Samstag, 21. März 2009

Wieder ein Kind sein...

Als ich irgendwann erkennen und zugeben musste,
dass Pit inzwischen zum gefühlskalten,
egoistischen Alkoholiker geworden war,
und ich nur jahrelang hartnäckig
die Augen davor geschlossen
hatte,
wurde mir mit aller Härte bewußt, dass ich in einer
gigantischen Lebenslüge lebte.

Da bekam ich solches Heimweh und eine brennende Sehnsucht
nach meinem Zuhause und meiner Mutter.
Tiefe Reue überkam mich, denn ich hatte, was Pit anbelangte,
nicht auf sie hören, meinen eigenen Willen durchsetzen wollen.

Nun fühlte ich mich so unendlich ausgebrannt, kraftlos und
alleingelassen. Wie gerne wäre ich wieder Kind gewesen,
und dieses Leben wäre nur ein böser Traum,
aus dem ich jederzeit erwachen könnte...


Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Harry Hautumm

In dieser Zeit schrieb ich dies Gedicht:

Ach, Mutter...

Ach Mutter,
lass mich doch bei dir...
mein Herz vor Angst nach Atem ringt,
wenn dunkle Schatten über mir,
hältst du mich fest und tröstest mich,
wie einst als Kind...


Oh Mutter,
lass mich doch bei dir...
ich kann die Sonne nicht mehr sehn,
ganz dunkel ist die Welt um mich,
kann meinen Weg jetzt nimmer gehen,
ich bin allein und brauche dich,
so wie ein Kind...


Ach, Mutter,
hol mich doch zu dir...
dass deine Hand fest nach mir greift,
wenn ich gestürzt bin unbedacht,
zart über meine Wunden streicht,
mich liebend zudeckt in der Nacht,
wie einst als Kind...


Oh, Mutter,
heb mich hoch zu dir,
lass mich ganz nahe bei dir sein,
wisch mir die Tränen vom Gesicht,
in deinen Armen schlaf ich ein,
wie einst als Kind...


von Marie-Therése Marquart

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