Dienstag, 3. November 2009

Die Rückkehr


Quelle Foto: www.pixelio.de Fotograf: Korkey

Und was jetzt?
Wieder hat die Liebe kapituliert!

Die Rückkehr zum geliebten Trinker –
ein echter Rück-Schritt!

Für Deine und seine Entwicklung - weg vom Alkohol.

Warum?
Wenn Du ihn doch so liebst und ihm von Herzen
allzu gerne seine Versprechen glauben willst...

Wenn Du ihm kein echtes Ultimatum stellst,
säuft er weiter.

Er, der Dir erzählen will,
er könne aus eigener Kraft
und jederzeit mit dem Alkohol aufhören, einfach so.
Er kennt deinen wunden Punkt nur zu genau - deine GEFÜHLE!

Wie sich dann verhalten?
Seinen Beteuerungen glauben,
um ihm die nötige Zuversicht zu geben?

Ihm heimlich das Misstrauen aussprechen?
Wozu dann Deine Rückkehr?
Da hättest Du gleich bleiben können,
wo Du warst – besser getrennt von ihm!

Doch Du hast es nicht ertragen,
ohne dieses ewig „große Ziel“,
ihn irgendwann doch trocken zu kriegen,
weiter zu leben.

Deine eigenen Ziele
hast Du schon vergessen, aufgegeben...

Wie oft bist Du schon zu ihm zurück gegangen?
Wie oft hat er Dir all die Märchen schon erzählt,
von wegen Aufhören und
mit Dir ein neues Leben anfangen...

Und Du hast es ihm geglaubt,
weil du ihn noch immer liebtest,
um einige Zeit später zu erkennen,
dass er sein Versprechen gar nicht halten konnte,
weil er krank ist, suchtkrank.


Diesmal schafft er es, sagt er.
Es ist ihm ja so ernst damit!

Was glaubst Du wirklich?
Tief drinnen nagen heimlich bittere Zweifel,
und Du siehst ihm in die geliebten Augen,
die Dich flehentlich anschauen,
und sich mit ihrem Blick an Dich heften,
so, als wäre er ein Ertrinkender
der sich an Dich klammert,
Du, seine RETTERIN?
Ohne die er untergeht?

Blödsinn!

So schnell geht es nicht.
Säufer sind zäh.
Sie trinken oft Jahrzehnte
völlig allein auf sich gestellt
und brauchen dazu
- niemand!


Du willst ihm helfen?
Das Schwierigste überhaupt!
Und wofür?
Für EURE ZUKUNFT?
Wie wird sie aussehen, diese Zukunft?

Laien können schwer nachvollziehen,
was Trinker wirklich wollen und brauchen.
Was sie eigentlich dazu bringt,
ständig zu saufen.

Gerade diese liebenden Frauen
können aus Säufern
keine Abstinenzler zaubern.
Das funktioniert nicht.

Das Gefühl, die Liebe,
stehen dabei im Wege!

Sie stören und verfälschen den objektiven Blick
für den kranken Alkoholiker und dem, was er tut.
Die "rosarote" Brille übersieht die wesentlichsten Dinge.

Gefühle gegen Verstand - Herz gegen Vernunft.

Das Gefühl wird weinend siegen,
und der Säufer lacht dazu!

Und er akzeptiert Dich nicht als seine Therapeutin -
pah, wie sollte das auch gehen?

Sich so bloß zu stellen vor Dir! Niemals!
Nur ein Psychologe für Suchtkrankheiten
kann ihm helfen.

Er "knackt" den Säufer, bringt ihn dazu,
in sich selbst hineinzuschauen,
in die verhassten Ecken seiner Psyche zu stöbern,
bis es verdammt weh tut,
bis er erkennt, warum er trinken muss.

Nur so geht es.

Das schaffst Du nicht, mit Deiner lächerlichen Liebe!
Deiner kindischen Anhänglichkeit!
Das haben schon Legionen liebender Frauen
vor Dir versucht und sind gescheitert!

Denn wir Frauen sind zu weich,
zu verständnisvoll,
zu nachgiebig,
zu wankelmütig,
schnell weich zu kochen,
herumzukriegen.

Ein Lächeln, ein Blinzeln,
den Kopf schief legen,
wie ein treuer Schäferhund,
sich einschmeicheln,
Dich zum Lachen bringen,
Dich wärmen, wenn du frierst...
Dich zärtlich zu küssen,
wenn auch mit gehaltvoller Fahne,
die wir bereits gewöhnt sind,
die uns nichts mehr ausmacht,
die irgendwie „zu ihm“ gehört.

Tricks eines Alkoholabhängigen!
Deine Schwächen sind eine Gelegenheit,
eine "angelehnte Tür" für ihn.

Deine scheinbare Strenge,
die er nur allzu schnell ins Gegenteil verkehrt,
Unsicherheiten, die er für sich einzusetzen weiß,
um wieder genau das zu bekommen,
was er (noch) braucht,
nachdem ihn so gelüstet,
viel mehr als nach Dir und Deiner Gefühlsduselei.

Deine stümperhaften Versuche,
ihn trocken zu kriegen.
Bedrohlich sind sie letzten Endes für ihn.
Nichts anderes.

Fast so, wie für einen Fisch, der einen Landgang machen soll.
Das kannst du nicht verlangen!
Du nicht!

Dir bleibt nur eins:
Dir die Master-Frage zu stellen:

Kann ich ohne ihn leben,
wenn er NICHT aufhört zu trinken?

und...

...kann ich MIT ihm weiterleben,
wenn er so WEITERTRINKT?

Stelle sie Dir bald, diese beiden Fragen.
Sie sind die wichtigsten Fragen in Deinem Leben,
bevor es ungenützt an Dir vorbeiläuft,
und wie Wasser durch Deine Finger rinnt...


Deine Marie-Therese

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