Freitag, 27. Februar 2015

Neues Jahr - neue Chancen

Foto M.T. Marquart


Kennt ihr das?
Das neue Jahr hat begonnen,
schneller, als man es sich versieht.

Der Weihnachtsrummel ist vorbei.
Es kehrt wieder Ruhe ein.
Für mich kommt erst jetzt
die wirklich "stade Zeit",
die Zeit, in der noch keine Vögel singen,
in der es noch kalt und starr ist,
der Winter die Landschaft noch fest im Griff hat.

Alles scheint noch jungfräulich
und ist noch nicht geboren.
Die Natur verbirgt noch ihre Schätze,
sie schläft...

Auch für mich ist diese Zeit
immer ein Stillhalten gewesen.
Ein Abwarten...

Warten auf den Frühling - 
meine Lieblingsjahreszeit!

Und dann...
plötzlich kann man sie hören,
die Vögel am Morgen.

Voran der Troubadur unter den heimischen Vögeln:
Die Amsel!

Herrlich wie sie sich ins Zeug legt,
wie sie aus stolz geschwellter Brust tiriliert,
ihre Sequenzen ständig ändernd,
keine ist wie die vorherige...

Ein Ohrenschmaus, 
wenn man das Morgengeplärr
aus dem Radio ausmacht.

Dann weiß ich genau,
dass das neue Jahr erst jetzt anfängt,
wenn die Natur ihre Vogelstimmen hören läßt.

Mag man mich sentimental nennen,
das inbrünstige Lied der Amsel
hat mir schon mal Tränen in die Augen getrieben,
so sehr hat mich die Leidenschaft,
mit der sie singt, angerührt.

Ist das kindisch?
Nein, das ist die Ehrfurcht vor der Natur,
die uns Gott geschenkt hat,
und die wir doch so mit Füßen treten,
trampelnd durchs Leben,
Hauptsache:

WIR!

Aber doch ist es so:
Jedes noch so unscheinbare Lebewesen,
ganz gleich wo es leben mag,
auf Bäumen, in den Wäldern,
in den Äckern oder Wiesen,
ist ein kleiner Schatz,
ein Universum für sich,
in dessen Körper ein kleines Herzchen
wie durch ein Wunder schlägt,
und das seinen vorbestimmten Weg
auf dieser Welt macht,
nichts ahnend nach welchen Gesetzen,
seine ihm durch die Natur auferlegten Pflichten erledigt.

Wie nennen es "Instinkte".

Wir haben überhaupt für alles eine "Fachbezeichnung".
Und damit scheint es abgetan.
Wie wissen, was es damit auf sich hat und - basta!
Wozu noch nachdenken,
darüber und weshalb und wieso...
 
Dabei vergessen wir das kleine Wunder,
das uns durch das Vorhandensein
des allerkleinsten Käfers,
geschenkt wird.

Erst, wenn es keine Käfer mehr gibt,
fangen wir an, darüber nachzudenken.
Dann ist es zu spät...

Der Allmächtige,
der all das auch für uns erschaffen hat,
und den wir "Gott" -
oder vielleicht auch anders -
bezeichnen,
steckt in jedem Lebewesen - 

auch in uns.

Das ist kein hochgestochenes Geschwafel - 
es ist tatsächlich so.

Jeder, der schonmal ein Herz
in einem offenen Brustkorb
hat schlagen sehen,
begreift dieses Wunder:

L E B E N !

Es ist kostbarer als jeder Diamant!
Kostbarer als jeder Tresor voller Papiergeld,
kostbarer als jedes Grundstück
und kostbarer als das teuereste Auto auf dieser Welt.

Dies alles ist Schrott und unbedeutend,
im Vergleich dazu, was LEBEN heißt.

Frag den, der im Sterben liegt,
und er kann es dir bestätigen!

Drum lass das Leben
nicht einfach achtlos an dir vorbeirauschen,
als wäre es eine Autobahn...

Versuche, jeden Tag 10 Minuten still zu sein,
ohne Radio, ohne Fernsehen,
ohne Handy, ohne Gesellschaft anderer.

Werde still, schließe die Augen
und horche in dich hinein.
Hörst du dein Herz schlagen?

Ein wahres Juwel, dass seit dem Augenblick
deiner Geburt den Auftrag hat,
dich am Leben zu erhalten.

Fürchte dich nicht vor der Stille,
sie ist VOLLER LEBEN!
Denn Gott ist IN DIR!

Du musst nur HINHÖREN!

Und dann erzählst du's mir...!


Eure Marie-Therese

 

 

 
  

 

Donnerstag, 25. September 2014

Der Herbst kommt...

Quelle: M.T. Marquart

Liebe Leserinnen und Leser!

Meine Seite hat eine neues, fröhliches Gesicht bekommen!

Gerade jetzt, wie ich finde, den Winter vor der Türe,
können wir alle etwas Fröhliches gebrauchen.

Wenn es auch in unserer Seele hin und wieder grau sein mag,
soll es uns daran erinnern:

Hinter dem Grau scheint die Sonne!

Drum lass uns "helle" Gedanken und Gefühle hervor holen,
die ewigen Nörgler und Meckerertypen einfach ignorieren,
nach vorne schauen,
und uns jeden Morgen auf den neuen Tag freuen!

Auch wenns draußen regnet, stürmt und schneit,
dafür ist es drinnen umso gemütlicher,
bei Kerzenschein und leiser Musik,
oder auch mal einem guten Film.

Wenn's gar zu arg wird, nehm ich mir ein Buch
und verschwinde einfach mal früher ins Bett!

Es ist wie mit Licht und Schatten!
Dort wo kein Schatten, da auch kein Licht!

Gäbe es keine dunklen Tage und trübe Winter,
würden wir die sonnigen Stunden
nicht wirklich zu schätzen wissen.

Gerade in unseren Breiten sind wir es gewöhnt,
dass wir uns um diese Zeit
in unsere kuscheligen Ecken zurückziehen
und uns wieder auf das besinnen,
was wir fühlen.

Ich freue mich auf diese Zeit
und hoffe, dass auch meine Leser
ihre Kuschelecken haben, wo ein Mensch wartet,
der die Herbst- und Wintertage
mit ihnen teilt.

Wer mir gerne mal schreiben möchte:
Ich habe eine weitere, zusätzliche Emailadresse:

m.t.marquart@gmail.com

Ich würde mich freuen, von Euch zu hören!

Eure M.T.





Dienstag, 23. September 2014

Was uns an einen Alkoholiker bindet





Quelle: M.T. Marquart

Was bindet uns so nachhaltig an einen Alkoholkranken?

Diese Frage mögen sich Angehörige schon tausendfach gestellt haben.
An manchen Tagen hast du es so unsagbar satt,
dich wieder einmal diesem trinkenden Scheusal gegenüber zu sehen;
du siehst ihn an, bist hilflos, wütend und dennoch wieder erfüllt 
von bitterem Mitleid, traurigem Bedauern
für dieses so versaute Leben vor deiner Nase,
das doch ganz anders hätte verlaufen können.
Das Mitleid für ihn, das tief in uns brennt,
geht Hand in Hand mit maßlosem Verantwortungsgefühl,
dem Zwang, sich kümmern zu müssen,
und dann sind da noch die verstümmelten Reste von einstiger,
flammender Liebe für diesen verlorenen Menschen
 – das alles quält dich und doch kannst du nichts ändern!

Du kannst es auch nicht beeinflussen.

Es ist wie ein heimlicher Sumpf,
der dich täglich immer mehr hinunter zieht
 in die dunkle Tiefe, gemeinsam mit ihm..
ein unaufhaltsamer Abstieg!

Dennoch bist du in seinem Leben nur eine Randfigur.
Du dienst ihm und seiner Sucht.
Alles andere wäre Illusion.

Du forderst nichts (mehr).
Es wäre ohnehin sinnlos.
Im Grunde „schluckst“ du genau wie er.
Was?
Verpasste Gelegenheiten,
enttäuschte Hoffnungen,
tausend Verletzungen und Lügen,
gemeine Worte und Erniedrigungen,
von ihm wie besessen im Suff ausgesprochen,
die wie brennende Stachel tief in dir sitzen
und dich klein machen,
jeden Tag, noch ein bisschen kleiner.

Du bist inzwischen so klein geworden,
dass du dich selbst nicht mehr wahrnimmst.

All das schluckst du und du funktionierst weiter.
Warum eigentlich?
Nur, weil du es nicht anders kennst?
Weil du dich an ein anderes Leben
nicht mehr genau erinnern kannst,
es rundweg als unerreichbar und verloren ansiehst?

Aber...woher willst du das wissen?
Du hast es nie richtig versucht!
Oder etwa doch... und bist am Ende zurückgekehrt
in den fatalen Kreislauf von Illusion und falscher Hoffnung,
weil er ohne dich nicht sein kann,
dich angeblich so sehr braucht?
Sein Lockmittel...
Dabei vergisst du ganz dich selbst!

Du hast gar keine Zeit mehr,
an dich selbst zu denken.
Denn du hast es dir aufs Banner geschrieben,
diesem einen Menschen beizustehen..
bis zum bitteren Ende..

Hast du darauf einen Eid geschworen?
Ihn immer und immer wieder aufzufangen,
ihm den Weg aufs Neue zu zeigen,
nur um kurz darauf festzustellen,
dass er schon wieder davon abgekommen ist
und nicht nur das – vielleicht schon kurz vorm Abgrund steht?
Wo bist du dabei geblieben?
Wer bist du noch, in all der Zeit?
Was ist noch übrig geblieben von DIR?
Wo hast du dich einfach stehen lassen,
dich selbst verraten...?

Denke nach… nimm dir Zeit.
Wie warst du früher?
Noch bevor du in diese fatale Dreier-Beziehung - Du – dein Partner – und der Alkohol -
hinein geraten bist?

Konntest du damals lachen
und warst du vielleicht sogar ein lustiger, aufgeschlossener Mensch?
Konntest du dich auf etwas so richtig freuen
und unbeschwert sein wie ein Kind?
Welche Pläne hattest du damals für dein Leben?
Welche Wünsche und Ziele?
Frag dich:
Was ist mir DAVON geblieben?

Versuche, deine Gefühle von damals,
als du noch frei und unbelastet warst von dieser fatalen Gemeinschaft,
für einige Augenblicke wieder zum Leben zu erwecken!
Welchen Partner hattest du dir damals für dein Leben vorgestellt?
Hatte er mit diesem hier Ähnlichkeit?
Ist es nicht vielleicht sogar so,
dass dieser hier ganz und gar nicht dem entspricht,
was du dir damals unter deinem Lebenspartner vorgestellt hast?
Bist du statt dessen irgendwie "an ihn geraten"?
Nun: denke zurück an die Zeit,
als du diesen Partner kennen lerntest.
Welche Gefühle und Hoffnungen hattest du
bezüglich eurer gemeinsamen Zukunft?
Sind sie wenigstens zum Teil erfüllt worden?
Konntest du Glück empfinden an seiner Seite?
Nimm Papier und Stift: Mache zwei Spalten..
schreibe nun auf,
was du in deinem jetzigen Leben
als positiv empfindest und was als negativ
Überwiegen die negativen Punkte?
Oder bist du noch zufrieden mit diesem Leben,
dass du dir mit deinen beiden Partnern
ihm und seiner Alkoholsucht
freiwillig teilst?
Oder...
ist es vielmehr ein Leben voller Kompromisse,
ein Wegsehen und ein Dulden,
ein ständiges Verzichten und Abschreiben
von lichten Hoffnungen und schönen Zielen,
die dich einst bewegten?
Ist es inzwischen auch ein Leben voller Sorge und Zweifel?
Kannst du deshalb  nicht mehr lachen?
Frage dich:
Was würdest du ändern wollen?

Wo stehst du jetzt?
Soll dieses Leben ewig so weitergehen?
Erträgst du es noch immer geduldig,
obwohl du weißt,
dass sich nichts zum Guten wendet – nein,
eher alles nur noch schlimmer wird?
Deine tausend Anläufe und das ständige
 
Immer-wieder-neu-Verzeihen,

all die tausend Versprechungen,
die nie gehalten werden?
Was hält dich dann noch hier?
Wer bindet dich an diesen Menschen,
der doch nur eines kennt:
Seine Alkoholsucht zu befriedigen?
Du bist nur Randfigur, bist Diener,
machst dich zum Narren und Verräter
für dein eigenes, verlorenes Leben,
unter gegangen mit all den Plänen und Hoffnungen,
drein gegeben für ihn,
der nur Augen für seine Flasche hat!

Wenn all das in Ordnung ist für dich,
dann gib keinen Pfifferling mehr für dein SELBST.
Und bleib, wo du bist...
Wenn aber nur noch ein kleiner Funken Selbstliebe in dir glimmt,
ganz hinten in dem dunklen Kämmerlein der Selbstvergessenheit,
dann fache ihn aufs Neue an! Ein keiner Windhauch genügt!

Du wirst staunen!

Mache dich hübsch – gehe wieder aus – lache, albere herum,
plaudere, tanze, lebe!
Lasse ihn zurück...
Er will es nicht anders...
Es ist DEIN LEBEN, und wer, wenn nicht DU, kann es leben?

Gott will, dass du dein Leben jetzt lebst.

Vergeude es nicht für einen Menschen,
der es dir keine Minute lang dankt,
dass du es für ihn hingeworfen hast,
in den Schmutz, genau dorthin,
wo auch all die leeren Flaschen liegen,
die er leer getrunken hat
und an die er auch keinen einzigen Gedanken mehr verschwendet.

Denke heute einen Moment an die vielen unheilbar kranken Menschen,
die in ihrem Bett liegen und auf den Tod warten.
Sie würde alles, ja wirklich ALLES dafür geben,
auch nur einen einzigen Tag lang mit dir tauschen zu dürfen
und sie würden ihre sieben Sachen packen,
und augenblicklich fortgehen und

LEBEN!!

Und wäre es wirklich nur noch ein einziger Tag,
der dir zum Leben bliebe - er wäre es wert,
ihn in vollen Zügen zu genießen, weit abseits von den fatalen, lähmenden Schatten
seiner Sucht und seiner Verschmähung deiner Liebe und Sorge für ihn,
die er im Grunde doch nicht will
und in seinem Leben ganz weit unten rangieren
und für die ER keinen Pfifferling zu geben bereit wäre,
nähmst du ihm dafür seine Flasche!

Denn für ihn ist deine LIebe eine Last geworden.
Er will sie nicht mehr.
Denn die Liebe fordert etwas von ihm.
Und damit ist er über-fordert!

Es ist noch nicht zu spät! Und – es ist ganz einfach!

Wache auf und nimm dein Leben endlich wieder in die Hand!
Übernimm ab heute nur noch
Verantwortung FÜR DICH SELBST!

Viele vor dir haben ebenfalls den Schritt zurück ins eigene Leben gewagt.
Sie haben es nie bereut!

Viel Glück!
Marie-Therese

Dienstag, 4. März 2014

Mein Leben

Quelle: Nikolai

Du - mein Leben,
wohin führst du mich?
Was willst du mir sagen?
Warum bin ich hier?
Woher komme ich?
Wohin führt mich mein Weg?

Wer wird mein Weggefährte sein?
Für wie lange?
Und warum?

Warum gibt es Trauer,
warum Enttäuschung,
wofür sind all die Rückschläge
und Verirrungen gut?

Habe ich sie verdient?
Irgendwann?

Oder, sollen mir gerade die dunklen Stunden
Denkanstöße geben,
mir die Richtung weisen,
mich reifen lassen, 
mich selbst finden lassen,
mich prägen und mir die nötige Stärke geben?

Du - die Liebe - wirst es mir sagen,
zu jeder Zeit und an jedem Ort!

Du - die Liebe - zeigst mir den Weg,
den ich gehen muss,
damit ich mein Ziel im Leben erreiche.

So lange ich Dich - die Liebe -
nicht verloren habe,
kann ich mich selbst nicht verlieren,
in den Stromschnellen des Lebens.

Danke.


M.T. Marquart


Freitag, 6. Dezember 2013

Wir warten auf das Christkind...

Quelle: Pixelio - Fotograf: A. Hermsdorf

Gerade jetzt, zur Vorweihnachtszeit,
spitzt sich vieles zu.

Du erwartest vielleicht zu viel?
Mehr, als du oft selbst geben kannst?

Aus dieser übersteigerten Erwartungshaltung heraus,
reagierst du möglicherweise schnell enttäuscht,
fühlst dich zurückgewiesen,
und unverstanden und daraus resultiert
das bittere Gefühl des Alleinseins.

Dabei kann es gar nicht funktionieren,
dass ständige Harmonie in der Familie - 
in einer Beziehung herrscht.

Aber gerade jetzt,
zur Vorweihnachtszeit,
sind wir süchtig
nach Harmonie und Geborgenheit.

Die kalte Jahreszeit, die trüben Tage,
die langen, dunklen Abende und Nächte,
lassen Sehnsüchte nach Liebe und Akzeptanz
in uns wachsen, mehr denn je!

Aber nicht jeder kann Liebe überhaupt zeigen,
kann Gefühle "herüberbringen".
Viele unserer Mitmenschen haben es nie gelernt,
über das zu sprechen, 
was sie bewegt.

Auch und vielleicht gerade erst recht nicht
zu Weihnachten,
wenn alle so lästig "gefühlsduselig" werden
und jeder einen auf "heile Welt" macht.

Aber haben wir nicht allesamt
ein bisschen was von dieser "Heilen Welt" in uns,
das nur darauf wartet, ausgelebt zu werden?

Doch vielleicht stehst auch du nicht dazu?
Machst lieber einen auf hart oder neudeutsch "cool".

Wenn wir aber neu lernen könnten,
ein wenig mehr dazu zu stehen,
was wir da tief drinnen so überraschend fühlen,
und uns hin und wieder sogar
dazu hinreißen lassen könnten,
in ruhigen Momenten
das auszusprechen, was uns bewegt,
dann kann unsere Familie - unser Partner
auch wieder ein Stück auf uns zugehen,
und bekommt die Chance,
uns wieder ein kleines Stück besser kennen zu lernen
und uns ganz neu zu "entdecken",
wie wir sind, und was wir fühlen
und neu verstehen, was wir erwarten.

Es sind nicht immer
die großen Geschenkerwartungen,
sondern vielleicht auch nur
ein wenig mehr Zeit füreinander,
und öfter mal ein offenes Ohr?

Vielleicht hat unsere Familie - unser Partner
gar nicht ahnen können,
wie sehr harmoniebedürftig wir gerade sind,
und freut sich sogar darüber,
nun, bei dieser Gelegenheit,
etwas von der eigenen Harmoniebedürftigkeit
befriedigen zu können,
indem man sich einfach so  mal umarmt,
sich ausheulen darf,
sich ausspricht über Dinge,
die einen irgendwann verletzt oder bewegt haben,
und die wir seither mit uns herumschleppen,
ungelöst, belastend und unverstanden.

Es ist doch auch bestimmt keine Schande,
sein Herz offen auf den Tisch zu legen?

Das Weihnachtsfest gibt uns die wunderbare Möglichkeit,
all das zu "er-lösen", was uns belastet hat,
uns wieder der Liebe und Zuwendung 
aufs Neue zu öffnen und einander zu versichern,
um strahlend und voller Harmonie
den Festtagen entgegen zu gehen,
in der Erwartung und Bereitschaft

Liebe zu geben.

Dass uns das gelingen mag, das wünsche ich uns!


Ein Frohes, und besinnliches Fest
voller Liebe und Harmonie wünscht Euch



Eure
Marie-Therese





Dienstag, 23. Juli 2013

Abgestürzt! Rückfall - wie damit umgehen?


Jemand ist abgestürzt.
Jemand, den wir mögen.
Vielleicht sogar jemand, den wir lieben.

Ein Sturz geht immer mit Verletzungen einher.

Abstürze in die Sucht - Rückfälle -
verletzen nicht nur denjenigen, der abgestützt ist,
sondern auch die, die sich um ihn sorgen, ihn beschützen,
ihn "kontrollieren".

Sie stützen gemeinsam mit ihm ab.

Es ist, als ginge die Welt unter.
Alle Hoffnung, die man in denjenigen gesetzt hatte,
ist mit einem Schlag zunichte.
Man ist geschockt!
Man ist unsagbar von der Person enttäuscht!
Man fühlt sich betrogen, verarscht.
War alles umsonst?, fragt man sich.
Man sucht die Schuld bei sich selbst.
Was habe ich übersehen?
Gab es Vorzeichen?
Was habe ich als Angehörige/Partner falsch gemacht?
Hätte ich es verhindern können?

All diese Fragen bringen uns nicht weiter.
Sie ändern an der Tatsache nichts,
dass nun alles wieder von vorne beginnt.

Man sollte folgendes wissen:

Ein Rückfall ist nicht bei jedem gleich.
Sucht spielt sich auf vielen Ebenen ab.
Physische, psychische und gesellschaftliche Faktoren und Auslöser.

Was mache ich als Angehörige/r?
Machen Sie auch dem Trinker nun keine Vorwürfe!
Versuchen Sie, mit ihm in Ruhe über seine Sorgen
und Probleme zu sprechen.
Ermutigen Sie ihn, zum Rückfall zu stehen.
Der Trinker sucht immer Gründe zum Trinken,
aber es gibt keinen Grund wieder anzufangen.
Versuchen Sie dies dem Alkoholkranken zu erklären,
führen Sie Gründe auf, die gegen das Trinken sprechen.

Der sofortige Rückfall

Manche Alkoholkranke haben nach einer Zeit der Abstinenz
ein starkes Verlangen nach Entspannung und Erleichterung.
Hat sich das Gedankenspiel (soll ich trinken oder nicht?)
letztlich zum ersten Schluck durchgesetzt,
gibt es kein Halten mehr.
Es wird hemmungslos getrunken,
bis die eventuelle Zufriedenheit wieder da ist.
Das heißt im Klartext, nur starkes "Volllaufenlassen"
kann die vermeintliche volle Befriedigung schenken.
Der Alkoholkranke hat Nachholbedarf.

Der stufenweise Rückfall

Er beginnt wie der sofortige Rückfall.
Doch meist können die Betroffenen ziemlich schnell
wieder von der Droge ablassen.
Jedoch in Gedanken malt sich der Betroffene wieder aus,
wie schön es sein könnte,
wieder Entspannung zu finden
und greift wieder zur Flasche.

Meist liegen zwischen dem ersten und zweiten Rückfall Wochen.
Jetzt werden jedoch die Abstände
zwischen den einzelnen Rückfällen
immer kürzer und irgendwann
wird jeglicher Widerstand aufgegeben.
Der Alkoholkranke fällt in sein altes Trinkverhalten zurück.

Der schleichende Rückfall

Es gibt Alkoholkranke, die irgendwann meinen,
wieder kontrolliert trinken zu können.
Folgendes Beispiel soll
den schleichenden Rückfall verdeutlichen:
Herr X hat vor einem halben Jahr
seine Langzeittherapie abgeschlossen.
Abends besucht er nach wie vor
regelmäßig seine Skatrunde im Gasthaus.
Seit seiner Therapie
hat er dort immer Wasser getrunken.
An einem Abend,
als es besonders fröhlich und ausgelassen zuging,
bestellte er sich ein Bier.
Es blieb auch bei diesem Bier.
Da es ja nun einmal gut gegangen ist,
bestellte sich Herr X fortan jeden Abend
zum Stammtisch ein Bier.
Das ging über Wochen gut.
In dieser Zeit erlebte Herr X jedoch
in sich einen gewaltigen Druck.
Könnte er nicht, wie die anderen auch,
zwei oder drei Bier trinken?
Er verwarf diese Gedanken wieder,
weil er ja wusste, was damals mit ihm passiert war,
als er mehr getrunken hat.
Mit der Zeit wurde jedoch der Wunsch nach mehr zur Quälerei.
Er gab dem Wunsch nach
und verfiel wieder in sein früheres Trinkmuster.