Dienstag, 12. Oktober 2010

Suchtehen - Einsamkeit trotz Partner

Einsamkeit...

Photo:  Bernd Röttger - http://www.sheepdog.de/

Ein bitteres Gefühl des Alleinseins,
allein mit dem, was man gerne teilen würde:
Gedanken, Erlebnisse, Meinungen, Momente des Glücks.
Aber auch alleine mit seinen Problemen,
Entscheidungen, Einsichten, mit den dunklen Momenten der Verzweiflung.
Das alles ist Alltag in einer Suchtehe.
Warum?
Weil der süchtige Part in dieser Ehe so sehr
mit sich selbst beschäftigt ist,
dass er für das, was seinen Partner bewegt,
keine Energien, kein Interesse mehr hat.
Die Sucht und der Zwang,
sie ständig befriedigen zu müssen,
macht einen Egoisten aus ihm,
der sich immer weniger um das kümmert,
was in seiner unmittelbaren Umgebung passiert.
Selbst den Menschen, die er eigentlich liebt
oder besser gesagt - einmal geliebt hat,
kann er keine Aufmerksamkeit mehr schenken,
weil zu Zeiten, in denen er nüchtern ist,
der nächste Rausch vorbereitet werden muss.
Und zu Zeiten, in denen er berauscht ist,
einzig und allein der Rausch ihn gefangen nimmt,
mit all seinen Facetten bis hin zum Entzug,
der am anderen Ende unweigerlich auf ihn wartet.
Kann man das verstehen, dass ein solcher Mensch
"keine Zeit" und
"keine Lust" mehr hat,
sich auch noch mit den Wehwehchen
seiner Familie zu belasten?
Deshalb sind wir Partner eines Trinkers oft schrecklich alleine.
Wir tragen die ganze Last und Verwantwortung.
Immerzu warten wir auf einen günstigen Augenblick,
in dem der süchtige Partner vielleicht doch einmal "erreichbar" ist,
freiwillig
bereit wäre, sich mal wieder und in vollem Umfang
mit dem zu befassen, was in der Familie vor sich geht.
Nur, leider warten wir meistens vergebens
und werden erneut zurückgelassen,
mit alldem, was uns bewegt und und belastet,
und was wir so gerne mit ihm teilen würden,
wenn,
ja, wenn nur diese Sucht nicht wäre,
die ihn uns regelmäßig
wieder wegnimmt,
ihn uns "wegsperrt"
und ihn nicht mehr losläßt.
Die Sucht wird zur echten Rivalin.
Ihr schenkt er sein ganzes Leben.
Und wir?
Wir sind einsam.
Wir tragen die ganze Verantwortung -
auch für die Kinder und der Last,
sie zu brauchbaren Menschen zu erziehen.
Im Grunde sind wir ja alleinerziehend.
Wenn nun auch keine Großeltern oder
sonstige Angehörige ihre Unterstützung anbieten,
tragen wir ganz allein die Last
des Familienoberhaupts.

Eine Rolle, auf die wir manchmal sogar stolz sind.
Wenn wir sehen, dass trotzdem alles gut funktioniert,
die Kinder keine Probleme haben, in der Schule gut mitkommen,
wir zufrieden sein können, mit dem, was wir tagtäglich unserem
Einsatz und unserem Organisationstalent zuschreiben können.
Und dennoch...
Oft wird uns bewußt, was uns eigentlich fehlt.
Wenn wir andere, "normale" Familien sehen,
die gemeinsam
etwas unternehmen.
Dann packt uns heißer Neid und tiefe Traurigkeit!
Denn was uns am meisten fehlt, ist die Liebe unseres Partners.

Dann kommen wir wieder an den Punkt,
wo wir am liebsten
alles hinwerfen
und mit unseren Kindern
einfach davonlaufen würden...
Doch irgendwas hält uns fest...
läßt uns festhalten an...?
Woran?
Wir haben es vergessen...
Die Macht der Gewohnheit läßt uns weitermachen,
bis wieder irgendwann der Punkt kommt,
an dem wir alles hinwerfen möchten.
Und wer weiß? Vielleicht gehen wir ja auch -
eines Tages...

Eure
Marie-Therese

Kommentare:

  1. Träme bleiben....

    Wunderbare Liebe

    Zwei Träume fliehen
    dem Dunkel der Nacht
    blinzeln in die
    Verschlafenheit des Morgens

    Augen suchen einander
    finden sich
    finden Ihren Traum
    und träumen ihn das zweite mal

    Erwacht
    ist ein wunderschöner Tag
    Sonnenstrahlen streicheln Tautropfen
    Hände berühren Haut
    Wärme
    um uns Geborgenheit
    in uns
    Horst Nikolai

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  2. Oh Gott, das trifft mich jetzt wirklich bis ins Innerste - da ist MEIN Leben beschrieben!!

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  3. Ich wollte mal ein Buch schreiben. Dann habe ich diese Seite im Netz gefunden. Das Buch gibt es schon, so, wie ich es auch geschrieben hätte!
    Da ist mein Leben beschrieben!!!

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