Mittwoch, 11. November 2015

Barrieren - das Buch

Buch von Marie-Therés Marquart


Barrieren
Leben mit der Sucht anderer


Warum habe ich dieses Buch geschrieben und wovon handelt es?

Zum Titel:

Ich habe die Alkoholsucht meiner Partner stets
als eine unüberwindliche Barriere in meinem Leben empfunden.
Eine echte Lebens-Barriere,

die vor all dem aufgebaut war,
was mir in meiner Partnerschaft
und für unserer kleine Familie so wichtig gewesen wäre:
Liebe, gegenseitiges Vertrauen,
Geborgenheit, Zusammengehörigkeit -
und vor allem: Zukunft!
All das hat die Alkoholkrankheit
meines damaligen Partners und Vater meiner Kinder
durch sein Trinken bereits im Keim erstickt.

Die Sucht stellte für mich immer
eine unüberwindbare Barriere dar -
denn sie verhinderte einfach alles,
was eine Partnerschaft, Ehe und Familie im Grunde ausmacht.

Warum schreibt jemand?

Den Vorgang, das, was man erlebt
und einen innerlich stark bewegt hat,
einfach aufzuschreiben,
kennt man ja schon seit Erfindung des Tagebuchs.
Bereits beim Schreiben geschieht schon
die Aufarbeitung all der dokumentierten Erlebnisse,
und mann kann später,
aus einem gewissen Abstand heraus,
noch einmal alles nachlesen und überdenken.
Sozusagen ein „Selbstlerneffekt“ für das weitere Leben.

Damals, als ich übervoll war
von verwirrenden Emotionen
und Sklave meiner ständigen Richtungsänderungen,
was meinen Lebensplan insgesamt
und meine Beziehung zu meinem neuen Partner, Bernd,
im einzelnen anging,
erhielt ich den Rat eines Suchttherapeuten,
mich einfach hinzusetzen
und meine Erfahrungen
mit früheren und jetzigen,
süchtigen Partnern als meine "Story"
aufzuschreiben.
 Dies würde helfen, mir darüber klar zu werden,
was ich eigentlich von meinem Leben
und von meinem Partner erwartete,
und welchen Weg ich in meinem weiteren Leben
einschlagen wollte und um ein besseres Gefühl
dafür zu entwickeln,
was für mich gut oder eher schädlich sein würde.

Sie werden jetzt denken:

„Aha, sie schreibt sich ihren Seelenmüll vom Leib
und wir sollen ihn nun lesen?“

Ja! Ich würde mich sehr freuen,
wenn gerade Sie mein Buch lesen!

Um mit mir das zu teilen,
was ich erlebt habe,
und vielleicht dadurch
Parallelen zu ihrem eigenen Leben
oder zu ähnlichen Geschehnissen
in Ihrem persönlichen Umfeld zu ziehen.

Vielleicht könnten auch Sie
Nutzen daraus ziehen,
aus dem, was ich in meinem Leben geändert
und verbessert habe.

Deshalb habe ich mein Buch Barrieren geschrieben
und mich fast zehn Jahre lang
intensiv um die Veröffentlichung bemüht.

Endlich habe ich einen Weg gefunden,
um Ihnen meine Lebensgeschichte zu erzählen:
Endlich kann man "Barrieren"
als richtiges Buch im Handel kaufen!

Mein lang erstrebtes Ziel ist erreicht und ich bin stolz darauf!

Der Vorgang des Schreibens alleine diente nicht allein dazu,
mir alles Erlebte einfach nur so von der Seele zu schreiben;
Sondern es war schon auch darauf zu achten,
dass der Stoff interessant geschrieben war
und einen Unterhaltungswert bekam,
denn wer will schon einen trockenen Tatsachenbericht lesen?

Barrieren ist nicht womöglich eine Aufzählung von
schrecklichen, traumatisierenden Ereignissen.
Barrieren ist aber auch kein seichter Unterhaltungsroman,
den man nach einigen Stunden Lesens
wieder vergessen hat.

Barrieren soll "Spuren" im Verständnis des Lesers
hinterlassen und Denkanstöße geben.
Es soll Menschen öffnen für Schicksale wie meines,
Verständnis bringen für Frauen wie ich es bin,
die Hilfe und Unterstützung von uns allen
dringend benötigen,
statt Menschen, die wegsehen und sagen:

"Was geht mich das an?"

So erzähle ich in meinem Buch
wie ich einer guten Freundin erzählen würde.
Ihnen, lieber Leserin - und vielleicht auch Ihnen, lieber Leser,

Erleben Sie ein Stück meines Lebens mit
und vielleicht ziehen Sie sogar Nutzen daraus,
finden Parallelen zu Ihrem eigenen Verhalten
oder das Ihres nächsten Mitmenschen,
oder können zumindest nachempfinden,
was in solchen Menschen vorgehen mag

und warum sie so handeln.

Meine geschilderten Erfahrungen und Erlebisse
erwiesen sich als sehr hilfreich für andere Angehörige
von Alkoholikern und fanden bereits viel Anerkennung
von Fachleuten, die mit der Thematik gut vertraut sind
und viel davon verstehen.

Auch aber nicht nur deshalb möchte ich Ihnen
mein Buch ans Herz legen.

Zwar mag meine autobiographische Erzählung,
die hauptsächlich von Sucht-Partnerschaften erzählt,
auf den ersten Blick nur für jene interessant erscheinen,
die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden.

Doch als Lesestoff richtet sich Barrieren
speziell an uns Frauen,
die wir leider oft dazu neigen, zu bemuttern,
uns im Übermaß „zu kümmern“
und dabei viel zu viel Verantwortung zu übernehmen
für die, die wir lieben.

Was liegt denn näher, als sich um „Kranke“ zu sorgen,
was Alkoholiker im Grunde genommen sind.
Nur, es handelt sich hierbei um eine sehr komplizierte Krankheit,
die denen, die aktive Alkoholiker betreuen, alles abverlangt.
Denn sie fordert mehr als nur rein pflegerisches Können.

Alkoholismus ist wie jede Sucht eine sehr schwierige Krankheit.
Trinker suchen sich aufgrund ihrer Sucht gezielt Menschen,
die dazu neigen, anderen sehr gerne helfen
und bereit sind, zu viel Verantwortung für andere zu übernehmen.
Mit der Zeit schaffen sie es, ihre Partner gezielt und dauerhaft
zur Verwirklichung und Unterstützung ihrer Sucht "einzuspannen".

Dies geschieht auf sehr subtile Art
und ihr Verhalten wird den Betroffenen selten bewusst.

Gerade wir Frauen,
die wir von Natur aus harmoniebedürftig sind,
lassen uns schnell vor diesen „Karren“ spannen.

Wir werden „co-abhängig“!


Süchtige und Frauen mit diesem sogenannten „Helfersyndrom“
passen zueinander wie zwei Puzzleteile!
Sie ergänzen sich!
Das mag auf den ersten Blick schön klingen,
nimmt aber im Laufe der Jahre einen fatalen,
völlig gegenteiligen Verlauf für beide Beteiligten!

Der aktive Säufer kommt nicht los vom Suff –
denn es werden ihm keine Grenzen gesetzt - im Gegenteil!
Die „helfende“ Partnerin kommt nicht los vom Säufer.
Sie möchte ihn trocken kriegen, ihn "retten".
So können sie nicht miteinander -
aber auch nicht ohne einander leben!

Dieses Muster erkennen wir häufig nicht!
Was das wirklich bedeutet,
wird uns oft erst nach Jahren
oder einer fachlichen Aufklärung
durch einen Arzt oder Therapeuten
bewusst, wenn die gegenseitige Zerstörung
bereits weit fortgeschritten ist.

Woher hätte man das auch wissen sollen?
Niemand hat uns das gesagt!
Keiner spricht über solche Sachen!
Nicht mal im Fernsehen bringen sie was darüber!

Und es ist ein Thema, das viele Mißverständnisse in sich birgt!

Ein heißes Eisen!

Kein Wunder, dass niemand es anfassen will, oder?
Und - wenn überhaupt – so ist immer nur der Süchtige im Brennpunkt des Interesses,
nicht aber seine Angehörigen, die tagtäglich mit ihm umgehen
und dabei ihr eigenes Leben dabei mehr und mehr vernachlässigen,
in großer Sorge um den ständig Betrunkenen an ihrer Seite.

So oder so ähnlich ergeht es aber vielen Frauen!
Doch wer kümmert sich um die, die sich kümmern?

Warum, so frage ich Sie, kümmern wir uns eigentlich
nicht selbst um uns?

So wie die uns allen so geläufige Werbung, die uns auffordert,
etwas für uns selbst zu tun, weil wir uns das doch wert wären?

Und: wir hätten es dringend nötig, glauben Sie mir!
Wenn auch Sie vielleicht eine "helfende Angehörige" eines
aktiven Alkoholkers sind:

O.k! Tun Sie was für sich! Packen Sie die Gelegenheit beim Schopf!
Gehen Sie unter Menschen – besuchen Sie eine der vielen,
tollen Selbsthilfeorganisationen, die auch Angehörige betreuen.
Dort können Sie sich endlich aussprechen, über Ihre Situation reden,
ohne verheimlichen, beschönigen und sich verstellen zu müssen.

In meinem Buch Barrieren erzähle ich,
wie es mir ergangen ist
und wie ich den Weg „nach draußen“ fand.

Ich habe so viele wertvolle Jahre
im Elend einer Säuferehe vergeudet,
ohne zu wissen,
wie ich mich richtig verhalten hätte.

Ich habe immer nur ausgeharrt
und sinnlos auf Besserung gewartet,
weil niemand da war, der mich aufgeklärt hätte.

Ich habe viele Fachbücher über Alkoholismus gelesen,
die mich zwar lehrten,
dass es sich um eine schwerwiegende Krankheit handelt,
die zuerst das Gehirn und anschließend den Körper des Süchtigen
systematisch vergiftet und schließlich zerstört.

Doch – was hat es mir selbst genützt?
Klar – ich war ein Stück klüger in Bezug auf die Krankheit "Alkoholismus" -
aber auch ein gutes Stück verzweifelter in meiner Aufgabe als Angehörige.

Doch in Bezug auf mich stand ich nach wie vor am Anfang.

Schlimmer noch:
Nun kam mir meine Situation noch auswegloser vor,
da ich mir klar darüber wurde,
dass die Zukunft mehr als düster aussah
für meinen süchtigen Partner
und somit natürlich auch für mich selbst.
Eine Tatsache, die mich nur noch heftiger
in mein übersteigertes Verantwortungsgefühl
meinem süchtigen Partner gegenüber hinein trieb!

Hätte ich damals ein Buch in die Hände bekommen,
dass sich speziell an mich,
die Angehörige eines Süchtigen wendet,
wäre mir damals bestimmt manches klar geworden!

Und:
Eine Selbsthilfegruppe, die mir rechtzeitig gesagt hätte,
welche Chancen ich als Angehörige gehabt hätte,
anstatt immer nur auf die Nüchternheit
meines Alkoholiker-Partners zu warten,
hätte mir einige Jahre meines trostlosen Lebens erspart.

Ich konnte ja nicht wissen,
wie aussichtslos mein Warten in Wirklichkeit war.
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich immer zuletzt!
Wir Angehörigen leben auf unserer „Sucht-Insel“
mit unserem abhängigen Partner.
Man weiß zwar „da draußen“, dass es uns gibt -
doch niemand will "anlegen"
an unserem Strand der Hoffnungslosigkeit,
Traurigkeit und Zukunftslosigkeit!

Und nicht selten haben wir
Hilfe auch aggressiv abgelehnt
und sind in unserem falschen Stolz
lieber alleine geblieben mit unserem Elend.
So bleiben wir abgeschnitten vom Rest der Welt,
bestenfalls mit unserem Spezialwissen
um die Krankheit Alkoholismus,
ohne Aussicht auf Besserung – oder?

Und wenn es eine echte Hoffnung gäbe,
wie sähe die dann aus?
Wer könnte uns da heraushelfen –
uns und unserem alkoholkranken Partner,
wenn er doch eines Tages
ernsthaft aufhören würde mit dem Trinken?

Der einzig richtige Weg da heraus ist,
sich zu informieren darüber,
was wir wirklich tun können
– außer immer nur stumm und tatenlos abzuwarten...

Lesen Sie deshalb Barrieren - meine Geschichte!

Dann erfahren auch Sie, wie wir beide,
mein neuer, alkoholkranker Partner und ich,
herausgefunden haben!

Das symbolhafte Titelbild - was stellt es dar?
Die Frau mit einem Kind an der Hand...
(wobei es natürlich auch mehrere Kinder sein könnten),
Sie ist gerade dabei,
der Alkoholhölle zu entfliehen.
Das Kind hat den hellen Ausgang oben rechts
schon gefunden und zeigt auf aufgeregt hin;
seine Mutter hat den "Ausweg"
erst in diesem Augenblick wahrgenommen.
Zögernd geht sie gemeinsam mit ihrem Kind darauf zu.

Die Darstellung steht als Sinnbild dafür,
dass auch ein solcher,
scheinbar leicht zu gehender Weg
in ein neues, unbelastetes Leben
keinesfalls einfach sein muss.
Die "Tür" nach draußen
kann oft erst nach Jahren
bewusst und gezielt durchschritten werden.
Kinder sehen dies in ihrer Spontanität oft sehr viel früher
als wir Erwachsenen, die uns an so vieles gebunden fühlen,
die vieles unnötig komplizieren.

Darum sollten wir öfter auf unsere Kinder hören!

Link zur Bestellung bei
Literatur-Depot:

Barrieren - Leben mit der Sucht anderer

oder seit kurzem auch auf Amazon!

Viele weitere Informationen und nützliche Tipps

für Angehörige von Alkoholikern finden Sie hier in meinem Blog:



Sonntag, 25. Oktober 2015

In Gedanken will ich gehen..



Quelle: M.T. Marquart



In Gedanken will ich längst gehen...
hab's 100 Mal im Kopf geprobt.

Blicke in dein Gesicht,
als würde ich dort nach Zeichen suchen,
auf einen Wink von dir warten,
der mir sagt:
Dann geh doch!

Was hält mich?
All die vielen kleinen Wurzeln,
die meine Seele
hinüber hat wachsen lassen zu dir.

All die schönen Momente, 
die sich in meinem Herzen eingebrannt haben,
und unlöschbar mit dir und meiner Liebe zu dir
verbunden sind...
wie ein Stempel, der sich mir für immer
aufgedrückt hat.

All die Tränen,
die ich um deinetwillen,
um unsretwillen vergossen habe,
in der Hoffnung,
sie könnten die beschmutzten Seiten
unserer vertrackten, verfahrenen Beziehung,
rein waschen,
damit wir wieder von vorne beginnen,
all die Verletzungen, die wir uns gegenseitig zugefügt haben,
vergessen könnten,
und uns wieder lieben können,
so, wie damals, als wir uns ganz neu begegnet sind.

Alles schien für uns möglich,
die Welt stand uns offen,
jede Stunde, jeder Tag gemeinsam,
war kostbar für uns wie ein Diamant.
Wie in dem Lied
"Shine, like a Diamond!"
so war unsere Liebe.

Nichts von alle dem, ok...
nicht mehr viel davon,
ist übrig geblieben.

Du kennst mich,
ich kenne dich,
viel zu gut.

Es gibt nichts Neues mehr zu entdecken.
Die Tage sind einer wie der andere,
sie laufen an uns vorbei.
Wir laufen vor einander weg.

Keiner hat dem anderen mehr was mitzuteilen,
nichts von Belang, nichts von Tiefgang.
Hat doch alles keinen Sinn mehr...
klingt es bitter in mir,
immer wieder.

Ich Gedanken will ich längst gehen,
doch mein Herz singt:

Bleib!

Und so gebe ich unserer Liebe
noch eine weitere Chance...
Und mein Herz sagt: Ok.... vielleicht...?

Und ich blicke in deine Augen,
etwas in ihnen signalisiert mir:
Es ist noch nicht zu spät!
 Ich glaube, es heißt:

Bleib!

                                           
                                                                  
                                               M.T. Marquart


 


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Das Leben ist ein ständiger Wandel

Quelle: M.T. Marquart - Abendstimmung am Wasser

Die wohl einschneidenste Erfahrung,
die Menschen machen müssen,
ist die, dass im Leben nichts von Dauer ist.

Schon das Kleinkind erkennst du,
wenn sich dein Umfeld und die Anforderungen an dich ändern.
Wenn dir erste Grenzen gesetzt werden.
Du hast mit Trotz und Tränen reagiert.

Wir wollen instinktiv alles festhalten.
Sich zu trennen, ist schwer.
Sich zu ändern und anzupassen, ist hart.

Unser Leben ist eine Aneinanderreihung
von einzelnen Lebensabschnitten.
 Immer, wenn ein Abschnitt zu Ende geht,
ist es einesteils spannend, 
sich auf Neues einzulassen.
 Im Rückblick aber sind wir traurig.
Denn gleichzeitig müssen wir dafür
endgültig etwas hinter uns lassen.
Es kommt nie wieder.

Das eine ist der Preis für das andere, das Neue...

 Selbst wenn du einsiehst,
dass es jetzt und gerade in dieser Situation
das Beste ist, die Veränderung anzunehmen,
ist es trotzdem schwierig,
sich darauf einzulassen.

Dazu gehört vor allem auch,
sich z.B. von einem Menschen zu trennen,
der nicht gut für uns ist.
In loszulassen, heißt, eine Lücke in unser Leben schlagen.
Die Lücke, die dieser Mensch vorher ausgefüllt hat,
heißt es jetzt, zu akzeptieren
und sie mit etwas auszufüllen,
was gut für uns ist.

Wir haben natürlich Angst vor dem, was danach kommt.
Wer kann das schon wissen?

Dankbar zurück zu schauen,
auf das, was wir hatten,
ist Balsam für unser Herz,
das bang dem entgegen zittert,
was kommt.
 
Das Leben ist ein ständiger Wandel.
Ohne Wandel - kein Leben!
Ohne Schatten - kein Licht.

Tröstlich zu wissen, 
dass wir nicht alleine sind im Leben.
Wir sind ständig unter der Obhut der höchsten Allmacht,
dem All-Einen, der über alles wacht,
der alles lenkt und steuert.

Uns kann nichts geschehen.

In diesem Wissen können wir uns jeden Tag
in seine Hände begeben.
Wohl und sicher dem entgegenstreben,
was das Leben für uns bereit hält.
Das ist nicht etwa nur so dahingesagt...
dahin geschrieben...
Weil es sich so gut anhört.

Es ist tatsächlich so.

Wir müssen uns nur darauf einlassen,
uns täglich sagen:
"Gott! Ich gebe mein Leben in Deine Hände!
Du wirst wissen, was gut für mich ist!"

Vertrauen wir ihm,
so, wie wir unserer Mutter, unserem Vater
als Kind vertraut haben.


Und alles wird gut.


                                                      Eure M.T. 

 
 




 


 





Montag, 24. August 2015

Suchtgefahren erkennen

Quelle: Pixelio - Fotograf: Jorma Bork

Vom ersten Augenblick des Lebens an sind wir ständig Gefahren ausgesetzt. Der erste Atemzug will bereits richtig genommen werden. Er entscheidet schon über den guten oder eher schwierigen Start, möglicherweise endet hier schon wieder das neue Leben, das doch gerade erst beginnen sollte, wieder.

Nahezu während jeder Minute unseres Erdendaseins kämpft unser Körper gegen tausend Widrigkeiten und Anfeindungen. Wir selbst spüren nichts davon. Möglicherweise sind wir halt mal "nicht so gut drauf", wie gewohnt. Das soll auch so sein. Wir wären mit unserem Tagesbewusstsein vollkommenen überfordert, müssten wir all die kleinen und großen Abwehr-Kriege bewusst steuern. Garantiert liefe alles schief und bevor wir lange nach einer Lösung suchten, stünden wir bereits am Abgrund des Todes.

Gott hat uns von Geburt an sehr gut ausgestattet. Der "Raumanzug", in dem wir zeitlebens stecken, schützt uns auf geniale Weise und macht es uns möglich, lange in diesem von Gefahren gespickten Umfeld Erde dauerhaft zu überleben.

Warum tun wir dann aber so wenig für unseren Körper? Verlassen uns auf den "Automatismus" und erwarten ganz selbstverständlich, dass er funktioniert, egal, was und wieviel wir ihm tagtäglich  zumuten? Ja. Und auch das ist richtig und normal. Müssten wir uns ständig Sorgen machen darüber, ob alles da drin richtig abläuft, könnten wir nicht mehr frei und unbelastet unser Leben leben. Natürlich gibt es einige Zeitgenossen, die sich zu sehr mit dem Thema "Krankheiten" beschäftigen. Mit zunehmenden Lebensjahren vermehren sich die Zipperlein und der Gedanke daran, wie man sie wieder loswerden könnte, nimmt mehr und mehr Raum im täglichen Leben ein.

Warum aber werden wir süchtig? Warum setzen wir unseren Körper bewusst schädlichen Substanzen aus? Was treibt uns dazu? Wieso ist der eine gar nicht, der andere wieder stark gefährdet, einer Sucht zum Opfer zu fallen? 

Diese Fragen füllen einen ganzen Wissenschaftszweig. Viele, viele Ratten haben dafür als Probanden Alkohol getrunken, die einen freiwillig, die anderen bekamen nichts anderes, damit sie zwangsläufig süchtig wurden. Jahrelang hat man in dieser Richtung geforscht und viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Fakt war, dass manche Ratten Alkohol tranken, und trotzdem NICHT SÜCHTIG WURDEN. Andere wiederum kamen nur kurz mit Alkohol in Berührung und konnten nicht mehr davon loskommen.

Diese Studien waren beispielhaft für den Menschen. Auch hier finden wir die, die sich ab und zu einen über den Durst genehmigen, deshalb aber noch lange nicht abhängig werden. Und andere wiederum trinken verhältnismäßig weniger und werden schnell abhängig, wollen immer weiter und immer öfter und immer mehr Alkohol zu sich nehmen. Sie kommen aus eigener Kraft nicht mehr los davon.

Erwiesenermaßen ist es aber doch so, dass Kinder keinesfalls Alkohol zu sich nehmen dürfen. Der junge Körper "merkt" sich sofort die Substanz und entwickelt im Gehirn die Bereitschaft für entsprechende Reaktionen. Die Schaltstellen werden jetzt schon angelegt. Der spätere Erwachsene wird schneller abhängig werden und schlechter wieder davon loskommen, als Kinder, die niemals Alkohol bekommen haben. Ein von uns als "harmlos" eingestufter Schluck Sekt oder Bier immer wieder verabreicht, bildet bereits den Grundstock für den späteren, schnelleren Griff zur Flasche.

Ich habe in meinem Umfeld festgestellt, dass die, die später richtige Trinker wurden, schon als Kinder Liköre, Schnaps und regelmäßig Bier entweder heimlich tranken oder offen zu trinken bekamen. Niemand dachte sich was dabei und manch einer lachte auch noch über die Grimassen, die Kinder schneiden, wenn sie das erste Mal mit Alkohol in Berührung kommen. Ihr kleiner Körper schüttelt sich oftmals angewidert beim ersten Geschmackskontakt.

Die Auswirkungen hingegen sind gar nicht mehr lustig. Die, die es verschuldet haben, wollen später begreiflicherweise nichts mehr davon wissen.

Ist es wirklich nur ein Zeichen unserer Zeit,
dass unsere Jugendlichen so viel trinken?
Ist es nicht vielmehr der Ersatz für wichtige Gefühle wie Liebe
Verständnis und Zuwendung,
gerade in den frühen Erwachsenenjahren,
die sie nicht in dem Umfang bekommen,
so, wie wir damals?
Was soll aus einem jungen Menschen werden,
dessen Eltern nie Zeit für ihn haben,
weil sie ständig die finanziellen Mittel
zum täglichen Auskommen zu sichern haben, das heißt:
arbeiten müssen?

Welche Mutter kann es sich noch leisten, Zuhause zu bleiben?
Der neue Zeitgeist "züchtet" Kinderkrippen,
die wie Pilze aus dem Boden schießen,
in die bereits kleinste Kinder abgegeben werden,
damit deren Mütter Geld verdienen können.

Viele Kindergärtnerinnen sind verzweifelt,
wenn sie die nach der Mutter vor Sehnsucht schreienden Babys
nicht mehr beruhigen können.
Viele fragen sich, ob es eigentlich das ist,
was sie wollten, als sie den Beruf "Kindergärtnerin" erlernt haben.

Ich spreche nicht von den allein erziehenden Eltern,
denen, um nicht unterzugehen, nichts anderes übrig bleibt,
als ihr Kind schon früh in fremde Obhut zu geben.

Doch warum landen auch Kinder aus gesichertem,
finanziellen Elternhaus schon sehr früh in der Kinderkrippe?

Weil Mütter sich verwirklichen wollen/müssen?

Was verwirklichen sie denn, wenn nicht den Status,
Mutter zu sein?
Müssen Mütter unbedingt "auf Arbeit"?
Wissen sie denn nicht, was sie ihren kleinen Kindern,
die eigentlich noch Babys sind,
damit antun?

Ich frage mich besorgt: Ist das richtig und gut?
Bereits ein Baby in die Obhut fremder Leute zu geben?
Ist es nicht vielmehr ein gesellschaftliches Experiment,
das wir hier mit unserem Nachwuchs gestartet haben?
Welches "Lebensmodell" verfolgen wir damit?
Hat man nicht schon in der Vergangenheit
in anderen Kulturen erkennen müssen,
dass es nichts besseres gibt,
als die mütterliche Präsenz für ein kleines Kind?

Es gibt Grenzen.
Warum überschreiten wir sie?
Wir werden es erleben... später.... wenn es vielleicht zu spät ist...
Zerrissene Gemüter, chaotische Lebensführung,
nicht in der Lage, den richtigen Partner zu finden,
weil ihnen Partnerschaft im Zuhause nie richtig vorgelebt wurde.
Im Gegenteil.
Im stressigen Elternhaus
wird wesentlich mehr gestritten und debattiert.
Harmonie und Ausgleich sind die Ausnahme,
vor einem Hintergrund, in dem keiner zurückstehen,
jeder sich "verwirklichen" will/muss!

Dafür gibt's dann als Ersatzliebe und Ersatzuwendung für
Fernseher und PC-Spiele!

Wir sollten einmal alle gründlich darüber nachdenken,
ob dieser Way-of-Life der richtige Weg
für unsere zukünftigen Erwachsenen ist.

Lieblosigkeit, Unverständnis, und ein "Sichselbstüberlassensein"
sind der beste Nährboden für spätere, pubertäre Orientierungslosigkeit.
Beste Bedingungen und eine höhere Bereitschaft
zu frühem Kontakt mit Drogen und Alkohol!
Vor allem unsere Politiker sind hier gefragt,
ob es denn tatsächlich ein erstrebenswertes Ziel ist
dass Eltern gezwungen werden,
ständig Geld heran zu schaffen,
um Ihre Kinder zwar in "gesicherten Verhältnissen" großziehen zu können,
ihnen dafür aber die notwendige Zeit für eine von Verständnis und Liebe  geprägte Erziehung mit der notwendigen Geborgenheit, Zuwendung, und behütenden Kontrolle vorzuenthalten.

Wie, so frage ich mich,
sollen aus ständig herum geschubsten Kindern
später verantwortungsvolle, entscheidungsfähige Erwachsene werden,
die in der Lage sind, all die Probleme,
die wir Älteren zum jetzigen Zeitpunkt leichtfertig schaffen,
zu bewältigen?

Mag dies auch altmodisch klingen,
sich Vorbilder aus früheren Zeiten zu nehmen,
es waren nicht die schlechtes Lebensmodelle.

Ich hoffe, dass wir irgendwann wieder darauf zurückkommen werden.

Eure Marie-Therese








Freitag, 27. Februar 2015

Neues Jahr - neue Chancen

Foto M.T. Marquart


Kennt ihr das?
Das neue Jahr hat begonnen,
schneller, als man es sich versieht.

Der Weihnachtsrummel ist vorbei.
Es kehrt wieder Ruhe ein.
Für mich kommt erst jetzt
die wirklich "stade Zeit",
die Zeit, in der noch keine Vögel singen,
in der es noch kalt und starr ist,
der Winter die Landschaft noch fest im Griff hat.

Alles scheint noch jungfräulich
und ist noch nicht geboren.
Die Natur verbirgt noch ihre Schätze,
sie schläft...

Auch für mich ist diese Zeit
immer ein Stillhalten gewesen.
Ein Abwarten...

Warten auf den Frühling - 
meine Lieblingsjahreszeit!

Und dann...
plötzlich kann man sie hören,
die Vögel am Morgen.

Voran der Troubadur unter den heimischen Vögeln:
Die Amsel!

Herrlich wie sie sich ins Zeug legt,
wie sie aus stolz geschwellter Brust tiriliert,
ihre Sequenzen ständig ändernd,
keine ist wie die vorherige...

Ein Ohrenschmaus, 
wenn man das Morgengeplärr
aus dem Radio ausmacht.

Dann weiß ich genau,
dass das neue Jahr erst jetzt anfängt,
wenn die Natur ihre Vogelstimmen hören läßt.

Mag man mich sentimental nennen,
das inbrünstige Lied der Amsel
hat mir schon mal Tränen in die Augen getrieben,
so sehr hat mich die Leidenschaft,
mit der sie singt, angerührt.

Ist das kindisch?
Nein, das ist die Ehrfurcht vor der Natur,
die uns Gott geschenkt hat,
und die wir doch so mit Füßen treten,
trampelnd durchs Leben,
Hauptsache:

WIR!

Aber doch ist es so:
Jedes noch so unscheinbare Lebewesen,
ganz gleich wo es leben mag,
auf Bäumen, in den Wäldern,
in den Äckern oder Wiesen,
ist ein kleiner Schatz,
ein Universum für sich,
in dessen Körper ein kleines Herzchen
wie durch ein Wunder schlägt,
und das seinen vorbestimmten Weg
auf dieser Welt macht,
nichts ahnend nach welchen Gesetzen,
seine ihm durch die Natur auferlegten Pflichten erledigt.

Wie nennen es "Instinkte".

Wir haben überhaupt für alles eine "Fachbezeichnung".
Und damit scheint es abgetan.
Wie wissen, was es damit auf sich hat und - basta!
Wozu noch nachdenken,
darüber und weshalb und wieso...
 
Dabei vergessen wir das kleine Wunder,
das uns durch das Vorhandensein
des allerkleinsten Käfers,
geschenkt wird.

Erst, wenn es keine Käfer mehr gibt,
fangen wir an, darüber nachzudenken.
Dann ist es zu spät...

Der Allmächtige,
der all das auch für uns erschaffen hat,
und den wir "Gott" -
oder vielleicht auch anders -
bezeichnen,
steckt in jedem Lebewesen - 

auch in uns.

Das ist kein hochgestochenes Geschwafel - 
es ist tatsächlich so.

Jeder, der schonmal ein Herz
in einem offenen Brustkorb
hat schlagen sehen,
begreift dieses Wunder:

L E B E N !

Es ist kostbarer als jeder Diamant!
Kostbarer als jeder Tresor voller Papiergeld,
kostbarer als jedes Grundstück
und kostbarer als das teuereste Auto auf dieser Welt.

Dies alles ist Schrott und unbedeutend,
im Vergleich dazu, was LEBEN heißt.

Frag den, der im Sterben liegt,
und er kann es dir bestätigen!

Drum lass das Leben
nicht einfach achtlos an dir vorbeirauschen,
als wäre es eine Autobahn...

Versuche, jeden Tag 10 Minuten still zu sein,
ohne Radio, ohne Fernsehen,
ohne Handy, ohne Gesellschaft anderer.

Werde still, schließe die Augen
und horche in dich hinein.
Hörst du dein Herz schlagen?

Ein wahres Juwel, dass seit dem Augenblick
deiner Geburt den Auftrag hat,
dich am Leben zu erhalten.

Fürchte dich nicht vor der Stille,
sie ist VOLLER LEBEN!
Denn Gott ist IN DIR!

Du musst nur HINHÖREN!

Und dann erzählst du's mir...!


Eure Marie-Therese