Sonntag, 26. April 2009

Zeit, anzuerkennen, was wir leisten!

Angehörige von Pflegefällen können bereits ein gewisses Gehör und auch finanzielle Hilfen für Ihre Leistungen erhalten. Das ist gut so und es könnte noch mehr sein. Sie helfen dem Staat dabei, diese Menschen zu betreuen.
Jedoch auch wir, die Angehörigen und/oder Partner von Alkoholkranken, wirken dagegen ohne Anerkennung unserer Leistungen "hinter den Kulissen" in unserem "Pflegehaushalt", der er zweifellos ebenso ist:

  • Ständige Überwachung des Gesundheit- und/oder Geisteszustandes des (Alkohol)kranken (Alpträume, plötzlich auftretende Entzugs-erscheinungen usw.)
  • Ständige Betreuung hinsichtlich Körperpflege, (Hygiene und frische Kleidung, ein schwieriges Kapitel bei fortschrittenem Alkoholismus).
  • Überwachung der Aktivitäten des Alkoholkranken rund um die Uhr, verschärft bei Aufenthalten ausserhalb der Wohnung (eventuelle Suche nach ihm und Verbringung nachhause, falls dies aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist).Überwachung seines Alkoholkonsums, Einnahme von notwendigen Medikamenten usw.
  • Transporte zum Arzt oder in die Klinik bei akuten Zuständen
  • Pflege bei körperlichen Beschwerden aufgrund von zuviel Alkoholkonsum (oder dem genauen Gegenteil = Entzugserscheinungen!)
  • Erste Hilfe bei Verletzungen aufgrund von Stürzen usw.
  • Psychische Betreuung und ein ständiges Aufrechterhalten einer Art künstlicher Harmonie, um möglichen Aggressionen und körperlichen Übergriffen an uns und unseren Kinder vorzubeugen.
All dies und noch viel mehr leisten wir im Verborgenen!
Wer gibt uns dafür die verdiente Anerkennung?
Was wäre, wenn wir all diese Leistungen unterließen?
Wer würde sich kümmern?
Wer unterstützt uns finanziell bei dieser Arbeit, uns, die wir sehr oft am Rande des Existenzminimums leben müssen, weil unser alkoholkranker Partner schon längst arbeitsunfähig geworden ist?
Wer anerkennt denn unsere körperliche sowie seelische Belastung?

Wer spricht für uns, draussen, in der Öffentlichkeit, und macht auf unser Wirken aufmerksam?

Ich finde:
Auch unsere Leistungen sind finanziell anzuerkennen, genau wie die Bereuung
"normaler Pflegebedürftiger".

Ich fordere eine bessere Betreuung unserer häuslichen Situation durch Ärzte, sozial geschulter Betreuer (Gesundheitsamt) oder dgl., um eine fachliche Einschätzung unserer schwierigen Lage zu erreichen.

Wir fordern:
Auch wir müssen der herkömmlichen, häuslichen Pflege gleichgestellt und in der Betreuung von Alkoholikern finanziell und sozialpädagogisch unterstützt werden!

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