Sonntag, 4. Januar 2009

Hast Du schon mal darüber nachgedacht...

...was Du aus Deinem Leben hättest machen können,

...hättest Du Dich nicht um diesen „süßen“ Säufer gekümmert, um ihn (für Dich) zu „ändern“?

...hättest Du ihn nicht unbedingt heiraten wollen, um ihm Kinder zu gebären, mit denen er ohnehin nichts anzufangen weiß?

...hättest Du Dich mehr um Dich und Deinen Körper gekümmert, Deine Bedürfnisse gestillt, statt ihn stundenlang überall zu suchen?

...hättest Du lieber Deine Hobbys gepflegt, anstatt angstvoll die halbe Nacht auf ihn zu warten?

...hättest Du nur auf Deine Mutter gehört, die Dich schon immer vor ihm gewarnt hat?

...hättest Du ihn damals verlassen, als Du noch jünger warst?

...hättest Du nur einen anderen geheiratet, der Dich so liebt, wie Du bist, nur, weil Du es verdient hast?

...hättest Du nur allen die Wahrheit gesagt über Dein Leben mit ihm, anstatt ihn ständig in Schutz zu nehmen?

Aber – Dein Leben ist nun mal so, wie es ist - Basta!

Und doch ist es noch nicht zu spät!

Denk darüber nach...





Meine Erfahrungen:

Im Grunde ahnen wir bereits, die wir uns einen Menschen zum Partner erwählen, der den Alkohol gerne mag, dass „etwas“ nicht mit ihm stimmt. Doch wir hören nicht hin, forschen nicht nach, denn es ist ja nichts dabei, wenn einer mal „ein Gläschen“ trinkt. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn ein „g’stand’nes Mannsbild“ mal eine Maß hebt gegen den „Durst“. Das kennen wir bereits und wir finden nichts dabei. Dass er dabei etwas „über die Stränge schlägt“ mit seiner lauten Lustigkeit und seiner mehr als lebhaften Art gehört dazu. Denn wir mögen unseren Partner lieber lustig anstelle „fad“ und ernst, denn das gäbe uns nur Rätsel auf, ob es möglicherweise an uns liegt.

Was ist es denn nun? Was zieht uns magisch hin, zu einem Menschen?

Mich persönlich hat wohl die anfänglich bescheidene, stille Art, die ständige Hilfsbereitschaft, übertriebene Anschmiegsamkeit und eine gewisse Ergebenheit zu Beginn unserer Beziehung ungemein imponiert. Eigenschaften, von denen ich glaubte, dass sie einen „guten“ Mann auszeichnen würden. Eigenschaften, die - wie ich heute weiß - ein Trinker gezielt einsetzt, um Frauen wie wir, die genau auf solche Männer ansprechen, anzuziehen. Sie sind die gefühlsmäßigen „Fangeisen“, in die wir treten, weil wir viel mehr als andere Frauen darauf ansprechen! Genau diese Eigenschaften sind dazu da, uns viel zu voreilig verliebt zu machen und uns zu schnell gebunden zu fühlen. Wir „fahren“ voll darauf ab, denn wir interpretieren solche Verhaltensweisen irrtümlich als Liebe!
Dabei ist es noch nicht einmal "böse Absicht".
Suchtkranke senden spezielle Signale - und wir fangen sie auf!

Woran mag das liegen? Nach welchen Maßstäben messen wir? Haben wir vielleicht keinen oder aber einen zu strengen Vater gehabt? Oder haben wir von unserer Mutter gelernt, dass wir unserer Rolle als Frau nachzukommen und dem Mann zu dienen hätten, anstatt ihm das Bier wegzunehmen? Trachten wir, die so einen Mann lieben, zu sehr danach, die Harmonie aufrecht zu erhalten, anstatt zu streiten? Sind wir zu wenig konfliktfähig, um uns mit einem Säufer anzulegen? Wissen wir im Grunde vielleicht genau, dass es wenig Sinn hat, mit einem Angetrunkenen zu debattieren? Fürchten wir uns regelrecht vor jedem Streit? Haben wir ständig Angst davor, alleine zu sein? Lassen wir uns vielleicht mit angedrohter Trennung erpressen?

Wir sollten nachforschen, woran es liegt. Uns und unsere Beweggründe auf den Prüfstand stellen, wenn wir uns - wider jede Vernunft - an so jemand weiterhin gebunden fühlen, dessen Lebensinhalt immer mehr darin besteht, sich regelmäßig zu betrinken. Zählen möglicherweise bereits Handgreiflichkeiten oder gar häusliche Gewalt zu Ihrem Zusammenleben?

Wir sollten auch ernsthaft hinterfragen, ob es für unsere Kinder auf Dauer gut sein kann, den Vater ständig besoffen vor Augen zu haben und uns Gedanken darüber machen, ob diese Tatsache nicht einen fatalen Einfluss auf deren späteres Leben und Partnerwahl haben könnte.

Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre familiäre Situation aufgrund des Alkoholkonsums Ihres Partners Hilfe von außen benötigt? Holen Sie sich beratende Unterstützung!
Sie sind mit Ihrem Problem sicherlich nicht alleine. Sehr viele Familien leiden unter ähnlichen Bedingungen. Gemeinsam mit erfahrenen Therapeuten oder anderen, fachlich geschulten Fachleuten, (siehe unter „Hilfe und Beratung“) die täglich mit ähnlichen Situationen zu tun haben, können Sie sich darüber informieren, ob und wie Sie Ihre Lage verbessern könnten.

Scheuen Sie sich nicht, und suchen Sie diese Hilfe!

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