Mittwoch, 4. Februar 2009

Die Stufen der Alkoholsucht



Wie kann ich als Angehöriger feststellen, ob mein Partner bereits alkoholsüchtig ist?
Gibt es Richtlinien, die mir dabei helfen können, diese Frage besser zu beantworten?

Um einen grundsätzlichen Überblick über die Phasen der Trunksucht zu erhalten, kann man die Unterscheidung der verschiedenen Abhängigkeitstypen (nach Jellinek) zuhilfe nehmen:

Die nicht süchtigen Trinker werden unterschieden in:

Alpha-Trinker sind Erleichterungstrinker,
die mit Alkohol ihre Probleme zu lösen versuchen.
Sie sind zwar einer fortschreitenden Abhängigkeit
ausgesetzt, können aber ihren Alkoholkonsum
unter Kontrolle halten.

Beta-Trinker sind Gelegenheitstrinker
ohne eine eingetretene Abhängigkeit.
Bei ihnen treten vor allem Beschwerden
durch Folgekrankheiten auf, z.B. Leberschäden,
Magenleiden (Gastritis) u.a.


Bei fortschreitendem, ansteigenden Alkoholgenuss
tritt irgendwann eine wesentliche Veränderung ein:

DER KONTROLLVERLUST !

Wann genau dies der Fall ist, kann nicht generell
bestimmt werden. Jeder Mensch reagiert dabei anders.
Frauen vertragen wesentlich weniger Alkohol als Männer.


Die süchtigen Trinker kann man unterscheiden in:

Gamma-Trinker

Sie sind Suchtkranke;
sie sind die eigentlichen Alkoholiker,
die vom Alkohol seelisch und körperlich abhängig sind.

Sie haben über ihren Alkoholkonsum keine Kontrolle.


Delta-Trinker

Sie sind "Spiegeltrinker",
(d.h. sie halten ihren Alkoholkonsum
immer auf einem gewissen Pegel, also "Spiegel".
Sie können ihren Alkoholkonsum relativ lange
unter Kontrolle halten. Sie sind zwar körperlich,
aber nicht seelisch abhängig.
Bei schleichender Dauerintoxikation sind sie eher unauffällig.


Dann gibt es noch eine weitere, als "uneinheitlich"
bezeichnete Form:



Epsilon-Trinker
Sie werden im Volksmund auch als "Quartalssäufer"
bezeichnet. Nach wochenlanger, manchmal monatelanger
Abstinenz trinken sie tagelang völlig unkontrolliert.

Natürlich gibt es auch Mischformen.
Generell kann ein Quartalssäufer nach jahrelangem
Alkoholkonsum irgendwann zum Alphatrinker werden,
der schließlich ständig trinken muss, um nicht ins Delirium
(Verwirrtheitszustände, Angst, Zittern, Wahnvorstellungen,
optische, aber auch akustische Halluzinationen usw.) zu fallen.


Falls Sie sich nicht sicher sind, inwieweit Ihr Betroffener bereits
suchtgefährdet ist oder nicht, befragen Sie am besten einen Arzt,
der mit Suchtkrankheiten vertraut ist, oder erkundigen Sie sich
in einer der Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen, wo man
Ihnen gerne weiter hilft.

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