Samstag, 11. April 2009

Feiertage! Genehmigung zum Saufen?


Angehörige von Alkoholkranken fürchten sie:
Die Feiertage!

Ganz gleich, um welche es sich dabei handelt -
Unsere Schluckies lieben die Feiertage!
Sie sind ein Alibi zum Saufen,
sozusagen die Genehmigung vom Herrgott höchstpersönlich!

Und wir? Wir sehen es hilflos mit an, dieses Elend,
wir warten auf glühenden Kohlen,
bis unser Schluckspecht endlich nachhause kommt,
vom Wirtshaus-Stammtisch, vom Vereinstreff,
eben von da, wo er in Strömen geflossen ist,
der Alkohol,
zur "Feier des Tages".

Jeglichen Feiertagsausflügen sah ich stets mit Grauen entgegen!
Weil es scheinbar ohne Schnaps und Wein und Bier nicht geht...
Und noch bevor wir angekommen sind, sind sie im Bus schon alle blau!

Am schlimmsten waren für mich am Abend dann diese Sauflieder!
"Heute blau und morgen blau und üüüüübermorgen wiiieder!"
Heiliger Bim Bam!
Ich konnte es nicht mehr ertragen!
Wie primitiv, textmäßig extra auf besoffene Birnen zugeschnitten.
Warum? Weil ich nichts getrunken habe!

Manchmal wünschte ich mir sehnlichst, auch ich könnte saufen!
Ja! Tatsächlich war ich schon so weit und habe
darüber sinniert, wie das wohl wäre...
Ich begann, die lalligen Dösel rings um mich herum zu beneiden!
Für sie gab es nur noch den Schnaps, das Bierchen und möglichst
bald "zu" sein! Mehr wollten die gar nicht mehr.
Reduziertes Leben...

Unmöglich! Ich hätte keine Freude dran gehabt.
Ich hasse es, keine Kontrolle mehr über mich zu haben!
Und einer musste ja bei klarem Verstand bleiben!

Und überhaupt graute mir vor dem Fusel generell.
Ich konnte einfach nicht verstehen,
wie man sich derartig betrinken konnte!
Mal ein Glas Wein, ja, ok. Das könnte ich sogar genießen...
Aber nicht mit einem stockbesoffenen Mann neben mir!
Da war und blieb meine Kehle staubtrocken.
Da verging mir jegliche Lust auf einen Schluck
eines noch so exquisiten Weines!

Schon aus Angst, ich könnte ebenso enden, wie der da!

Mit den Jahren begann ich, die Feiertage zu verabscheuen.
Ich hatte nichts davon. Mir blieb nur die nackte Angst...
Angst davor, wann und wie er wieder beieinander sein würde,
wenn er nachhause kam,
wie aggressiv er mir und den Kindern gegenüber
wieder sein würde...

Dieser gewisse Moment der Furcht vor der Heimkehr von Pit
war für mich der schlimmste Höhepunkt, dem ich entgegenfiberte,
immer dann, wenn er ausgegangen war.

Doch dieses Abwarten ist falsch!

Lenkt Euch ab, geht aus, genießt das Leben!
Packt Eure Kinder an der Hand und lebt euer eigenes Leben,
hört auf, auf ihn (sie) zu warten...
Das Warten macht mürbe, macht auf Dauer krank!

Trefft Euch mit den anderen, tauscht Euch aus, lacht!
Schließt neue Freundschaften,
geht ins Kino, ins Theater!
Es ist Eurer Leben, lebt es!

Der Säufer braucht Euch nicht wirklich.
Er kommt alleine klar.
Was er braucht, ist seine Pulle.
Sonst nichts!

Macht Euch nichts vor!
Macht nicht mehr mit!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Coabhängiges Verhalten - woran erkennt man es?

Bildquellenangabe:   Uta Herbert - pixelio.de Der Mann Deiner Schwester, Deiner Freundin...