natürlich letzteres! Welche Frage! Nur...
Ich wußte nicht, dass er nicht anders konnte, nahm es total persönlich!
Suchte womöglich bei mir selbst den Auslöser für diesen (erneuten) Verrat!

Er hätte genausogut mit einer anderen....
Hintergangen zu werden, tut so weh!
Welch dummer Ehrgeiz!
Ich konnte nicht loslassen. Lernte nie, los zu lassen.
Klammern, festhalten, zurechtbiegen, einen anderen Menschen aus ihm machen wollen...
Das alles hatte einen ungemein hohen Stellenwert für mich.

Nur, dass hierbei die Liebe ebenfalls auf der Strecke blieb...
Die Liebe, die eigentlich die Antriebsfeder war für all die Opfer und den Verzicht.
Eine bittere Erfahrung.
Denn da, wo auf Dauer der Suff regiert, hat die Liebe oft verspielt.

Es sei denn, Du übst einmal echten Druck aus und prüfst, ob es sich noch lohnt,
bei diesem Menschen auszuharren, dem das zügellose Leben mehr bedeutet,
als die Tatsache, dass Du ihn (immer noch) liebst.

Check it out!
Es liegt an Dir, aber nur, wenn Dir etwas daran liegt...

Herzlichst
Eure Marie-Therese
Beziehungskrise, Treulosigkeit, Alkoholsucht, Moralischer Verfall, Trunksucht, Seitensprung, Zügellosigkeit, Untreue, Angehörige von Alkoholikern, alkoholkrank, Unanständigkeit, Schmutzige Witze, Eifersucht.

Sonntag, 18. April 2010

Angst vor Veränderungen?




In uns allen steckt sie.
Mehr oder weniger.
Die Angst, etwas zu ändern.

Woher kommt sie, diese Angst?
Warum empfinden wir sie?

Änderungen bedeuten Risiko.
Keiner weiß, was passiert, wenn wir etwas ändern.

Wir haben sicher bereits die Erfahrung gemacht,
dass sich Dinge scheinbar zum Schlechten wandelten,
weil wir sie geändert haben.

Haben die miese Arbeit hingeworfen,
wurden dafür lange Zeit arbeitslos.

Sind umgezogen, weil wir diese Wohnung nicht mehr ertrugen.
Nun ist die Wohnung zwar besser, dafür der Nachbar ein Vollidiot!

Was lernten wir daraus auch?
Nicht alles, was wir ändern,
ändert sich direkt zum Besseren.
Manchmal müssen wir akzeptieren,
dass Besserung oft nur auf Umwegen zu erreichen ist.

Nicht immer sind die äußeren Umstände schuld,
wenn unser Leben nicht so verläuft,
wie wir es uns wünschen.
Oft liegt es an unserer Sichtweise der Dinge
und wir müssen erkennen, dass das,
was wir im Moment als '"mies" ansehen,
vielleicht gar nicht so übel ist und es möglicherweise wichtiger wäre,
ganz andere Bereiche in unserem Leben zu ändern,
um ein sinnvolleres, glücklicheres Leben zu haben.

Mut zum Risiko haben wir oft erst dann,
wenn wir den Jetzt-Zustand
einfach nicht mehr ertragen können.
Dann haben wir plötzlich "nichts mehr zu verlieren".

Bis dahin wollen wir aus Angst
vor den anstehenden Veränderungen,

von denen wir nicht wissen,
wie sie sich auswirken werden
 auf unser Leben,
uns lieber verstecken und im altbekannten "Elend" verharren.

Denn unser Elend, das kennen wir genau.
Wir haben tausend Tricks gefunden,
um es erträglicher aussehen zu lassen.
Wir reden es uns selbst und vor anderen "schön"
und reden uns dazu noch ein,

dass andere es viel schlechter hätten als wir.
Oft tragen wir Verantwortung für Schwächere, als wir es sind, unsere Kinder.
Auch sie würden wir einem Risiko aussetzen,
würden wir vorschnell eine tiefgreifende Änderung
herbeiführen wollen.
Doch im Grunde wollen wir auch für sie nur das Beste,
genau wie für uns selbst.

Viele von uns haben keine Familie,
auf deren Hilfe sie sich bei einschneidenden Veränderungen
in ihrem Leben verlassen können.

Falls wir deshalb den Sprung ins kalte Wasser
nicht alleine wagen wollen,
können wir uns Hilfe holen bei kompetenten Stellen,
die uns den weiteren Weg aufzeigen
und uns Schützenhilfe leisten,
um uns unser künftiges Leben nach der Veränderung
besser vorstellen und danach sicherer planen und handeln
zu können.

Ich habe die Erfahrung gemacht,
dass uns von allen Seiten Hilfe zukommt,

wenn nur wir selbst auch wirklich etwas verändern
und ehrlich den Mut dazu aufbringen wollen.

Egal, wie Veränderung für Dich aussehen mag.

Fest steht eines:
Im altbekannten "Elend" zu verharren,
bedeutet Selbstbetrug, Stillstand und Rückentwicklung,
und langfristige Einschränkung für Dein Leben.

Das Leben selbst bietet alle Möglichkeiten,
wenn auch manchmal auf Umwegen.

Dafür müssen wir aber den Mut aufbringen,
und den ersten Schritt zur Veränderung tun.

Diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.
Du selbst bist der Gestalter Deines Lebens. 

Alles Liebe!

 
Marie-Therese

Montag, 1. März 2010

Liebe und Leid - gehören sie zusammen?



Quelle Foto: www.pixelio.de     Fotograf: Harry Hautumm

Für manche Menschen, in vielen Fällen sind es Frauen, muss Liebe immer irgendwie mit Leid - wir sagen heutzutage "Stress" verbunden sein. Beziehungen, die unkompliziert und eher harmonisch verlaufen, sind auf Dauer nichts für sie.

Denn unbewußt suchen Sie stets nach einem Partner, der ihnen "Aufgaben" stellt, dessen Charakter eher etwas Undurchschaubares, Geheimnisvolles in sich birgt, der für sie eine Art "harte Nuß" ist, die erst einmal "geknackt" werden will. Irgendwelche irrigen Erfahrungen im Leben lassen sie glauben, dass man sich eine gute Beziehung erst erarbeiten, verdienen muss.
Männer/Frauen, die allzuleicht "zu haben" sind, die ihnen regelrecht "nachlaufen", üben keine echte Anziehungkraft auf sie aus, wirken eher langweilig auf sie.

Sie glauben, dass sie erst dann, wenn sie für ihre Liebe richtig kämpfen müssen, diese einen echten und nachhaltigen Wert für sie haben kann.

Sie suchen instinktiv nach Problembeziehungen und brauchen Beziehungsprobleme, um ständig damit beschäftigt sein zu können.
Sie wollen es ihrem eigenen Verdienst zuschreiben, wenn der andere ohne sie nicht mehr "leben" kann.
Das gibt ihnen was. Das macht sie vor sich selbst wertvoll und wichtig.
Und: Es lenkt von den eigenen Problemen, die man mit sich selbst hat, ab.

Stecken sie dann drin, in der problemgeladenen Beziehung, fangen sie an zu kontrollieren und zu betreuen. Sie "kümmern" sich ständig und zwanghaft um ihren Partner, versuchen ihn zu lenken zu beeinflussen. "Manipulieren" sagen die Psychologen dazu. Ich nenne es ganz einfach "betreuen".

Häufig sind es von Natur aus eher Frauen, denen das Betreuen durch ihre Geschlechterrolle bereits in die Wiege gelegt wurde. Um möglichst fürs ganze Leben etwas Nachhaltiges zum Betreuen zu haben, suchen sich diese "Partner-Betreuer" sehr oft Menschen, die von Süchten abhängig sind, die für sie somit eine dauerhafte, echte Aufgabe darstellen.

Sie möchten für ihn/sie Retter(in) sein, einen Menschen "bekehren", ihm einen Sinn im Leben geben. Das gibt ihnen selbst auch einen echten Sinn im Leben. Sie haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, die sie ständig auf Trab hält.

An dieser Aufgabe scheitern jedoch die meisten "Partner-Betreuer".


Sie erkennen irgendwann, dass sie sich damit zuviel aufgehalst haben.
Sie merken, dass sich die Dinge und Ereignisse verselbständigen.
Sie fangen an, darunter zu leiden, wenn die Entwicklung in eine völlig andere Richtung geht und ihre Bemühungen im Grunde ins Leere laufen.
Sie haben keinen Einfluß mehr auf die scheinbar unplausiblen Rückfälle
ihrer süchtigen Partner, die meist aus heiterem Himmel über die Partnerschaft hereinbrechen. 
Sie schreiben sich diese Ereignisse selbst zu und tragen dafür bereitwillig die Verantwortung. Sie glauben nämlich, sie hätten versagt, nicht genügend betreut, nicht gründlich genug kontrolliert und nicht nachhaltig genug beeinflußt.

Manche halten an einer solchen fatalen Suchtbeziehung hartnäckig fest, aus der Überzeugung heraus, dass sie in erster Linie einen Erfolg zu erzielen und diese Aufgabe "zu Ende" zu führen hätten.

Andere wiederum trennen sich, um sich anschließend erneut in eine vergleichbare Problem-Beziehung zu stürzen. Das Spiel beginnt von vorne, nur eben mit neuen Darstellern.

Es sind immer wieder die gleichen Muster, die gleiche Art von Partner.

Vergleichbar mit Sender und Antenne, die sich gegenseitig ständig anpeilen, finden solche gleichen Partnerkonstellationen mühelos zusammen.

Der "Partner-Betreuer" sucht nach einem "Rettungsobjekt", das er so lange aufopfernd betreut, bis es ohne ihn nicht mehr leben kann:
"Ohne mich hätte er/sie sich längst zu Tode getrunken!", hört man häufig aus ihrem Munde und mit ständigen Erzählungen und Schilderungen ihres aufopfernden Lebens wollen sie auch im näheren Umfeld Anerkennung für ihre "Verdienste" einheimsen.

Der Betreute selbst hingegen sucht seinerseits gezielt nach Partnern, die ihn bereitwillig betreuen und bemuttern möchten, damit er diese für seine Bedürftnisse gewinnen und einspannen kann. So sichert er sich langfristig deren Erfüllung. Dafür muss er nicht viel tun. Hilfsbedürftig und anschmiegsam zu wirken, genügt meist vollauf! Ein ausgeprägtes Anlehnungsbedürfnis läßt die potenziellen "Partner-Betreuer" glauben, sie bekämen als Lohn für ihre Arbeit reichlich Liebe. Jedoch das genaue Gegenteil ist der Fall!

Sie nehmen Liebe, können aber meist selbst keine geben. Sie haben es nicht gelernt, zu lieben. Sie wollen nur geliebt werden!

Eigentlich könnte man meinen, dass diese Beziehungen gar nicht so schlecht sein können, findet doch jeder das, was er scheinbar braucht.

Das Problem dabei ist jedoch, dass beide voneinander abhängig werden.
Keiner kann ohne den anderen leben. Es ist so, als saugten sie sich gegenseitig aus - "Gefühlsvampire" könnte man sie nennen.

Und irgendwann sind beide leer und ohne Lebensenergie.
Ihre Beziehung macht sie krank.

Dieses Muster bei sich selbst zu erkennen, ist sehr schwer.

Die meisten "Partner-Betreuer" wollen es einfach nicht wahrhaben, dass sie diese Verhaltensweisen tatsächlich praktizieren. Sie suchen vielmehr nach "edlen" Beweggründen, nach Entschuldigungen und selbst konstruierten Schlußfolgerungen, die einzig und allein dazu dienen, nicht loslassen zu müssen.

Suchtbeziehungen und Familien sind vergleichbar mit einem Mobile, bei dem jeder an jedem hängt. Auch Kinder aus solchen Beziehungen "lernen" schon in jungen Jahren perfekt die "Betreuer"-Rolle. Vorbild ist der der Betreuer-Elternteil, der es vormacht, wie man "richtig gut betreut".

"Helfersyndrom" nennt der Psychologe es. Die Kinder übertragen es auf ihre späteren, eigenen Beziehungen - das Spiel beginnt von vorne.

Verlieren "Partner-Betreuer" das Ziel ihrer Bemühungen - den betreuten Partner, etwa durch Scheidung oder gar durch Tod, fallen sie selbst sehr oft in ein tiefes, seelisches Loch und haben scheinbar den Sinn ihres Lebens verloren.

Das Umfeld glaubt, nun könne alles besser werden im Leben der "Partner-Betreuer", denn nun könnten sie endlich ihr eigenes Leben leben.
Doch dieses eigene Leben gibt es längst nicht mehr. Alles war nur auf das "Betreuen" und Kontrollieren ausgerichtet. Eine echte Katastophe im Leben eines "Betreuers", der ja nichts anderes mehr kannte.

Blicken wir einmal auf unsere Ehe, unsere eigene Beziehung.
Könnte es auch für uns zutreffen?
Wer könnte uns dabei helfen, dies objektiv zu beurteilen und wie können wir aus diesem Teufelskreis entfliehen?

Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen für Angehörige von Suchtkranken helfen bei der Suche nach neuen Wegen und verhelfen zu einer objektiven Sichtweise der eigenen Situation, zu der wir alleine sehr oft nicht mehr fähig sind, weil unsere Gefühle und Gewohnheiten uns derartig "eingesponnen" haben, dass wir es uns anders eigentlich gar nicht mehr vorstellen können.

Schon der Gedanke, dies alles nicht mehr haben zu können, macht uns Angst.
Eine Situation genauer auszuleuchten, muss ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass wir uns sofort trennen, uns scheiden lassen sollen.


Doch schon die Bereitschaft, Fachleuten einen unbeschönigten Einblick in seine eigene Lebenssituation zu gewähren, um herauszufinden, ob wir vielleicht etwas ändern sollten, ist der erste Schritt, um einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden.

Zugegebenermaßen nicht einfach für "Betreuer-Partner", die es im Laufe ihres Lebens gelernt haben, ihre Beziehungs-Probleme lieber für sich zu behalten.

Vielleicht stellt dieser erste Schritt, seine "Story" offenzulegen, ebenfalls eine echte Chance dar, dem süchtigen Partner mit professioneller Hilfe einen Weg aus der Sucht zu zeigen, wenn sein "Betreuer-Partner" dies erstmals zuläßt.

Denn jemanden zu betreuen, heißt auch, großen Einfluss auf ihn zu nehmen, entweder dahingehend, nichts verändern zu wollen, um das kranke Muster beizubehalten, oder sich eben zu öffnen für die Veränderung.
Chance für ein neues Leben.

Somit wäre beiden geholfen.

Der Weg ist frei in ein freies Leben - ohne Abhängigkeiten.
Grund genug, einmal in Ruhe darüber nachzudenken.

Herzlichst,

eure
Marie-Therese

Samstag, 6. Februar 2010

Das Tor nach "innen" - Esoterik




"Wieder mal ein kleines bisschen esoterisch angehaucht heute?",
wird sich der eine oder andere denken, wenn er diesen Post liest.



Esoterik - ein abgewetztes, mit Vorurteilen behaftetes Wort.
Aber es gibt noch keine bessere Bezeichnung für diesen Begriff,
der eigentlich alles umschreiben soll, was das "Unerklärliche,
Übersinnliche" betrifft.


Quelle Wikipedia: "Esoterik" (von altgriechisch ἐσωτερικός esōterikós „innerlich“) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis bestimmte philosophische Lehre, im Gegensatz zu Exoterik als öffentlichem Wissen. Andere traditionelle Wortbedeutungen beziehen sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa synonym mit Mystik, oder auf ein „höheres“, „absolutes“ Wissen. Daneben wird der Begriff in freier Weise für ein breites Spektrum verschiedenartiger spiritueller und okkulter Lehren und Praktiken gebraucht.

Wie ich auf die Esoterik stieß:
Wie viele andere habe ich im Laufe meines Lebens viele, wirklich unerklärliche und mystische Vorkommnisse erlebt, vor allem in den letzten Jahren, in denen ich mich intensiv mit dem "höheren Wissen" beschäftige. Dieses Gebiet ist ungemein umfangreich und beinhaltet so viele Bereiche des Lebens, dass ich hier wohl einen ganzen Tag lang (um)schreiben müsste und ich würde wohl nur einen Bruchteil dessen widergeben können von dem, was es wirklich bedeutet, sich diesem "höheren Wissen" zu widmen um mehr zu erfahren, als das, was mit Händen zu greifen und mit den Augen zu sehen ist.

Ein keines Beispiel:Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bitte ich einfach um Hilfe von "oben" und - ich erhalte sie. Andere würden das "beten" nennen. "Beten" - da denkt man gleich an den Pfarrer, an den Beichtstuhl und an Kirchenbänke. Im Grunde glaube ich, dass unterschiedliche Begriffe denselben wundersamen Vorgang beschreiben. Auf erstaunliche Weise lösen sich kleinere und auch größere "Lebens-Knoten" im Alltag und ich erfahre Ausgleich und Frieden, wo vorher nur offene Fragen, Zweifel und Ängste waren.

Nur, weil ich Vertrauen hatte und darum gebeten habe!

Jeder kann das. Er muss nur wirklich inbrünstig an die Erfüllung glauben und er wird die Erfahrung machen, dass es Gott tatsächlich gibt, Gott, oder das, was jeder für sich selbst darunter versteht.


Die meisten Menschen pflegen einen sehr "geerdeten" Lebensstil. Sie streben nach Wohlhabenheit, Besitz und ihr Ziel ist es, es im Leben "zu etwas zu bringen". Dabei befassen sie sich nie mit philosophischen Themen, wie die Frage nach dem Sinn des Lebens, ob es ein Leben nach dem Tode und so etwas wie "Reine Liebe" gibt.

Sich mit solchen Fragen zu befassen, stellt für sie lediglich Zeitverschwendung dar und lenkt sie ab von ihrem Weg in Richtung "Reichwerden".

In Wirklichkeit aber sind sie schon so weit abgekommen vom wahren Weg des Lebens, nur - sie wissen und ahnen es nicht.


Sie rennen und hasten dem Gelde hinterher und fragen sich irgendwann, spätestens dann, wenn ihnen alles über den Kopf wächst, wo denn eigentlich der Sinn in all dem steckt.

Manch einer hat dann ein "Burn-out-Syndrom" und "steigt aus" aus einem Leben, das ihn in keinster Weise befriedigt hat. Tief drinnen spricht nämlich unser Höheres Selbst zu uns, das nach Höherem als nur nach Erfolg und Geld strebt. Dieses sind weltliche Ziele, die uns keine seelische "Sättigung" geben. Wir hungern trotz vollem Geldbeutel und hoher Position auf der Karriereleiter nach Liebe und Verständnis, nach irgendwas, was dem eine tiefere Bedeutung verleihen möge.


Dabei liegt dieser göttliche Keim in uns allen.
Wir müssen nur ehrlichen Herzens danach suchen.
Die erste Stufe dazu ist die "Suche" nach einem höheren Wissen.

Egal, wie du es nennen magst, Gott, Philosophie - oder Esoterik.

Was wir wirklich suchen, wissen wir auch ohne Worte.
Dieses Wissen liegt tief in uns verankert. Wir müssen es nur "erschließen" wollen, dann eröffnet es sich in uns - und erst dann wird eine innere Sehnsucht in uns wachgerufen, die danach strebt, mehr zu erfahren.


Es ist wie ein göttliches Programm, das durch uns selbst bewußt eingeschaltet werden muss. Das "Einschalten" kann jeder für sich nur auf seine ureigene Art, in dem er sich genau die Wissensquellen erschließt, wie ein Goldschürfer, der hartnäckig nach feinsten Goldpartikeln fahndet, wobei ihn abschließend erst die "echten" Nuggets ihn "reich" machen.

Den Impuls, danach zu suchen, erhält er erst dann, wenn er es wirklich möchte.

Es ist wie in der freien Marktwirtschaft: Es entsteht ein Bedarf - und der wird prompt von "oben" gedeckt werden. Man muss nur die Augen und Ohren offenhalten und es werden einem die richtigen, weiterführenden Impulse oder auch genau die Menschen, die einen auf den richtigen Weg bringen können, gesendet. Sie werden uns begegnen, die kleinen und großen "Wunder"!


Einschlägige Bücher waren für mich z.B. bereits mit 16 Jahren der Einstieg
in dieses "göttliche" Thema, der Suche nach dem Sinn des Lebens, nachdem ich Jean-Paul Sartre "versehentlich" in der Schule las, heimlich unter der Schulbank. Dies hat bei mir den bewußten "Stein" ins rollen gebracht.


Viele beginnen erst dann mit der "Suche", wenn sie Schicksalsschläge erlebt, jemand Geliebtes verloren haben und wieder bei Null anfangen müssen.

Insofern haben Schicksalsschläge in unserem Leben - so bitter sie für den einzelnen auch sein mögen - einen Reifungsprozeß zur Folge. Mitten im Leid erkennen wir sehr oft, dass unser Leben nicht wirklich nur dazu bestimmt sein kann, nur nach Reichtum und Gütern zu streben, sondern eine höhere Lehre aus all dem zu ziehen:

Die Lehre der Liebe.


Sonst nichts.
Das ist alles.
Mehr brauchen wir nicht. Alles andere kommt von ganz alleine.


Denn auf Erden geschieht alles nur aus zwei Gründen:
Aus Angst und/oder aus Liebe!


Lassen wir in unserem Leben mehr geschehen aus Liebe.

Dann streben wir nach Höherem, ohne nach vielen Worten suchen zu müssen. Denn es ist so einfach.


Aus Liebe geschehen die schönsten Dinge.


Hilfe, Verständnis, Zuhören, Trost und Beistand geben, Geborgenheit...

Eben das genaue Gegenteil von Geld und Macht!


Herzlichst Eure

Marie-Therese

Freitag, 22. Januar 2010

Wieder zurück im Netz!


Quelle Foto: http://www.pixelio.de        Fotograf: Conscious


Hallo liebe Leser!
 
Nach ganzen vier unfreiwilligen Wochen ohne Internet kann ich mich nun erleichtert zurückmelden und endlich wieder neue Posts für Euch schreiben!

Die Emailadresse barriere-alkohol@web.de blieb jedoch unverändert stehen! Nach wie vor könnt Ihr mich hier kontaktieren, wenn Euch danach ist ;-)

Ich hoffe, Ihr habt die Feiertage und den Jahreswechsel heil überstanden, vor allem ohne größere Alkoholexzesse in Eurer Familie!

Bekanntermaßen sind die Weihnachtsfeiertage die schlimmsten, wie mir Angehörige von Alkoholabhängigen immer wieder bestätigen!

So, nun hat das neue Jahr bereits begonnen und wir können wieder von vorne beginnen, all unsere Hoffnungen und Pläne mit einbringen und uns neue Ziele setzen! Ziele sind sehr, sehr wichtig im Leben, wie ich selbst auf die eine oder andere Art feststellen mußte. Ohne ein klares Ziel vor Augen stolpern wir nur von einem Tag zum nächsten und verlieren den "Roten Faden".

Ich freue mich, wieder bei Euch zu sein!
Frohe Zeit und bis bald,

Eure
Marie-Therese

Freitag, 1. Januar 2010

Ein gesundes, neues Jahr!

Ich wünsche Euch von Herzen:

Momente, Stunden, Tage,
in denen wir das erleben dürfen,
was wir selbst als unser persönliches Glück empfinden –


Darüber hinaus das kostbarste Gut,
dass uns so lange wie möglich gewährt sein möge: Gesundheit!


Und als Krönung dessen möge Euch das gelingen, an dem ihr gerade arbeitet und was Euch als das vorschwebt, was Ihr später stolz als Erfolg bezeichnen könnt!

Das neue Jahr möge für uns alle besser und einfacher werden!


Herzlichst,

Eure
Marie-Therese

Samstag, 19. Dezember 2009

Gefühle an Weihnachten

Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Georges

Menschen, die wir lieben - so, wie sie sind!
Unsere Familie!
 

Mein Bezug zum bevorstehenden Weihnachtsfest
besteht aus eher gemischten Gefühlen, wenn ich sehe,
was andere darunter verstehen.

Weihnachten in meiner eigenen Kindheit war problemgeladen.
Mutter stets unzufrieden, Stiefvater auch.
Also griff er zur Flasche!
Mutter weinte - das war unser Heilig Abend - regelmäßig!
Umso mehr habe ich bei meinen Kindern
stets danach getrachtet,
das Weihnachtsfest möglichst
frei von allen Zwistigkeiten zu gestalten.

Geschichten vorlesen bei Kerzenschein!
Natürlich läßt Weihnachten heute meine Sehnsucht
nach dieser scheinbar
ungetrübten Familienharmonie
erneut aufflammen! Ich alte Glucke!


Ach, könnten wir doch alle wieder beisammen sein,
so, wie damals, als die Kinder noch klein waren...

Gleichzeitig weiß der klare Menschenverstand,
dass das nie funktionieren würde!
Die Kinder sind erwachsen,
haben ihr eigenes Leben, ihre eigenen Bedürfnisse
und Gewohnheiten - genau wie wir "Alten"

Doch sind wir zusammen, genießen wir es.
An Weihnachten schenken wir uns keine Gegenstände...

Wir schenken uns vielmehr kostbarstes Gut -

Z e i t !
Sicherlich das wertvollste Geschenk,
dass wir uns gegenseitig
machen können!

Dem anderen mal in Ruhe zuhören,
sich auf ihn einlassen,
nicht auf die Uhr sehen müssen,
keinen Termin haben,
einander mal wieder offen in die Augen schauen,
die Hand in die seine zu nehmen,
herzhaft lachen über alte Kalauer von früher,
über Geschehnisse, die wir uns längst tausendmal erzählt,
und über die wir aber immer wieder lachen,
bis die Tränen kommen,
nur wir, ein ausgesuchter Kreis von Menschen,
die uns ganz nah am Herzen liegen
und unsere Seele erwärmen,
weil sie um uns sind -

Das sind echte Gefühle - unverfälscht und ungekünstelt!

In der heutigen Zeit, die von Lüge und Betrug lebt,
von raffinierten Schachzügen und hinterhältigem Egoismus,
bringen solche Gefühle wieder Licht in die dunkelsten Ecken!
Drum lasst uns nicht vergessen,
was uns Menschen wirklich ausmacht -
die echte, unverfälschte Liebe füreinander!


Weihnachten gibt uns wieder Gelegenheit,
sie zu zeigen, ohne uns dafür schämen zu müssen -
die echten Gefühle!

Eure

Marie-Therese

Montag, 23. November 2009

Männer!



Ich gebe es zu, ohne hier etwa vulgär wirken zu wollen:
Als Frau habe ich Männer eigentlich
immer besser verstanden und gemocht.

Selbst auf die Gefahr hin, hier von Frauen
gedanklich gesteinigt zu werden -
von der rein menschlichen Seite her
habe ich das Verhalten von Männern
stets besser nachvollziehen können,
als das meiner Geschlechtsgenossinnen,
die sich im Beruf vorzugsweise gegenseitig gehackt
und sich in die Pfanne genauen haben
und sich in der Familie sehr gerne
als falsche Nattern entpuppen.

Mit Frauen habe ich als Frau viele,
viele schlechte Erfahrungen gemacht.

Wie oft habe ich erlebt,
dass sie gerne das "hilflose Weibchen" zur Schau stellen,
und sich hartnäckig auf die Hilfe
ihrer männlichen Arbeitskollegen verlassen -
und auch prompt welche kriegen!
(Bin ich etwa eifersüchtig??)

Die können doch teilweise nicht mal
ein Päckchen Druckerpapier
selbst zum Kopierer "schleppen",
ohne sich ihr zartes Hüftchen zu verrenken!

Herrgottnochmal!

Doch jetzt, da ich zusehens älter werde,
sehe ich die Angelegenheit nicht mehr nur
von dieser speziellen "Kumpanei-Position".

Männer mögen doch lieber hübsche,
junge, weibliche Kumpels,
wenn's denn schon nur Kumpels sein dürfen!

Und - was hilft mir diese dumme Solidarität
mit den Männern?

Ich frage mich verbittert:
Was ist los? Werden denn ältere Männer jenseits der Fünfzig
allesamt plötzlich zum "Grummelgriesgram"?

Mag es vielleicht nur an meiner Ehe liegen,
die zunehmend inhaltslos und fade geworden ist?

In der nur wirklich was passiert, wenn gestritten wird?
In der wir beide inzwischen längst eigene Wege gehen?
In der ich keinerlei Verständnis erwarten kann
für meine Belange und Interessen,
als Gegenleistung zu meiner Hilfsbereitschaft
und meinem unerschöpflichen Ideenreichtum,
wenn es um die Lösung seiner scheinbar
"weltbewegenden" Probleme geht,
für die er sogar einmal bereit ist,
sich auf ein langes Gespräch mit mir einzulassen?

Keine Spur!
Alles selbstverständlich!

Liebe und Zärtlichkeit? Wo denn?

Die einzige Zärtlichkeit, die ich regelmäßig erhalte,
ist doch die, wenn ich mich
nach dem Baden großflächig eincreme,
nur um mich nicht komplett in Schuppen aufzulösen!

Na danke!
Aber wenigstens kann ich mich darauf verlassen!

Und mein Chef?
Der ist doch genauso!

Kriegt er nicht seine täglichen Höhenflüge der Macht gebacken,
dann lässt er es an mir aus!

Kürzlich hat er sich über seine Sekretärin aus einer früheren Firma
lobtriefend ausgelassen:

"Die konnte sogar meine Kürzel lesen und wenn der Chef kam,
dann hat sie meinen Schreibtisch eigenständig aufgeräumt!

Das war mal eine Sekretärin! Die war SUPER!"

Oooch! Mensch, wie bin ich doch blöd!

Habe ich ihn doch tatsächlich gefragt:

"Ähämm, und.... mit mir.... bist du hoffentlich auch...
ein wenig, äh, zufrieden....?"

Und was sagt er?

„Das ist eine Sache des Standpunkts!"

Boah!

Das hat gesessen!

Verrat!!

Frauen....??? Wo seid ihr alle?
Ihr sensiblen Geschöpfe!
Ihr einfühlsamen Wesen?

Ab sofort bin ich wieder treu-solidarisch mit Euch!

Männer sind doch echte Scheusale!
Machthungrig!
Seelentrampler!
Ignoranten!
Gefühlswüsten!
Triebgesteuert!

Ich fühle mich so... unverstanden!

Will lieber alleine leben,
am liebsten im Job dauerkrank machen,
direkt auf eine einsame Insel ziehen,
weit ab von der Zivilisation und

- jedem Mann!

Und doch...

Ohne Männer wär’s doch... fad, oder?

Und manche sind doch recht schnuckelig...
Irgendwie kann ich nur mit Männern so richtig blödeln!

Ich glaube...

ich würd's vermissen!

Eure
Marie-Therese

Freitag, 20. November 2009

Schwiegermütter

Schwiegermütter sind auch Mütter!

Sie sind die Mütter Eurer Männer!
Klar! Denkt Ihr vielleicht!


Man muss sich dabei folgendes klar machen:

Sie haben ihn nicht nur geboren,

ihm als erste Frau in seinem Leben
Liebe und Brust gegeben,
ihn als erste genährt und gestreichelt!

Sie haben ihm auch als erste die Welt gezeigt,
ihm alles hinterher geräumt,
ihm alles nachgesehen,
ihn gepflegt, wenn er krank war,
ihm jeden Wunsch von den Augen abgelesen,
ihm sein Lieblingsgericht gekocht,
- was immer es auch gewesen sein mag!
Ihm das Aufräumen und Saubermachen erspart,
ihm Recht gegeben und ihm stets beigepflichtet,
ihm eine absolute Sonderrolle in ihrem Leben eingeräumt...

Und dann kamst du...

Was willst du - um Himmels willen besser machen als sie??
Die Premiere ist bereits gelaufen!

Vergiss es!

Dagegen kannst du nicht an!

Von Müttern verwöhnte Männer sind
wie schlecht gestrickte Pullover!

Man kann noch so daran ziehen und zupfen...
die „schlechte Passform“ bleibt!


Marie-Therese

Donnerstag, 19. November 2009

Wenn die Liebe geht...

...dann kannst du es zunächst selbst nicht fassen.

Dort, wo einst ein starkes Gefühl saß,
an einer ganz bestimmten Stelle,
die sich warmglühend anfühlte,
bei einigen ist es der Bauch,
bei anderen das Herz,
da herrscht nur noch eine Resonanzlosigkeit...

Es kommt nichts zurück.
So oft wir auch hineinhören in uns,
es kommt nichts zurück.

Die inneren Bilder tauchen nicht mehr auf
wenn wir an ihn/sie denken,
Bilder von glücklichen, intimen Stunden,
von denen wir geglaubt haben,
dass sie uns keiner je nehmen könnte.

Sie haben sich verflüchtigt,
die Herzenshüpfer, die Glückshormone.
In einem langen, unmerklichen Prozess,
sind unsere Gefühle ergraut,
haben ihre Lebendigkeit und ihre Farbe verloren,
als Fragmente einstiger Empfindungen,
schwimmen sie tot an der Oberfläche,
und trüben den Blick auf die Wahrheit,
die Klarheit.

Klarheit darüber, dass da nichts mehr ist.
Die Liebe ist gegangen.

Wir bringen wir uns das selbst bei?
Und... wie bringst du das deinem Partner bei?
Ihm, der von alledem nichts zu merken scheint.
Der sich kein bisschen verändert hat,
der stets bei der "Tagesordnung" geblieben ist,
und der aus allen Wolken fallen wird,
wenn du es ihm sagst.
Wenn... ja, wenn...

Wie lange willst du es noch bei dir behalten,
die Sache mit den fehlenden Gefühlen?
Willst Du weiterhin schauspielern?

Was ist im Bett?

Auch dort ein gut gespieltes "Ah" und "Oh",
wo in Wahrheit ein "Hör auf!" hingehörte?

Irgendwann wird sie Doch ankotzen,
diese Heuchelei, dieses ständige Verheimlichen,
dieses "tun als ob".

Ja, dann wirst Du Farbe bekennen,
wirst Deine sieben Sachen packen,
und frohen Herzens hinausmarschieren zur Tür
und ein halbherziges "Machs gut!" zurücklassen
genau an der Stelle, an der Du einmal gelebt hast.

Irgendwann...

Wenn du den Mut hast, zu sagen,
was du nicht mehr fühlst...


Marie-Therese

Samstag, 14. November 2009

Du bist nicht allein!

Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Peter Hebgen

Wir sind geschockt!

Am Beispiel Robert Enkes haben wir wieder einmal erlebt,
wie hilflos wir sind, wenn ein Mensch,
der bisher in unserer Mitte gelebt hat,
seinem Leben selbst ein Ende setzt.

Psychische Krankheiten sind für uns
noch immer schwer fassbar,
trotz aller medizinischer Forschung
und Erkenntnisse können wir
suizidgefährdete Menschen
nicht immer als solche erkennen.

Für Hinterbliebene die reinste Hölle,
einen geliebten Menschen auf diese Art
verlieren zu müssen!
Tausend Fragen tun sich auf...

Keiner versteht es, keiner kann es nachvollziehen.
Auch wenn die psychische Labilität bekannt war -
mit dem Schlimmsten rechnet doch niemand!

Ich kann mir gut vorstellen,
dass sich die schockierten Hinterbliebenen
sich neben einer unsäglichen Trauer
gleichermaßen mit Gefühlen,
verraten worden zu sein vom dem,
der sich "so einfach" aus dem Leben "geschlichen"
und sie mit ihrem Schmerz
und ihren Problemen alleine gelassen hat.
Zur ohnehin tragischen Situation
kommen komplizierte Formalitäten,
mit denen die Angehörigen durch den Selbstmord
bedingt konfrontiert werden.

Viele werden sich mit Schuldgefühlen konfrontiert sehen,
sich fragen, ob sie selbst einen Anteil an dem haben,
was passiert ist, vor allem dann,
wenn kein Abschiedsbrief hinterlassen wurde,
der sie davon frei spricht.
Trotzdem werden sie nie ganz verstehen,
warum der geliebte Mensch
diesen unbegreiflichen Weg gegangen ist.
Wie soll man damit umgehen?

Auch bei alkoholkranken Menschen
gibt es häufig Selbstmordversuche und Selbstmorde.

Wir Angehörigen können nur erahnen,
wie tief das betroffene Familienmitglied
bereits "gesunken" sein mag,
wenn ihn die Verzweiflung zu diesem Schritt treibt.

Das Wissen um die Sucht befreit uns trotzdem nicht
vor der quälenden Frage, warum es geschah.

Mit dem Trinken aufzuhören,
erscheint uns doch viel leichter,
als sich das Leben zu nehmen!

Offenbar ist es doch nicht so einfach, wie wir glauben.

Die Psyche des Menschen ist sehr schwer zu begreifen.
Auch Psychologen stoßen hier an ihre Grenzen,
wenn Menschen in tiefe Depression verfallen.
Dennoch:
Wegzusehen oder es einfach zu ignorieren,
dass mit dem anderen ganz offensichtlich
"etwas nicht stimmt",
ist zwar bequemer -
aber können wir uns das leisten?
Wer weiß, irgendwann könnte es uns selbst
so ergehen und wir wissen keinen Ausweg mehr...
In einer Welt, in der keiner mehr dem anderen zuhört,
in der bereits Tränen in der Öffentlichekeit
als extrem peinlich empfunden werden,
in der gefälligst jeder seine Schwierigkeiten
besser für sich behalten sollte,
ist es kein Wunder,
dass sich viele vollkommen verlassen fühlen
mit ihren Problemen und Krankheiten
und sich in eine Art von Vertuschungstaktik flüchten,
nur um sich nicht zu blamieren
und die Achtung der anderen zu verlieren.

Wir, das Umfeld, müssen uns wieder dafür öffnen,
dass Probleme erzählt werden dürfen,
dass von Krankheiten und Schwierigkeiten
wieder berichtet werden darf,
ohne gleich als Schlappschwanz oder Heulsuse
abgesptempelt zu werden
und dass wir endlich wieder anfangen,
ehrlich zuzuhören und aktiv zu helfen,
wenn unser Nachbar, Kollege, Azubi
oder gar ein Familienangehöriger oder der Partner
mehr oder weniger offensichtlich Hilfe benötigt.
Als erster Schritt ist es wichtig,
den anderen zum Erzählen der Probleme zu ermuntern,
Beistand und Hilfe in Aussicht zu stellen
notfalls mit Unterstützung von Fachstellen.

Natürlich gehört dazu einige Überwindung und Mut,
sich den Problemen seines Nächsten zu stellen
und sich darauf einzulassen
in einer Zeit, in der jeder denkt:
"Was geht mich das an?"
"Da misch ich mich nicht ein!"
Es geht uns alle an!
Menschliche Grundregeln im Miteinander
die eigentlich selbstverständlich sein sollten...

Wenn jeder von uns nur ein klein wenig hellhöriger,
aufmerksamer und verständnisvoller werden könnte,
wäre dies schon ein großer Schritt in Richtung Nächstenliebe!

Man muss nicht unbedingt einer Kirche angehören,
um dies zu verstehen und - zu praktizieren!
Weg vom "ICH" hin zum "WIR"
WIR alle haben es nötig!
Eure

Marie-Therese

Dienstag, 3. November 2009

Die Rückkehr


Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Korkey

Und was jetzt?
Wieder hat die Liebe kapituliert!

Die Rückkehr zum geliebten Trinker –
ein echter Rück-Schritt!

Für Deine und seine Entwicklung - weg vom Alkohol.

Warum?
Wenn Du ihn doch so liebst und ihm von Herzen
allzu gerne seine Versprechen glauben willst...

Wenn Du ihm kein echtes Ultimatum stellst,
säuft er weiter.

Er, der Dir erzählen will,
er könne aus eigener Kraft
und jederzeit mit dem Alkohol aufhören, einfach so.
Er kennt deinen wunden Punkt nur zu genau - deine GEFÜHLE!

Wie sich dann verhalten?
Seinen Beteuerungen glauben,
um ihm die nötige Zuversicht zu geben?

Ihm heimlich das Misstrauen aussprechen?
Wozu dann Deine Rückkehr?
Da hättest Du gleich bleiben können,
wo Du warst – besser getrennt von ihm!

Doch Du hast es nicht ertragen,
ohne dieses ewig „große Ziel“,
ihn irgendwann doch trocken zu kriegen,
weiter zu leben.

Deine eigenen Ziele
hast Du schon vergessen, aufgegeben...

Wie oft bist Du schon zu ihm zurück gegangen?
Wie oft hat er Dir all die Märchen schon erzählt,
von wegen Aufhören und
mit Dir ein neues Leben anfangen...

Und Du hast es ihm geglaubt,
weil du ihn noch immer liebtest,
um einige Zeit später zu erkennen,
dass er sein Versprechen gar nicht halten konnte,
weil er krank ist, suchtkrank.


Diesmal schafft er es, sagt er.
Es ist ihm ja so ernst damit!

Was glaubst Du wirklich?
Tief drinnen nagen heimlich bittere Zweifel,
und Du siehst ihm in die geliebten Augen,
die Dich flehentlich anschauen,
und sich mit ihrem Blick an Dich heften,
so, als wäre er ein Ertrinkender
der sich an Dich klammert,
Du, seine RETTERIN?
Ohne die er untergeht?

Blödsinn!

So schnell geht es nicht.
Säufer sind zäh.
Sie trinken oft Jahrzehnte
völlig allein auf sich gestellt
und brauchen dazu
- niemand!


Du willst ihm helfen?
Das Schwierigste überhaupt!
Und wofür?
Für EURE ZUKUNFT?
Wie wird sie aussehen, diese Zukunft?

Laien können schwer nachvollziehen,
was Trinker wirklich wollen und brauchen.
Was sie eigentlich dazu bringt,
ständig zu saufen.

Gerade diese liebenden Frauen
können aus Säufern
keine Abstinenzler zaubern.
Das funktioniert nicht.

Das Gefühl, die Liebe,
stehen dabei im Wege!

Sie stören und verfälschen den objektiven Blick
für den kranken Alkoholiker und dem, was er tut.
Die "rosarote" Brille übersieht die wesentlichsten Dinge.

Gefühle gegen Verstand - Herz gegen Vernunft.

Das Gefühl wird weinend siegen,
und der Säufer lacht dazu!

Und er akzeptiert Dich nicht als seine Therapeutin -
pah, wie sollte das auch gehen?

Sich so bloß zu stellen vor Dir! Niemals!
Nur ein Psychologe für Suchtkrankheiten
kann ihm helfen.

Er "knackt" den Säufer, bringt ihn dazu,
in sich selbst hineinzuschauen,
in die verhassten Ecken seiner Psyche zu stöbern,
bis es verdammt weh tut,
bis er erkennt, warum er trinken muss.

Nur so geht es.

Das schaffst Du nicht, mit Deiner lächerlichen Liebe!
Deiner kindischen Anhänglichkeit!
Das haben schon Legionen liebender Frauen
vor Dir versucht und sind gescheitert!

Denn wir Frauen sind zu weich,
zu verständnisvoll,
zu nachgiebig,
zu wankelmütig,
schnell weich zu kochen,
herumzukriegen.

Ein Lächeln, ein Blinzeln,
den Kopf schief legen,
wie ein treuer Schäferhund,
sich einschmeicheln,
Dich zum Lachen bringen,
Dich wärmen, wenn du frierst...
Dich zärtlich zu küssen,
wenn auch mit gehaltvoller Fahne,
die wir bereits gewöhnt sind,
die uns nichts mehr ausmacht,
die irgendwie „zu ihm“ gehört.

Tricks eines Alkoholabhängigen!
Deine Schwächen sind eine Gelegenheit,
eine "angelehnte Tür" für ihn.

Deine scheinbare Strenge,
die er nur allzu schnell ins Gegenteil verkehrt,
Unsicherheiten, die er für sich einzusetzen weiß,
um wieder genau das zu bekommen,
was er (noch) braucht,
nachdem ihn so gelüstet,
viel mehr als nach Dir und Deiner Gefühlsduselei.

Deine stümperhaften Versuche,
ihn trocken zu kriegen.
Bedrohlich sind sie letzten Endes für ihn.
Nichts anderes.

Fast so, wie für einen Fisch, der einen Landgang machen soll.
Das kannst du nicht verlangen!
Du nicht!

Dir bleibt nur eins:
Dir die Master-Frage zu stellen:

Kann ich ohne ihn leben,
wenn er NICHT aufhört zu trinken?

und...

...kann ich MIT ihm weiterleben,
wenn er so WEITERTRINKT?

Stelle sie Dir bald, diese beiden Fragen.
Sie sind die wichtigsten Fragen in Deinem Leben,
bevor es ungenützt an Dir vorbeiläuft,
und wie Wasser durch Deine Finger rinnt...


Deine Marie-Therese

Montag, 2. November 2009

Stade Zeit?

Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Angelina Ströbel


Wo ist sie nur?

Die Vorweihnachtszeit, bei uns in Bayern liebevoll
"stade (stille) Zeit" genannt,
wird zur wahren Chaos-Zeit!
Dass uns diese jährliche, krankhafte Hatz nach Geschenken
schon lange zu weit geht,
darüber sind sich die meisten einig.
Angesichts von steigender Armut und Hartz IV.
hat sie einen bitteren Beigeschmack bekommen,
diese Kaufwut vor Weihnachten.

Denn hinter dem Gedanken, etwas schenken zu müssen,
steckt
eigentlich der heimliche Wunsch
endlich selbst mit einem "ulimativen" Geschenk
bedacht zu werden.
Etwas, das sich schlecht benennen läßt,
etwas, auf das man schon so lange gehofft hat...

Was es genau ist, wissen wir oft selbst nicht.
Tatsache ist, dass uns nach der Bescherung
eine eigenartige Leere beschleicht,
selbst dann,
wenn der Gabentisch reichlich ausgefallen ist...

Das Herz blieb beim Schenken nicht selten draussen.
Warum fühlen wir uns plötzlich wieder als Kind,
dessen Wunschzettel niemand gelesen hat?

Kann es sein, dass wir nur deshalb so enttäuscht reagieren,
weil unser innigster Wunsch auch diesmal
nicht erfüllt wurde?
Was wünschen wir uns wirklich?
Ernst genommen, beachtet, gemocht,
geschätzt, gebraucht zu werden -
das kann mit keinem noch so tollen Geschenk
aus dem
angesagtesten Laden der Stadt
aufgewogen werden!

Denn die gekauften Geschenke stammen
aus der "äußerlichen", materiellen Welt,
die nur deshalb nach Besitztümern strebt,
weil ihr die inneren Werte - die Liebe - fehlt...

Wir, die das verstanden haben,
könnten doch jetzt
den Anfang machen,
könnten schon mal bewußt abrücken
von diesem Wahn, diesem irrwitzigen Streben
nach wertlosem Besitz,
der uns wieder nur leer und einsam zurückläßt.

Die "echte" staade Zeit sollte eigentlich
ganz andere "Geschenke" ankündigen.

Geschenke, die nichts kosten und dennoch so wertvoll sind:
Einmal bewußt zuhören, was der andere erzählt, oder

im Einvernehmen still beieinander sitzen
und einmal nicht dazu fernsehen.

Jemand "wildfremdes" auf der Strasse, im Bus, anlächeln.

Einander in der Familie herzlich in den Arm nehmen,
ganz ohne besonderen Grund.

Fragen, ob man was helfen kann,
wenn andere schwer tragen.

Solch scheinbaren Kleinigkeiten
werden zu echten Kostbarkeiten
im menschlichen Miteinander.
Und - warum warten?
Diese "Liebes-Gaben" kann man sich schon jetzt schenken,
in der "staden Zeit" und ihr damit etwas Wertvolles geben.

Wollen wir es in diesem Jahr einmal probieren
und unser Herz bereit machen,
um sie zu verschenken,
die echten Kostbarkeiten?

Eure Marie-Therese