Montag, 13. Juli 2009

Hätt’ ich geahnt

pixelio Fotograf: Georges


Schon stehst Du in der Wohnungstür,
Die Schultern hilflos hochgezogen,
Dein Körper spricht ganz klar zu mir,
lang vor dir hat er mich betrogen!

Ein Teil von Dir ist längst schon fort,
wenn ich nur wüsste, wer sie ist?
Zum Schluss nicht mal ein letztes Wort?
Dein Mund, der zärtlich mich geküsst,
hat mich am Ende doch belogen.

Wohl hätt ich einiges riskiert,
Hätt ich geahnt, dass du heut gehst.
Was hätt ich alles ausprobiert!
Ich hab gehofft, dass du verstehst,
dass ich ja ohne Dich verloren...

Komm, sag jetzt gleich: „Es war nur Spaß!“
Komm, lach und schließe schnell die Tür!
Und sag:


„Ich bleib bei dir!“
Marie-Therése Marquart

Freitag, 3. Juli 2009

Vorsicht! Steinschlag!




Hallo Leute!

Zurzeit geht einiges ab, bei mir, bei Dir, und überhaupt!
Das Leben ist so unruhig, so risikoreich, so gefahrvoll geworden!

Plötzliche Arbeitslosigkeit, Fallen, die einem gestellt werden von fiesen Geschäftemachern, bösartigen Mitmenschen, die aus lauter Frust jetzt Dir eine reinwürgen wollen, miesen Kollegen und gemeinen Chefs...Die Liste ist endlos und sie wird immer länger...

Du versuchst, Dich tapfer durchzuschlängeln, um unbeschadet durchs Leben zu kommen.

Wie bei der brüchigen Felswand, unter der man – zugegeben - immer mit einem etwas mulmigen Gefühl –zigmal vorbeifährt und das Warnschild:

"Vorsicht, Steinschlag!"

liest und denkt: „Ach was, mich trifft es ja doch nicht!“

Und dann ist es doch soweit!
Er trifft DICH!
Ein fieser Schicksals-Stein!

Je nachdem, wie groß er ist, schlägt er ein Loch in Dein mehr oder weniger geordnetes, von Gewohnheiten und Pflichten geprägtes, manchmal sogar etwas langweiliges Leben!

Mit einem Male kommt Dir Dein bisheriges Leben so wertvoll und obendrein von Dir so gering geschätzt vor! Da wusstest Du ja noch nicht, wie schön es damals war, bevor dieser „Stein“ einschlug, in Dein Leben...

Unfassbar! - Warum trifft es gerade mich?
fragst Du Dich verständnislos.

Keiner kann es Dir erklären.
Du stehst fassungslos vor dem „Loch“, das der Stein geschlagen hat und fragst Dich, wie Du das nun wieder hinkriegen sollst.
Es ist, als stündest Du vor einem tiefen Abgrund.

Und das Schlimmste: Du musst da jetzt ganz alleine durch.

Es ist eine gemeine Art von Schicksalsschlag, eine, die einzig und alleine für DICH bestimmt war.

Du lässt Dir nichts anmerken. Was soll man von Dir denken?

Nur in Deinem Innern schreist Du um Hilfe, so, wie damals als Kind, als Du Dir die Glasscherbe in den Fuß getreten hast.
Da war alles so einfach! Mutter angelaufen, um Dich zu versorgen und zu trösten.
Jetzt kommt keiner angelaufen. Alle gucken nur dumm, wenn sie von Deinem „Problem“ hören, sind höchstens mal peinlich berührt. Scheinbar fühlt sich niemand angesprochen.

Offenbar erwartet man, dass Du diesen Schicksalsschlag alleine löst.
Doch es ist im Grunde ganz einfach:
Auch die anderen fahren – genau wie Du zuvor - schnell vorbei, an der „Felswand“ mit dem Schild „Vorsicht – Steinschlag!“

Der Schrei der Verzweiflung steht Dir wie ein dicker Kloß schon bis zum Hals, Du aber kannst nicht schreien!
Du kannst auch nicht Heulen.
Du musst weiterhin „stark“ sein und so tun, als wäre alles in Ordnung, als kämst Du wunderbar alleine zurecht.

Doch du bist so verdammt hilflos und findest keinen Ausweg.
Und irgendwann hast Du keine Kraft mehr, gegen das Problem
anzukämpfen, gegen die Enttäuschung, die Dir das Leben da eingebrockt hat und die Dich inzwischen total überfordert.

Im Grunde ist es Dir auch egal, was daraus wird...
Du fühlst Dich ungerecht behandelt, kannst nichts dafür und nichts dagegen tun.

Du schaltest einfach ab. Weil das einfacher ist.
Ist das wirklich einfacher?
Für den Moment vielleicht, ja...

Doch auf Dauer ist damit Dein Problem nicht gelöst.

Erzähle den anderen von „Deinem Stein“, der Dein Leben getroffen hat.

Bitte um Hilfe!
Und Du wirst merken, dass auch andere ähnliche Schläge in ihrem Leben erfahren und mit Hilfe anderer bewältigt haben.

Auch Du schaffst es!

Eure Marie-Therése

Samstag, 13. Juni 2009

Wohin soll das noch führen?

Hallo Leute!

Mal ein ganz anderes Thema:

Ich fasse es langsam nicht mehr!
Was in unserem alten Deutschland alles so abgeht!
Eine Pleite jagt die nächste!
Ist das noch normal?
Von wegen Wirtschaftskrise!
Das Laden-, und Firmensterben geht nun schon einige Jahre so,
und keinem fällt was auf!
In den kleineren Innenstädten sind fast alle Schaufenster
von innen zugeklebt mit dem Vermerk: "Zu verkaufen!"

Haben wir bei uns im Lande denn AUSVERKAUF ??
Und was noch auffällt: Immer mehr ausländische Investoren
kaufen unsere alteingesessenen, Traditionsbetriebe "gnädig"
auf, damit sie nicht vom Erdboden gänzlich verschwinden,
Russland, Österreich...
Ja hat man da noch Worte?
Wo ist denn da unsere Regierung? Sieht die denn tatenlos zu?

Fällt das denn keinem auf - ausser mir?
Haben wir Kartoffeln vor den Augen?
Kriege da nur ich eine Gänsehaut?
Steckt da womöglich Methode dahinter?
Irgendein Ziel?

Ich begreife das nicht.
Ich bin nur noch erschüttert und traurig!

Rosenthal? Dr. Oetker? Quelle, Karstadt.... und, und, und....?

Und unsere Regierung macht nichts, erhöht munter weiter
die Steuern, und schon spricht der DIW-Chef davon, die
Mehrwertsteuer auf 25 Prozent (!!) zu erhöhen! (Quelle: www.focus.de)
Die 19 % haben uns schon fast das Genick gebrochen!

Da bleibt einem doch die Spucke weg!
Werden wir denn nicht schon genug geschröpft?
Wer soll das bitteschön noch bezahlen?

Unsere Arbeitslosen, die entweder vergeblich nach einem Job suchen,
oder aber nur noch resignieren?

Unsere Alten, von denen selbst die mit geringer Rente alles zur Last gelegt kriegen, als ob sie noch arbeiten würden - haben aber ein Leben lang längst gearbeitet und tausendfach Leistung erbracht, die jetzt - im Alter - scheinbar nichts mehr wert ist!

Die Jungen, die ebenfalls keinen Job bekommen?

Den Zeitarbeitern, die das ganze Jahr weder Urlaub machen noch es sich leisten können, auch nur einen Tag krank zu werden, weil dann die Lohntüte so schmal ausfällt, dass die Mutti zuhause sich nicht mehr einkaufen zu gehen getraut?

Wer soll Euch denn dann noch
Eure teuren Wirtschaftsgüter abkaufen?

Wer, wenn nicht WIR?
Irgendwann, Ihr da droben, können wir uns nicht mal mehr
Eure besch.... Mehrwertsteuer leisten! Denkt dran!

Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass man nun erstaunlicherweise festgestellt hat, dass wir, die kleinen Bürger, immer mehr in die Verschuldung abgleiten.

Und die Banken?
Die sind ja selbst pleite und betteln nun beim Staat!

Wer pumpt denn von wem, fragt sich hier nur noch?

Aber Du und ich - wir kriegen keinen müden Cent mehr bei unserer Hausbank, ist der Dispo erst einmal ausgeschöpft!

Dann bist Du der Schwerverbrecher, der Taugenichts, der Schuldensack, der sein Leben nicht mehr im Griff hat!

Der seine Altervorsorge nicht mehr selbst in die Hand
nehmen, keine Versicherungen mehr zahlen kann!

Der für seine Kinder keine Rücklagen bilden kann!

Der unfähig ist und von daher am besten auswandert....

Aber bis dahin führt uns unser Bank-Filialleiter
liebevoll über die Strasse, damit uns womöglich nicht
noch ein Auto überfährt...

Es ist bereits so schlimm, dass einem zu diesem Irrenhaus, in dem wir inzwischen leben, nichts mehr einfällt! Und wenn sogar ich mal sprachlos bin - das will was heissen, Leute!

Na dann haltet mal Eure Jobs fest,
so ihr denn noch einen habt!
Und macht fleissig weiter Schulden,
denn Euch kann nicht viel passieren!
Und Ihr Arbeitslosen, ausser Hartz IV.
erwartet Euch nichts wirklich Schlimmes!

Wozu denn überhaupt noch arbeiten?
Fragt sich doch inzwischen sogar manch redlicher Bürger.

Damit diejenigen, die nicht wissen, was tägliches Brot und Rentenanwartschaften eigentlich sind, weil sie auch ohne diese beiden Attribute wundersamerweise immer was in den Taschen haben, sich weiterhin schön auf die faule Haut legen können?

IRGENDWAS MACHEN WIR FALSCH !!
IRGENDWAS LÄUFT HIER FALSCH !!

Denken wir mal darüber nach.
Vielleicht, ja, vielleicht fällts uns ja irgendwann auch ein...

Bei der nächsten Wahl...?


Eure

Marie-Therése

Der Penner

Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Peter Hebgen

Seit gut dreißig Jahren sitzt du am Straßenrand
Und bist in der ganzen Stadt bekannt.
Damals hat dich deine Frau verlassen
Und du begannst alles zu hassen.
Eine verschmähte Liebe warf dich aus der Bahn
Und nahm dir jeden Elan.
In deiner Wut begannst du zu trinken
Und damit dem Leben hinterher zu hinken.
Dein bester Freund wurde der Alkohol
Und dieser macht nach all den Jahren deine Birne hohl.
Dreißig Jahre ohne Familie und TV,
eigentlich bist du eine arme Sau.
Doch du sagst, das brauch ich nicht,
denn mit Alkohol haust du dir die Birne dicht.
Du meinst, das hilft dir zu vergessen,
meist vergisst du nur zu essen.
Schade, du bist so ein netter Mann,
der leider nur noch trinken kann.
Eine neue Liebe, ein neues Glück
Brächten dich ins Leben zurück.
Doch abgefahren ist für dich dieser Zug,
denn der Alkohol ist dir genug.
Irgendwann kannst du deinen Körper nicht mehr schinden
Und man wird dich leblos am Straßenrand finden.
Schnell wirst du vergessen sein,
als Trinker bist du ein armes Schwein.
Du hast keine Spur in dieser Welt hinterlassen
Und man wird dich in ein Armengrab hinunterlassen.
Die Maden werden deine letzten Begleiter sein,
So armselig kann ein Trinkerleben sein.

von Bernd Röttger

Donnerstag, 30. April 2009

Wie dieses Buch entstand:

Buch von Marie-Therese Marquart


Barrieren
Leben mit der Sucht anderer


Warum habe ich dieses Buch geschrieben und wovon handelt es?

Zum Titel:

Ich habe die Alkoholsucht meiner Partner stets
als eine unüberwindliche Barriere in meinem Leben empfunden.
Eine echte Lebens-Barriere,

die vor all dem aufgebaut war,
was mir in meiner Partnerschaft
und für unserer kleine Familie so wichtig gewesen wäre:
Liebe, gegenseitiges Vertrauen,
Geborgenheit, Zusammengehörigkeit -
und vor allem: Zukunft!
All das hat die Alkoholkrankheit
meines damaligen Partners und Vater meiner Kinder
durch sein Trinken bereits im Keim erstickt.

Die Sucht stellte für mich immer
eine unüberwindbare Barriere dar -
denn sie verhinderte einfach alles,
was eine Partnerschaft, Ehe und Familie im Grunde ausmacht.

Warum schreibt jemand?

Den Vorgang, das, was man erlebt
und einen innerlich stark bewegt hat,
einfach aufzuschreiben,
kennt man ja schon seit Erfindung des Tagebuchs.
Bereits beim Schreiben geschieht schon
die Aufarbeitung all der dokumentierten Erlebnisse,
und mann kann später,
aus einem gewissen Abstand heraus,
noch einmal alles nachlesen und überdenken.
Sozusagen ein „Selbstlerneffekt“ für das weitere Leben.

Damals, als ich übervoll war
von verwirrenden Emotionen
und Sklave meiner ständigen Richtungsänderungen,
was meinen Lebensplan insgesamt
und meine Beziehung zu meinem neuen Partner, Bernd,
im einzelnen anging,
erhielt ich den Rat eines Suchttherapeuten,
mich einfach hinzusetzen
und meine Erfahrungen
mit früheren und jetzigen,
süchtigen Partnern als meine "Story"
aufzuschreiben.
 Dies würde helfen, mir darüber klar zu werden,
was ich eigentlich von meinem Leben
und von meinem Partner erwartete,
und welchen Weg ich in meinem weiteren Leben
einschlagen wollte und um ein besseres Gefühl
dafür zu entwickeln,
was für mich gut oder eher schädlich sein würde.

Sie werden jetzt denken:

„Aha, sie schreibt sich ihren Seelenmüll vom Leib
und wir sollen ihn nun lesen?“

Ja! Ich würde mich sehr freuen,
wenn gerade Sie mein Buch lesen!

Um mit mir das zu teilen,
was ich erlebt habe,
und vielleicht dadurch
Parallelen zu ihrem eigenen Leben
oder zu ähnlichen Geschehnissen
in Ihrem persönlichen Umfeld zu ziehen.

Vielleicht könnten auch Sie
Nutzen daraus ziehen,
aus dem, was ich in meinem Leben geändert
und verbessert habe.

Deshalb habe ich mein Buch Barrieren geschrieben
und mich fast zehn Jahre lang
intensiv um die Veröffentlichung bemüht.

Endlich habe ich einen Weg gefunden,
um Ihnen meine Lebensgeschichte zu erzählen:
Endlich kann man "Barrieren"
als richtiges Buch im Handel kaufen!

Mein lang erstrebtes Ziel ist erreicht und ich bin stolz darauf!

Der Vorgang des Schreibens alleine diente nicht allein dazu,
mir alles Erlebte einfach nur so von der Seele zu schreiben;
Sondern es war schon auch darauf zu achten,
dass der Stoff interessant geschrieben war
und einen Unterhaltungswert bekam,
denn wer will schon einen trockenen Tatsachenbericht lesen?

Barrieren ist nicht womöglich eine Aufzählung von
schrecklichen, traumatisierenden Ereignissen.
Barrieren ist aber auch kein seichter Unterhaltungsroman,
den man nach einigen Stunden Lesens
wieder vergessen hat.

Barrieren soll "Spuren" im Verständnis des Lesers
hinterlassen und Denkanstöße geben.
Es soll Menschen öffnen für Schicksale wie meines,
Verständnis bringen für Frauen wie ich es bin,
die Hilfe und Unterstützung von uns allen
dringend benötigen,
statt Menschen, die wegsehen und sagen:

"Was geht mich das an?"

So erzähle ich in meinem Buch
wie ich einer guten Freundin erzählen würde.
Ihnen, lieber Leserin - und vielleicht auch Ihnen, lieber Leser,

Erleben Sie ein Stück meines Lebens mit
und vielleicht ziehen Sie sogar Nutzen daraus,
finden Parallelen zu Ihrem eigenen Verhalten
oder das Ihres nächsten Mitmenschen,
oder können zumindest nachempfinden,
was in solchen Menschen vorgehen mag

und warum sie so handeln.

Meine geschilderten Erfahrungen und Erlebisse
erwiesen sich als sehr hilfreich für andere Angehörige
von Alkoholikern und fanden bereits viel Anerkennung
von Fachleuten, die mit der Thematik gut vertraut sind
und viel davon verstehen.

Auch aber nicht nur deshalb möchte ich Ihnen
mein Buch ans Herz legen.

Zwar mag meine autobiographische Erzählung,
die hauptsächlich von Sucht-Partnerschaften erzählt,
auf den ersten Blick nur für jene interessant erscheinen,
die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden.

Doch als Lesestoff richtet sich Barrieren
speziell an uns Frauen,
die wir leider oft dazu neigen, zu bemuttern,
uns im Übermaß „zu kümmern“
und dabei viel zu viel Verantwortung zu übernehmen
für die, die wir lieben.

Was liegt denn näher, als sich um „Kranke“ zu sorgen,
was Alkoholiker im Grunde genommen sind.
Nur, es handelt sich hierbei um eine sehr komplizierte Krankheit,
die denen, die aktive Alkoholiker betreuen, alles abverlangt.
Denn sie fordert mehr als nur rein pflegerisches Können.

Alkoholismus ist wie jede Sucht eine sehr schwierige Krankheit.
Trinker suchen sich aufgrund ihrer Sucht gezielt Menschen,
die dazu neigen, anderen sehr gerne helfen
und bereit sind, zu viel Verantwortung für andere zu übernehmen.
Mit der Zeit schaffen sie es, ihre Partner gezielt und dauerhaft
zur Verwirklichung und Unterstützung ihrer Sucht "einzuspannen".

Dies geschieht auf sehr subtile Art
und ihr Verhalten wird den Betroffenen selten bewusst.

Gerade wir Frauen,
die wir von Natur aus harmoniebedürftig sind,
lassen uns schnell vor diesen „Karren“ spannen.

Wir werden „co-abhängig“!


Süchtige und Frauen mit diesem sogenannten „Helfersyndrom“
passen zueinander wie zwei Puzzleteile!
Sie ergänzen sich!
Das mag auf den ersten Blick schön klingen,
nimmt aber im Laufe der Jahre einen fatalen,
völlig gegenteiligen Verlauf für beide Beteiligten!

Der aktive Säufer kommt nicht los vom Suff –
denn es werden ihm keine Grenzen gesetzt - im Gegenteil!
Die „helfende“ Partnerin kommt nicht los vom Säufer.
Sie möchte ihn trocken kriegen, ihn "retten".
So können sie nicht miteinander -
aber auch nicht ohne einander leben!

Dieses Muster erkennen wir häufig nicht!
Was das wirklich bedeutet,
wird uns oft erst nach Jahren
oder einer fachlichen Aufklärung
durch einen Arzt oder Therapeuten
bewusst, wenn die gegenseitige Zerstörung
bereits weit fortgeschritten ist.

Woher hätte man das auch wissen sollen?
Niemand hat uns das gesagt!
Keiner spricht über solche Sachen!
Nicht mal im Fernsehen bringen sie was darüber!

Und es ist ein Thema, das viele Mißverständnisse in sich birgt!

Ein heißes Eisen!

Kein Wunder, dass niemand es anfassen will, oder?
Und - wenn überhaupt – so ist immer nur der Süchtige im Brennpunkt des Interesses,
nicht aber seine Angehörigen, die tagtäglich mit ihm umgehen
und dabei ihr eigenes Leben dabei mehr und mehr vernachlässigen,
in großer Sorge um den ständig Betrunkenen an ihrer Seite.

So oder so ähnlich ergeht es aber vielen Frauen!
Doch wer kümmert sich um die, die sich kümmern?

Warum, so frage ich Sie, kümmern wir uns eigentlich
nicht selbst um uns?

So wie die uns allen so geläufige Werbung, die uns auffordert,
etwas für uns selbst zu tun, weil wir uns das doch wert wären?

Und: wir hätten es dringend nötig, glauben Sie mir!
Wenn auch Sie vielleicht eine "helfende Angehörige" eines
aktiven Alkoholkers sind:

O.k! Tun Sie was für sich! Packen Sie die Gelegenheit beim Schopf!
Gehen Sie unter Menschen – besuchen Sie eine der vielen,
tollen Selbsthilfeorganisationen, die auch Angehörige betreuen.
Dort können Sie sich endlich aussprechen, über Ihre Situation reden,
ohne verheimlichen, beschönigen und sich verstellen zu müssen.

In meinem Buch Barrieren erzähle ich,
wie es mir ergangen ist
und wie ich den Weg „nach draußen“ fand.

Ich habe so viele wertvolle Jahre
im Elend einer Säuferehe vergeudet,
ohne zu wissen,
wie ich mich richtig verhalten hätte.

Ich habe immer nur ausgeharrt
und sinnlos auf Besserung gewartet,
weil niemand da war, der mich aufgeklärt hätte.

Ich habe viele Fachbücher über Alkoholismus gelesen,
die mich zwar lehrten,
dass es sich um eine schwerwiegende Krankheit handelt,
die zuerst das Gehirn und anschließend den Körper des Süchtigen
systematisch vergiftet und schließlich zerstört.

Doch – was hat es mir selbst genützt?
Klar – ich war ein Stück klüger in Bezug auf die Krankheit "Alkoholismus" -
aber auch ein gutes Stück verzweifelter in meiner Aufgabe als Angehörige.

Doch in Bezug auf mich stand ich nach wie vor am Anfang.

Schlimmer noch:
Nun kam mir meine Situation noch auswegloser vor,
da ich mir klar darüber wurde,
dass die Zukunft mehr als düster aussah
für meinen süchtigen Partner
und somit natürlich auch für mich selbst.
Eine Tatsache, die mich nur noch heftiger
in mein übersteigertes Verantwortungsgefühl
meinem süchtigen Partner gegenüber hinein trieb!

Hätte ich damals ein Buch in die Hände bekommen,
dass sich speziell an mich,
die Angehörige eines Süchtigen wendet,
wäre mir damals bestimmt manches klar geworden!

Und:
Eine Selbsthilfegruppe, die mir rechtzeitig gesagt hätte,
welche Chancen ich als Angehörige gehabt hätte,
anstatt immer nur auf die Nüchternheit
meines Alkoholiker-Partners zu warten,
hätte mir einige Jahre meines trostlosen Lebens erspart.

Ich konnte ja nicht wissen,
wie aussichtslos mein Warten in Wirklichkeit war.
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich immer zuletzt!
Wir Angehörigen leben auf unserer „Sucht-Insel“
mit unserem abhängigen Partner.
Man weiß zwar „da draußen“, dass es uns gibt -
doch niemand will "anlegen"
an unserem Strand der Hoffnungslosigkeit,
Traurigkeit und Zukunftslosigkeit!

Und nicht selten haben wir
Hilfe auch aggressiv abgelehnt
und sind in unserem falschen Stolz
lieber alleine geblieben mit unserem Elend.
So bleiben wir abgeschnitten vom Rest der Welt,
bestenfalls mit unserem Spezialwissen
um die Krankheit Alkoholismus,
ohne Aussicht auf Besserung – oder?

Und wenn es eine echte Hoffnung gäbe,
wie sähe die dann aus?
Wer könnte uns da heraushelfen –
uns und unserem alkoholkranken Partner,
wenn er doch eines Tages
ernsthaft aufhören würde mit dem Trinken?

Der einzig richtige Weg da heraus ist,
sich zu informieren darüber,
was wir wirklich tun können
– außer immer nur stumm und tatenlos abzuwarten...

Lesen Sie deshalb Barrieren - meine Geschichte!

Dann erfahren auch Sie, wie wir beide,
mein neuer, alkoholkranker Partner und ich,
herausgefunden haben!

Das symbolhafte Titelbild - was stellt es dar?
Die Frau mit einem Kind an der Hand...
(wobei es natürlich auch mehrere Kinder sein könnten),
Sie ist gerade dabei,
der Alkoholhölle zu entfliehen.
Das Kind hat den hellen Ausgang oben rechts
schon gefunden und zeigt auf aufgeregt hin;
seine Mutter hat den "Ausweg"
erst in diesem Augenblick wahrgenommen.
Zögernd geht sie gemeinsam mit ihrem Kind darauf zu.

Die Darstellung steht als Sinnbild dafür,
dass auch ein solcher,
scheinbar leicht zu gehender Weg
in ein neues, unbelastetes Leben
keinesfalls einfach sein muss.
Die "Tür" nach draußen
kann oft erst nach Jahren
bewusst und gezielt durchschritten werden.
Kinder sehen dies in ihrer Spontanität oft sehr viel früher
als wir Erwachsenen, die uns an so vieles gebunden fühlen,
die vieles unnötig komplizieren.

Darum sollten wir öfter auf unsere Kinder hören!

Link zur Bestellung bei
Literatur-Depot:


Viele weitere Informationen und nützliche Tipps

für Angehörige von Alkoholikern finden Sie hier in meinem Blog:



Sonntag, 26. April 2009

Zeit, anzuerkennen, was wir leisten!

Angehörige von Pflegefällen können bereits ein gewisses Gehör und auch finanzielle Hilfen für Ihre Leistungen erhalten. Das ist gut so und es könnte noch mehr sein. Sie helfen dem Staat dabei, diese Menschen zu betreuen.
Jedoch auch wir, die Angehörigen und/oder Partner von Alkoholkranken, wirken dagegen ohne Anerkennung unserer Leistungen "hinter den Kulissen" in unserem "Pflegehaushalt", der er zweifellos ebenso ist:

  • Ständige Überwachung des Gesundheit- und/oder Geisteszustandes des (Alkohol)kranken (Alpträume, plötzlich auftretende Entzugs-erscheinungen usw.)
  • Ständige Betreuung hinsichtlich Körperpflege, (Hygiene und frische Kleidung, ein schwieriges Kapitel bei fortschrittenem Alkoholismus).
  • Überwachung der Aktivitäten des Alkoholkranken rund um die Uhr, verschärft bei Aufenthalten ausserhalb der Wohnung (eventuelle Suche nach ihm und Verbringung nachhause, falls dies aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist).Überwachung seines Alkoholkonsums, Einnahme von notwendigen Medikamenten usw.
  • Transporte zum Arzt oder in die Klinik bei akuten Zuständen
  • Pflege bei körperlichen Beschwerden aufgrund von zuviel Alkoholkonsum (oder dem genauen Gegenteil = Entzugserscheinungen!)
  • Erste Hilfe bei Verletzungen aufgrund von Stürzen usw.
  • Psychische Betreuung und ein ständiges Aufrechterhalten einer Art künstlicher Harmonie, um möglichen Aggressionen und körperlichen Übergriffen an uns und unseren Kinder vorzubeugen.
All dies und noch viel mehr leisten wir im Verborgenen!
Wer gibt uns dafür die verdiente Anerkennung?
Was wäre, wenn wir all diese Leistungen unterließen?
Wer würde sich kümmern?
Wer unterstützt uns finanziell bei dieser Arbeit, uns, die wir sehr oft am Rande des Existenzminimums leben müssen, weil unser alkoholkranker Partner schon längst arbeitsunfähig geworden ist?
Wer anerkennt denn unsere körperliche sowie seelische Belastung?

Wer spricht für uns, draussen, in der Öffentlichkeit, und macht auf unser Wirken aufmerksam?

Ich finde:
Auch unsere Leistungen sind finanziell anzuerkennen, genau wie die Bereuung
"normaler Pflegebedürftiger".

Ich fordere eine bessere Betreuung unserer häuslichen Situation durch Ärzte, sozial geschulter Betreuer (Gesundheitsamt) oder dgl., um eine fachliche Einschätzung unserer schwierigen Lage zu erreichen.

Wir fordern:
Auch wir müssen der herkömmlichen, häuslichen Pflege gleichgestellt und in der Betreuung von Alkoholikern finanziell und sozialpädagogisch unterstützt werden!

Samstag, 18. April 2009

Die Freiheit der eigenen Entscheidung



Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Harry Hautumm



Ich weiß aus Erfahrung,
dass es seelisch ungemein belastend ist,
mit einem aktiven Trinker zusammen zu leben.

Auch Du – genau wie ich damals –
magst dafür tausend Gründe finden...

Du selbst hast Dir dieses Leben ausgesucht.

Du magst dagegen protestieren?
Dennoch ist es die Wahrheit!

Du bist – wie jedes gesunde Lebewesen –
von Natur aus befähigt, Dein Leben selbstbestimmt zu leben!
Gott hat dies so vorgesehen und er lässt Dir die freie Wahl!

Er hat Dir ein Leben in Freiheit und Glück geschenkt.
Du aber wähltest ein Leben
in Abhängigkeit und seelischer Not.

Erzähl mir nicht, Du seiest glücklich.
Sag mir nicht, Deine Kinder wären zufrieden...
Sie kennen nichts anderes!

Aber Du!

Im Grunde hat Dich niemand gezwungen,
an der Seite eines Säufers zu bleiben!

Du zweifelst daran?
Aber:
Du bist nicht schwerkrank –
Du bist nicht ans Bett gefesselt -
Du bist nicht hörig – oder doch?
Du bist finanziell nicht rettungslos abhängig –
Du bist nicht eingesperrt –
Du bist nicht einäugig und buckelig –
Du bist noch nicht achzig!

Was hindert Dich dann, zu gehen
und ein neues Leben zu beginnen?
Die Angst vor der Freiheit?
Die Furcht davor, ein normales, glückliches Leben zu führen?
Deine alte Panik, er könnte alleine vor die Hunde gehen?

Wann gehst Du selbst vor die Hunde?
Wer schert sich dann um Dich?
Wer bemitleidet Dich, wenn Du bleibst?

Deine längst zerschlissenen Gefühle von einstiger Liebe?
Deine Hoffnung auf ein besseres Leben,
Die Scheu davor, Dein Projekt „Ihn vor dem Suff retten“,
vor Dir und den anderen als schlicht „gescheitert“ zu erklären?

Oder kriegst Du etwa das Bundesverdienstkreuz, wenn Du bleibst?
Hast Du etwa Angst davor, Deinen Kindern
- egal, wie groß sie schon sein mögen -
klar zu machen, dass Du – ihre Mutter –
ein Recht auf ein eigenes Leben hat?

Es geht immer irgendwie weiter...
Denk an das Lichtlein, dass stets von irgendwoher
zu Dir kommt!

Die Antworten auf diese Fragen kennst nur Du...
Nur Du weißt, warum...
Nur Du kannst etwas ändern...

Warte nicht zu lange.
Die Lebensuhr tickt...

Und irgendwann fragst Du Dich,
wo es abgeblieben ist - Dein Leben...

Samstag, 11. April 2009

Feiertage! Genehmigung zum Saufen?


Angehörige von Alkoholkranken fürchten sie:
Die Feiertage!

Ganz gleich, um welche es sich dabei handelt -
Unsere Schluckies lieben die Feiertage!
Sie sind ein Alibi zum Saufen,
sozusagen die Genehmigung vom Herrgott höchstpersönlich!

Und wir? Wir sehen es hilflos mit an, dieses Elend,
wir warten auf glühenden Kohlen,
bis unser Schluckspecht endlich nachhause kommt,
vom Wirtshaus-Stammtisch, vom Vereinstreff,
eben von da, wo er in Strömen geflossen ist,
der Alkohol,
zur "Feier des Tages".

Jeglichen Feiertagsausflügen sah ich stets mit Grauen entgegen!
Weil es scheinbar ohne Schnaps und Wein und Bier nicht geht...
Und noch bevor wir angekommen sind, sind sie im Bus schon alle blau!

Am schlimmsten waren für mich am Abend dann diese Sauflieder!
"Heute blau und morgen blau und üüüüübermorgen wiiieder!"
Heiliger Bim Bam!
Ich konnte es nicht mehr ertragen!
Wie primitiv, textmäßig extra auf besoffene Birnen zugeschnitten.
Warum? Weil ich nichts getrunken habe!

Manchmal wünschte ich mir sehnlichst, auch ich könnte saufen!
Ja! Tatsächlich war ich schon so weit und habe
darüber sinniert, wie das wohl wäre...
Ich begann, die lalligen Dösel rings um mich herum zu beneiden!
Für sie gab es nur noch den Schnaps, das Bierchen und möglichst
bald "zu" sein! Mehr wollten die gar nicht mehr.
Reduziertes Leben...

Unmöglich! Ich hätte keine Freude dran gehabt.
Ich hasse es, keine Kontrolle mehr über mich zu haben!
Und einer musste ja bei klarem Verstand bleiben!

Und überhaupt graute mir vor dem Fusel generell.
Ich konnte einfach nicht verstehen,
wie man sich derartig betrinken konnte!
Mal ein Glas Wein, ja, ok. Das könnte ich sogar genießen...
Aber nicht mit einem stockbesoffenen Mann neben mir!
Da war und blieb meine Kehle staubtrocken.
Da verging mir jegliche Lust auf einen Schluck
eines noch so exquisiten Weines!

Schon aus Angst, ich könnte ebenso enden, wie der da!

Mit den Jahren begann ich, die Feiertage zu verabscheuen.
Ich hatte nichts davon. Mir blieb nur die nackte Angst...
Angst davor, wann und wie er wieder beieinander sein würde,
wenn er nachhause kam,
wie aggressiv er mir und den Kindern gegenüber
wieder sein würde...

Dieser gewisse Moment der Furcht vor der Heimkehr von Pit
war für mich der schlimmste Höhepunkt, dem ich entgegenfiberte,
immer dann, wenn er ausgegangen war.

Doch dieses Abwarten ist falsch!

Lenkt Euch ab, geht aus, genießt das Leben!
Packt Eure Kinder an der Hand und lebt euer eigenes Leben,
hört auf, auf ihn (sie) zu warten...
Das Warten macht mürbe, macht auf Dauer krank!

Trefft Euch mit den anderen, tauscht Euch aus, lacht!
Schließt neue Freundschaften,
geht ins Kino, ins Theater!
Es ist Eurer Leben, lebt es!

Der Säufer braucht Euch nicht wirklich.
Er kommt alleine klar.
Was er braucht, ist seine Pulle.
Sonst nichts!

Macht Euch nichts vor!
Macht nicht mehr mit!

Donnerstag, 9. April 2009

Immer wenn Du denkst...


Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Torsten Schröder

Wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
Ein Lichtlein wie ein Stern so klar,
es wird Dir leuchten immer dar.

Wird zeigen Dir den Weg zurück,
den Weg zu einem neuen Glück.
Drum glaub daran - verzage nie,
es geht schon weiter - irgendwie.

Und mit Willen, Kraft und Mut,
wird dann alles wieder gut.
Du mußt nur immer fest dran glauben
und laß Dir nur den Mut nie rauben.

Es gibt für alles einen Weg,
und sei’s auch nur ein kleiner Steg.
Es gibt nunmal nicht nur gute Zeiten,
das Leben hat auch schlechte Seiten.

Doch wie bist Du stolz,
wenn Du’s geschafft,
aus Sorgen und Nöten - mit eigener Kraft,
herauszukommen, was Du nie geglaubt,
da man Dich so oft schon der Hoffnung beraubt.

Doch die Hoffnung auf ein besseres Leben,
die lasse Dir bitte, niemals nehmen.
Denn wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.


von Roswitha Rudzinski


Montag, 6. April 2009

Glückskeks-Sprüche

Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Georges



Ein großer Mensch ist,
wer sein Kinderherz nicht verliert.

Chinesiches Sprichwort





Mit freundlicher Genehmigung von:
www.lien-ying.de

Montag, 30. März 2009

Was ist das nur...

Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Peter Hebgen

Wie kommt es, dass ich Dich so liebe?
Gerade Dich, gerade jetzt?
Was wäre, wenn ich nicht mehr bliebe...?
Wär’ ich es, die sich selbst verletzt?

Was ist es, was mein Leben macht,
dein Blick frisst Löcher in mein Herz,
auch wenn ich scheinbar drüber lach,
doch in mir fühle ich nur Schmerz.

Wo bist du, der mein Leben war?
So stark, so tief hast du empfunden!
Das Glück von damals eingetrübt,
schlägt es uns beiden tiefe Wunden.

Was ist das nur, das mit uns beiden,
gemeinsam nicht und nicht entzwei,
dass wir uns lieben und doch leiden,
gefangen sind wir und doch frei...

Marie-Therése Marquart

Freitag, 27. März 2009

Meditation? Wozu soll das gut sein?

Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Harry Hautumm



Als Mensch, der im Sternzeichen "Schütze" geboren wurde, bin ich zwar einerseits ein Verstandesmensch, konnte mich aber schon immer für das Ungewöhnliche begeistern und liebe es, Neues auszuprobieren.

Irgendwann fiel mir ein Buch über Meditation in die Hände. Ich weiß heute den Titel nicht mehr. Darin wurde eine ganz einfache Technik für Meditation beschrieben und ich dachte mir:
Ach was solls, ausprobieren kostet nix! und ich setzte mich auf einen Stuhl und schloß die Augen.
Tief ein-, und ausatmen, einige Male... - gerade Haltung, so, als hinge man an einer unsichtbaren Schnur... - die Gedanken "betrachten" und sie langsamer werden lassen... - Lücken zwischen den Gedanken immer größer werden lassen... - die Gedanken wie Wolken am Himmel weiterziehen lassen... - den Blick hinter den Lider geradeaus gerichtet, als wolle man auf eine "innere Wand" schauen...

Ich kann nicht sagen, dass mir all das sofort "perfekt" gelungen ist.
Doch bei jeder weiteren Sitzung erinnerte ich mich wieder an eine weitere "Betriebsanweisungen" aus dem Buch und eines Tages stellte ich fest, dass ich plötzlich begriff, was Mediation eigentlich ist.

Den Blick nach innen gerichtet, stellt sich nach einiger Übung erstaunlich schnell eine Art von "automatischer Ruhe" ein. Ganz egal, wo man ist, es funktioniert! Der Körper ist wach, doch ein Teil von ihm schaltet sanft ab. Er "erkennt" irgendwann diesen bewußt herbeigeführten Zustand des inneren Friedens und trägt von selbst dazu bei, dass er sich einstellt.

Ich glaube, dass unser Körper Meditation liebt und deshalb lernt er nach einiger Zeit von selbst, abzuschalten. "Korrektes" Meditieren gibt es nicht. Jeder Mensch meditiert anders, so, wie jeder Mensch anders einschläft, anders träumt, anders fühlt.

Wenn du magst, teste es einfach mal, ob auch dein Körper gerne meditieren möchte...
Du hast nichts zu verlieren, ausser einige Minuten deines vielleicht hektischen Alltags...

Mit der Zeit wirst du die innere Ruhe lieben. Sie wird ein Teil von Dir, so, wie das abendliche Einschlafen, wird sie dir vertraut und irgendwann sehnst du dich nach ihr.

Was Meditation dir schenkt:
Regelmäßiges Meditieren schenkt innere Ausgeglichenheit und Selbstsicherheit.
Meditation sorgt für schöne, lichte und "sinnvolle" Träume und schenkt tiefen Schlaf.
Sie behebt Nervosität und verhilft Dir, Entscheidungen im Leben leichter zu treffen.
Sie fördert deine Menschenkenntnis und steigert das Verständnis für andere Lebewesen.
Sie macht klug und weise - man kann besser denken.
Sie entschärft Panikattacken und unbestimmte Ängste und hat sogar postivien Einfluß auf psychosomatischen Störungen.
Ich habe meine Angst vor dem Zahnarzt mit Meditation in den Griff bekommen.

Wenn du allerdings eher Angst verspürst vor der "unbekannten" Ruhe, dann ist es an der Zeit, dich zu fragen, warum das so ist. Wenn du ausserdem ganz schlecht alleine sein kannst, forsche nach der Ursache dafür. Womöglich liegt sie in der frühesten Kindheit begründet...
In unserer heutigen Zeit voller Hektik, Berieselung und Chaos haben viele verlernt, ruhig zu werden und einige Minuten in völliger Stille auszuharren. Es muss sich immer etwas rühren, ständig irgendwelche Menschen um uns sein, weil wir die Stille nicht ertragen können.
Stille kann auch "laut" sein, wenn man sie nicht gewöhnt ist. Manch einer registriert sogar eine Art "Dröhnen" in den Ohren, obwohl da nichts ist.
Auch das ist Gewohnheit. Läßt man sich auf die Stille ein, hört auch das auf.
Denn unsere Seele sehnt sich ab und zu danach, nach innen zu lauschen und den künstlichen Lärm des "Draussen" abzuschalten.
Ein gutes Hilfsmittel für Einsteiger ist gute, ruhige Meditationsmusik. Man kann sie auch in Leihbüchereien ausleihen. Jetzt, im Frühling, schenkt uns die Natur ihre schönsten Melodien durch das herrliche Vogelgezwitscher! Die wahrhaft schönste Musik zum Meditieren!

Schalte doch auch einfach mal ab...


Eure Marie-Therése

Samstag, 21. März 2009

Wieder ein Kind sein...

Als ich irgendwann erkennen und zugeben musste,
dass Pit inzwischen zum gefühlskalten,
egoistischen Alkoholiker geworden war,
und ich nur jahrelang hartnäckig
die Augen davor geschlossen
hatte,
wurde mir mit aller Härte bewußt, dass ich in einer
gigantischen Lebenslüge lebte.

Da bekam ich solches Heimweh und eine brennende Sehnsucht
nach meinem Zuhause und meiner Mutter.
Tiefe Reue überkam mich, denn ich hatte, was Pit anbelangte,
nicht auf sie hören, meinen eigenen Willen durchsetzen wollen.

Nun fühlte ich mich so unendlich ausgebrannt, kraftlos und
alleingelassen. Wie gerne wäre ich wieder Kind gewesen,
und dieses Leben wäre nur ein böser Traum,
aus dem ich jederzeit erwachen könnte...


Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Harry Hautumm

In dieser Zeit schrieb ich dies Gedicht:

Ach, Mutter...

Ach Mutter,
lass mich doch bei dir...
mein Herz vor Angst nach Atem ringt,
wenn dunkle Schatten über mir,
hältst du mich fest und tröstest mich,
wie einst als Kind...


Oh Mutter,
lass mich doch bei dir...
ich kann die Sonne nicht mehr sehn,
ganz dunkel ist die Welt um mich,
kann meinen Weg jetzt nimmer gehen,
ich bin allein und brauche dich,
so wie ein Kind...


Ach, Mutter,
hol mich doch zu dir...
dass deine Hand fest nach mir greift,
wenn ich gestürzt bin unbedacht,
zart über meine Wunden streicht,
mich liebend zudeckt in der Nacht,
wie einst als Kind...


Oh, Mutter,
heb mich hoch zu dir,
lass mich ganz nahe bei dir sein,
wisch mir die Tränen vom Gesicht,
in deinen Armen schlaf ich ein,
wie einst als Kind...


von Marie-Therése Marquart