Mittwoch, 22. Dezember 2010

Weihnachten

Quelle: pixelio - Fotograf: Harry Hautumm


"Weihnachten" bringe ich mit vielen schönen und
angenehmen Dingen in Verbindung:


Besinnlichkeit, Vertrautheit, Erwartung,
sich wieder näher kommen, sich etwas geben,
sich einander zuwenden, Zeit füreinander haben,
Gefühle, Stille, Liebe, Zärtlichkeit,
Vertrautheit, Zusammengehörigkeit...

Erinnerungen an unsere Kindheit steigen in uns auf,
mit unserer damaligen, unvoreingenommenen Einstellung
zu Kirche und Glauben,
und zu Gott, für den es in unserem erwachsenen Leben
gar keinen Platz mehr zu geben scheint.

Wir spüren gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit,
was wir damit verloren haben,
dass wir keinen Glauben mehr besitzen,
in nichts und in niemand.
Wie leer ist unser Leben, wenn wir das feststellen!
Eine Leere, die uns auch das prachtvollste Geschenk
nicht auf Dauer ausfüllen kann.

Woran sollen wir aber noch glauben in der heutigen Zeit?
Wer gibt uns denn die Sicherheit und das Vertrauen,
wenn nicht die Menschen in unserer unmittelbaren Nähe?

Vielleicht aber haben wir das Vertrauen zu ihnen verloren,
sind enttäuscht oder belogen worden,
haben uns verbittert abgewandt und uns entschlossen,
ohne sie weiter zu leben in der Überzeugung,
dass es besser ist, alleine zu sein, als verletzt zu werden.

Dabei haben wir aber etwas wesentliches vergessen:
Wir alle, jeder einzelne von uns, macht Fehler!
Wir alle, jeder einzelne von uns, ist manchmal unehrlich.
Wir alle, jeder einzelne von uns, tut Dinge aus Angst,
Nachteile hinnehmen zu müssen,
in den Augen der anderen als Versager dazustehen.
Wir alle, jeder einzelne von uns, ist fehlbar und schwach.

Wenn wir aber gerade das als Schwäche akzeptieren,
und uns daran erinnern wollten, dass auch wir Fehler machen,
so wie die, denen wir angeblich nicht verzeihen können,
dann erkennen wir, dass auch wir Verzeihung nötig haben.

...wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Verzeihen ist Loslassen.
Verzeihen ist Größe.
Verzeihen ist Freispruch.
Verzeihen ist Liebe.
Verzeihen ist Heimkehr und Zuwendung.

Indem wir verzeihen, lassen wir los,
von unserer Verbohrtheit und unserem falschen Stolz,
von unserer angeblichen Härte
und Unnachgiebigkeit,
von unserer Perfektion
die es nicht gibt -
und erkennen,
wie schön es ist,
wenn wir uns wieder
ohne Vorbehalt zuwenden können,
den Menschen,
dem Glauben und damit auch Gott.

Was gibt es Schöneres zu Weihnachten?

Ich wünsche Euch ein glückliches und
befreites Weihnachten!


Eure
Marie-Therese

Montag, 6. Dezember 2010

Kälte im Herzen

Foto: Pixelio - Fotograf: Harry Hautum


Vieles, was wir dem Partner sagen möchten,
bleibt für immer unausgesprochen.
So manches, was wir so gerne erklären würden,
behalten wir lieber für uns.

Immer wieder nehmen wir uns vor,
eine völlig neue Seite in uns zu offenbaren,
eine Seite, die keiner von uns kennt.
Nur wir allein kennen sie.

Wir würden den Menschen, den wir lieben,
manchmal gerne zeigen, was wir wirklich empfinden,
was wir dringend bräuchten,
was wir oft töricht vom anderen erwarten
und wonach wir uns so sehnen.

Doch dann halten wir inne.
"Das kannst du doch nicht tun!",
hören wir die Stimme in unserem Inneren.
"Wie käme denn das rüber?
Das wäre doch kindisch!
Was wird er/sie von dir denken?"

Und die Angst, sich zu blamieren,
läßt uns unser Vorhaben im Keim ersticken.
Wir schließen wieder zu - wie eine Auster,
und bleiben wieder für uns alleine,
teilen uns nicht mit,
sperren den anderen aus,
weil es viel einfacher ist -
basta!

Wie, frage ich mich, wäre es denn,
würden wir aufhören mit unseren Selbstzweifeln,
wären wir nur offener und redseliger,
ohne die Angst, sich zu "outen" -
das
neue Wort für: sich offenbaren!

Hätte Gott sich uns nicht offenbart,
lebten wir noch immer im Dunkel.
Er führte uns ins Licht
und läßt uns alle dummen Zweifel vergessen!

Ich wünsche uns allen, dass wir jetzt,
in der Vorweihnachtszeit
ein wenig mehr von uns offenbaren.
Uns einfach "öffnen"
für die Sehnsüchte unserer Mitmenschen,
ohne dabei daran denken zu müssen,
dass wir mißverstanden werden könnten.

Einfach alle Zweifel fallen lassen -
und DU SELBST sein dürfen!
Echt und unverfälscht,
wie ein "erwachsenes" Kind!

Dann könnten wir uns unbelastet freuen
auf das Weihnachtsfest,
ohne schon wieder
darüber nachdenken zu müssen,
wie unser Geschenk "ankommt"
und ob es auch "willkommen" ist.

Vielleicht schenken wir dieses Jahr mal
Aufmerksamkeit, Gespräche, Zuhören, Verständnis,
ohne Vorurteile und falsche Maßstäbe,
die wir nur zu gerne bei uns selbst ansetzen.

Das wünsche ich mir.


Eure Marie-Therese

Dienstag, 26. Oktober 2010

Partner Alkoholkranker können viel bewirken

Lichtblick

PartnerInnen von Alkoholkranken machen viel durch -
keine Frage. Sie könnten aber auch viel bewirken,
würden sie es nur richtig anfangen!

Dazu muss man sich mit der Krankheit Alkoholismus
auseinandersetzen, sich informieren! Gut wäre, sich einer
Selbsthilfegruppe anzuschließen, die sich auch um
Angehörige von Alkoholkranken kümmert und
ihnen die notwendige Selbstsicherheit gibt,
um in ihrem Leben etwas zum Positiven zu verändern.
Sicher gibt es eine solche Selbsthilfegruppe
auch in Ihrer Nähe.

Ganz kurz und "gerafft" könnte man es in folgende
wichtige Verhaltensregeln zusammenfassen:
(Alkoholkranker Partner/Person = AP)


So lange Sie Ihrer AP keine Grenzen setzen,
wird er/sie auch keine Grenzen einhalten!
(gilt auch in anderen Lebensbereichen!)

So lange Sie sich übertrieben um Ihre(n) AP kümmern, (Kontrollzwang)
wird sie/er Sie auch weiterhin voll mit Beschlag belegen!
(kein eigenes Leben mehr!)

So lange Sie nicht klipp und klar eine Entziehungskur fordern,
wird Ihr(e) AP auch nicht bereit sein, sich behandeln zu lassen.

So lange Sie ihr(er) AP
Alkohol freiwillig verschaffen (einkaufen)
so lange wird sie/er ihn ohne Einschränkung trinken
(so lange etwas da davon da ist!)

Fazit:

Erst wenn Sie ihr/ihm

1. ein unmißverständliches Ultimatum setzen
(bis zum...... erwarte ich von dir....!),
(Sich hierüber auf keine Diskussionen einlassen!)


und gleichzeitig
2. nicht umkehrbare Folgen bei Nichtbeachtung= Trennung/Scheidung  ankündigen!

 
die Sie danach aber auch unbedingt einhalten müssen!!
3. angekündigte Konsequenzen durchziehen,
falls die AP Ihr Ultimatum nicht beachtet -
(ALLERWICHIGSTER PUNKT!)

Erst dann wird sich wirklich etwas ändern!

IHR GRÖSSTER Feind ist nämlich
Ihre eigene Angst vor Punkt 3.


Sie zu überwinden, ist der Schlüssel für eine
wirksame Verbesserung in Ihrem Leben!


Denn: Inkonsequenz ist der schlimmste Fehler, der Ihnen
bei einem Alkoholkranken passieren kann!

Sie/er muss lernen, dass Sie ihr Ding durchziehen!

Deshalb:
Holen Sie sich dazu noch heute Hilfe und Unterstützung!

Klicken Sie hier!

Infos über Selbsthilfegruppen

Ich wünsche Ihnen viel Mut und Konsequenz, um Ihr Leben zu verändern!

Ihre
Marie-Therese 

Montag, 18. Oktober 2010

Wichtige Stationen zum Trockenwerden



Weg nach oben


Die alkoholkranke Person möchte aufhören mit dem Trinken, schafft es aber trotz mehrmaligem Anlauf und ohne fachliche Hilfe nicht:

Sie müssen ihr klarmachen, dass es keine Zukunft für Sie beide geben kann, wenn sie wie bisher weitertrinkt und dass es ohne Therapie nicht geht. Solch klare, nicht selten als "herzlos" abgeurteilte Ultimaten geht es nicht. So lange die alkoholkranke Person annehmen darf, dass Sie in irgendeiner Weise beeinflussbar sind, wird es keine ernsthafte Änderung am Suchtverhalten geben.


• Die alkoholkranke Person möchte eine stationäre Therapie machen, hat aber tausend Einwände und Bedenken, dass im näheren Umfeld herauskommen könnte, was mit ihr „los“ ist:

Das ist normal und typisch für Alkoholkranke. Sie neigen dazu, ihr Problem zu vertuschen und wollen keinesfalls, dass das weitere Umfeld und die Arbeitskollegen es erfahren. Sprecht mit dem Therapeuten und räumt die Bedenken gemeinsam aus.


• Die alkoholkranke Person möchte zwar trocken werden, Sie stellen aber fest, dass sie dies nur Ihnen zuliebe tun will, selbst aber nicht davon überzeugt ist, mit dem Trinken auf Dauer aufhören zu müssen.

So lange die alkoholkranke Person nicht aus eigener Überzeugung trocken werden will, werden Sie bei ihr auf lange Sicht keinen Therapieerfolg erreichen.


• Die alkoholkranke Person will zwar eine Therapie machen, aber nur ambulant:

Das ist o.k., so lange es ihr wirklich ernst ist damit und sie auch regelmäßig zu den Therapiestunden geht. Trotz möglicherweise negativer Erfahrungen versuchen Sie nicht, sie diesbezüglich zu kontrollieren - vertrauen Sie ihr und warten Sie vorerst ab, ob die Therapie anschlägt.


• Die alkoholkranke Person möchte eine stationäre Therapie machen, hat aber tausend Einwände und Bedenken, dass im näheren Umfeld bekannt wird, was mit ihr „wirklich los“ ist:

Das ist normal und typisch für Alkoholkranke. Sie neigen dazu, ihr Problem zu vertuschen und wollen keinesfalls, dass das Umfeld, Freunde und Arbeitskollegen von der Alkoholsucht erfahren. Sprechen Sie gemeinsam über diese Bedenken mit dem Therapeuten und suchen Sie nach einer akzeptablen Lösung.


• Die alkoholkranke Person fürchtet sich vor der Therapie, weil sie nicht weiß, was dort alles auf sie zukommt:

Im Grunde handelt es sich hier wieder nur um die verständlicherweise sehr ausgeprägte Angst, mit dem kommenden Entzug nicht klarzukommen. Kein Wunder! Durch viele negative Selbstversuche hat sich die Erfahrung eingebrannt, dass es nur furchtbar werden kann! Auch hier hilft das Gespräch mit einem Sucht-Therapeuten, noch vor Antritt der stationären Kur. Er kann schon mal Einblicke geben in das, was den Suchtkranken in der Klinik erwartet.


• Die alkoholkranke Person oder auch Sie haben ein Problem mit der langen Trennungszeit. Wer kommt inzwischen finanziell für die Familie auf, falls vorher eine Berufstätigkeit vorlag?

Schon beim Antrag auf eine stationäre Kur wird Krankengeld vom jeweiligen Versicherungsträger beantragt. Nachdem der Alkoholkranke selbst fast kein Geld benötigt, kann dieses zur Unterstützung der zuhause verbliebenen Familie beitragen. Ansonsten beim nächsten Sozialamt nachfragen.


• Die alkoholkranke Person hat Angst, ihre Arbeit zu verlieren, wenn sie die Kur über einen langen Zeitraum stationär antritt:

Normalerweise unterstützen Arbeitgeber eine Entzugsmaßnahme. Manche Arbeitgeber "unterbrechen" vertraglich das Arbeitsverhältnis, um nach Beendigung der Entziehungsmaßnahme sofort wieder einzustellen. Auch hier gilt: Sich informieren, wie es im eigenen Betrieb gehandhabt wird.


• Die alkoholkranke Person hat Probleme wegen der kliniküblichen, vorübergehenden Kontaktsperre:

Die Kontaktsperre soll für die zu Beginn der Entziehungsmaßnahme dringend notwendige innere Einkehr und ein "Zur-Ruhe-Kommen" für den Alkoholkranken sorgen. Diese therapeutische Vorgehensweise hat sich sehr bewährt und trägt zur Eingewöhnung und besseren Akzeptanz der Maßnahme bei. Bestärken Sie sie darin, dass diese Maßnahme gut und wichtig ist für sie und erklären Sie, dass Sie selbst damit überhaupt kein Problem haben. Wenn dies auch nicht unbedingt der Wahrheit entspricht - es ist notwendig! Auch von Ihrem Verhalten hängt es jetzt ab, ob der Start gut und reibungslos verläuft.


Generell ist zu empfehlen, bei der Klinik Ihrer Wahl nachzufragen, wie es dort im Einzelfall gehandhabt wird. Dadurch erhält man die Möglichkeit, sich besser vorzubereiten.


Ich wünsche viel Erfolg!



Eure

Marie-Therese





Donnerstag, 14. Oktober 2010

Der Weg

Wohin?

Da traf ich Dich,
auf meinem Weg ins Unbestimmte.
Auf der Suche nach Liebe und Akzeptanz,
nach Verständnis und Glück,
nach einem neuen Aspekt in meinem Leben,
von dem ich nicht weiß,
was es noch für mich bereithalten mag.

Ich sah in Deine Augen.
Sie verstanden mich, sie akzeptierten mich,
sie erzählten mir von Deiner Suche,
nach Liebe und Glück vielleicht,
oder einer vagen Hoffnung
auf einen neuen Aspekt in Deinem Leben,
der ihm vielleicht einen völlig neuen Sinn,
eine neue Wende geben könnte.

 Wir trafen und wir trennten uns,
jeder für sich,
auf seinem Weg der Suche,
stellten wir fest,
dass es uns unerwartet weitertreibt,
im Fluss unseres Lebens,
dessen Geheimcode wir folgen,
bis wir irgendwann innehalten und sagen:
Jetzt ist es gut.


Marie-Therese Marquart




Dienstag, 12. Oktober 2010

Suchtehen - Einsamkeit trotz Partner

Einsamkeit...

Photo:  Bernd Röttger - http://www.sheepdog.de/

Ein bitteres Gefühl des Alleinseins,
allein mit dem, was man gerne teilen würde:
Gedanken, Erlebnisse, Meinungen, Momente des Glücks.
Aber auch alleine mit seinen Problemen,
Entscheidungen, Einsichten, mit den dunklen Momenten der Verzweiflung.
Das alles ist Alltag in einer Suchtehe.
Warum?
Weil der süchtige Part in dieser Ehe so sehr
mit sich selbst beschäftigt ist,
dass er für das, was seinen Partner bewegt,
keine Energien, kein Interesse mehr hat.
Die Sucht und der Zwang,
sie ständig befriedigen zu müssen,
macht einen Egoisten aus ihm,
der sich immer weniger um das kümmert,
was in seiner unmittelbaren Umgebung passiert.
Selbst den Menschen, die er eigentlich liebt
oder besser gesagt - einmal geliebt hat,
kann er keine Aufmerksamkeit mehr schenken,
weil zu Zeiten, in denen er nüchtern ist,
der nächste Rausch vorbereitet werden muss.
Und zu Zeiten, in denen er berauscht ist,
einzig und allein der Rausch ihn gefangen nimmt,
mit all seinen Facetten bis hin zum Entzug,
der am anderen Ende unweigerlich auf ihn wartet.
Kann man das verstehen, dass ein solcher Mensch
"keine Zeit" und
"keine Lust" mehr hat,
sich auch noch mit den Wehwehchen
seiner Familie zu belasten?
Deshalb sind wir Partner eines Trinkers oft schrecklich alleine.
Wir tragen die ganze Last und Verwantwortung.
Immerzu warten wir auf einen günstigen Augenblick,
in dem der süchtige Partner vielleicht doch einmal "erreichbar" ist,
freiwillig
bereit wäre, sich mal wieder und in vollem Umfang
mit dem zu befassen, was in der Familie vor sich geht.
Nur, leider warten wir meistens vergebens
und werden erneut zurückgelassen,
mit alldem, was uns bewegt und und belastet,
und was wir so gerne mit ihm teilen würden,
wenn,
ja, wenn nur diese Sucht nicht wäre,
die ihn uns regelmäßig
wieder wegnimmt,
ihn uns "wegsperrt"
und ihn nicht mehr losläßt.
Die Sucht wird zur echten Rivalin.
Ihr schenkt er sein ganzes Leben.
Und wir?
Wir sind einsam.
Wir tragen die ganze Verantwortung -
auch für die Kinder und der Last,
sie zu brauchbaren Menschen zu erziehen.
Im Grunde sind wir ja alleinerziehend.
Wenn nun auch keine Großeltern oder
sonstige Angehörige ihre Unterstützung anbieten,
tragen wir ganz allein die Last
des Familienoberhaupts.

Eine Rolle, auf die wir manchmal sogar stolz sind.
Wenn wir sehen, dass trotzdem alles gut funktioniert,
die Kinder keine Probleme haben, in der Schule gut mitkommen,
wir zufrieden sein können, mit dem, was wir tagtäglich unserem
Einsatz und unserem Organisationstalent zuschreiben können.
Und dennoch...
Oft wird uns bewußt, was uns eigentlich fehlt.
Wenn wir andere, "normale" Familien sehen,
die gemeinsam
etwas unternehmen.
Dann packt uns heißer Neid und tiefe Traurigkeit!
Denn was uns am meisten fehlt, ist die Liebe unseres Partners.

Dann kommen wir wieder an den Punkt,
wo wir am liebsten
alles hinwerfen
und mit unseren Kindern
einfach davonlaufen würden...
Doch irgendwas hält uns fest...
läßt uns festhalten an...?
Woran?
Wir haben es vergessen...
Die Macht der Gewohnheit läßt uns weitermachen,
bis wieder irgendwann der Punkt kommt,
an dem wir alles hinwerfen möchten.
Und wer weiß? Vielleicht gehen wir ja auch -
eines Tages...

Eure
Marie-Therese

Samstag, 9. Oktober 2010

Die da draußen glauben mir nicht!

Weit weg vom sicheren Ufer


Eine Tatsache, unter der Partner von Trinkern
sehr oft zu leiden haben.
Das liegt daran, dass Alkoholkranke meist "zwei Gesichter" haben.

Das eine, das nette Gesicht zeigen sie denen, auf die sie einen guten Eindruck machen wollen oder müssen, also in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz, im Verein, beim Nachbarn, im Freundeskreis, am Stammtisch usw.

Doch dann gibt es da noch das böse, das "zweite Gesicht", das kommt dann zu Tage, wenn man irgendwann unter sich ist, niemand zusieht, keiner zuhört. Dann kann man die "Sau" rauslassen, das eigentliche, versoffene Ich ungeniert präsentieren!

Ist das richtige Quantum an Alkohol erst mal erreicht und kommt dann der Punkt, an dem unser Trinker "zuviel" hat, kommen plötzlich all die verletzenden Verhaltensweisen wie Kaltschnäuzigkeit, Ignoranz, Sarkasmus, Zynismus und schneidender Hohn bis zur Schmerzgrenze zu Tage.
Oft kann er bei in der Erniedrigung seiner Angehörigen gar kein Ende mehr finden! Es tut ihm scheinbar gut, seine Lieben zu tyrranisieren und zu erniedrigen. Er peinigt aber die, die eigentlich tapfer zu ihm stehen, die ihm ständig helfen und ihn schützen - die, die mit ihm zusammenleben -
seine Familie!


Niemand ahnt, dass nach öffentlichen Veranstaltungen erst zuhause der "Tanz" so richtig losgeht, dass er streitsüchtig ist wie ein Kampfhund und nicht lockerläßt, bis wir uns einlassen auf den Streit, uns herausgefordert fühlen, uns hilflos versuchen zu verteidigen, unsere Verletzungen aufbrechen sehen und verzweifelt die Liebe suchen, die uns in solchen Momenten so weit weg uns absurd erscheint, so, als hätten wir uns das alles nur eingebildet!

Es passiert nun das, was uns Partner so mürbe macht, uns auf Jahre hin seelisch zerstört, uns willenlos und resigniert werden läßt, bis wir irgendwann aufgegeben haben und gar nichts mehr an unserer Situation ändern wollen.
Denn wir GLAUBEN schließlich das, was uns da ständig an den Kopf geworfen wird! Wir ziehen uns den häßlichen Schuh an und unterwerfen uns, nur um des lieben Friedens willen.

Dann hat unser Trinker das erreicht, was er eigentlich wollte:
Er hat dafür gesorgt, dass für ihn auch weiterhin gesorgt wird!

Denn irgendwann glauben gerade wir Trinkerfrauen, dass wir
häßlich, fett, alt, dumm, aus schlechter Familie sind, eine schlechte Schulbildung haben, froh sein müssen, dass wir überhaupt einen abgekriegt haben, zu nichts taugen, an unsere Arbeit gehen sollen usw.
Die Gemeinheiten eines Trinkers, die er uns im Rausch antut, sind mannigfach und schädigen jeden, der auch nur lange genug an seiner Seite bleibt.

Die da draußen aber, die kennen diesen miesen Kerl nicht!
Sie kennen nämlich einen ganz anderen!
Die kennen den Netten, immer Hilfsbereiten, stets Lustigen, Dienstbeflissenen, den Alleswisser bei Problemen,
den tollen Ratgeber!

Ist das dieselbe Person?? fragen wir uns?
Ja.
Es sind die Eigenschaften, auf die auch wir einmal hereingefallen sind
und die wir an unserem Trinker so geliebt haben, bis...

ja, bis wir endlich das präsentiert bekommen haben,
was hinter der Mogelpackung steckte:
Einen egoistischen, kranken Säufer!

Müssen wir uns das noch länger bieten lassen?
Sind wir dazu geboren worden?

Nein!

Es stimmt nämlich nicht, was uns da täglich an den Kopf geworfen wird!
Das tut er nur, um sich selbst gut zu fühlen, in seiner Sucht, die ihn nicht mehr losläßt wie ein böser Teufel!

Überlegt mal:
Wir haben das doch gar nicht nötig,
denn wir können allein auf uns gestellt leben, selbstbestimmt und eigenverantwortlich!

Wir müssen es uns nur selbst beweisen!


Eure

Marie-Therese


Sonntag, 3. Oktober 2010

Verurteile niemand, der dein Elend verurteilt!

Quelle Foto:    Bernd Röttger


Alkoholikerfrauen lernen im Laufe der Zeit sehr gut, alleine mit ihrem "Säufer-Elend" klarzukommen. Sie werden richtige Meister darin, sich nach außen hin abzuschotten, niemanden hereinzulassen, keinem einen "richtigen" Einblick zu gewähren.

Sie decken ihren Säufer, lügen für ihn, unterstützen seine Ausfälle, entschuldigen ihn und verteidigen ihn bis zu Selbstaufgabe...
(Leider werden Kinder auch in diese "Pflichten" mit einbezogen.)

Die restliche Familie, Freunde, gute Nachbarn, die das "Säufer-Elend" entweder aus unmittelbarer Nähe oder auch aus der Ferne mitverfolgen, wollen oft aktiv helfen. Sie "mischen" sich ein, sie "urteilen" und nehmen sich Kommentare heraus, weil sie glauben, helfen zu müssen.

Kein Wunder: Sie sehen das "Drama" von außen objektiver und leiden nicht unter dem, wie ich es nenne: "verschleierten Blick" für diese völlig unnormale und grenzwertige Lebenssituation, so wie die, die mit dem Alkoholiker emotional (ihn lieben, an ihm hängen) in Verbindung stehen und von daher keine Wahl haben, zwangsläufig da mit einbezogen sind (z.B. Kinder, Eltern und Partner des Alkoholikers).

Sie verstehen nicht, warum keine entsprechenden Maßnahmen gegen den Familien-Säufer ergriffen werden, warum alle zusehen, ihn unterstützen, ihm seinen "Stoff" auch noch einkaufen und hinstellen.
Sie wollen helfen, erwarten aber andererseits auch konkrete Schritte quasi als Reaktion auf ihre Hilfsmaßnahmen.
Je mehr sie helfen und eingreifen (Hilfe bei körperlicher Gewalt, Gewähren von Asyl bei Übergriffen usw.), umso mehr tragen sie eine Mitverantwortung und möchten deshalb auch konkrete Schritte erkennen können im Hinblick auf die Konsequenzen, die die Säuferfamilie "ihrem" Säufer auferlegt.


Leider werden sie sehr oft enttäuscht.
Alles bleibt beim Alten.

Warum ist das so?

Weil die, denen sie helfen wollen, keine Kraft haben, aus dem "Säufer-Elend" auszusteigen. Sie wissen den Weg heraus nicht. Sie schaffen es nicht - und bleiben.

Die Folgen?
Helfer und deren Hilfe werden immer seltener.
Grund:

Ihre "Rettungsaktionen" bleiben ohne Wirkung. Somit hören sie auf, zu helfen, mischen sich nicht mehr ein, gucken weg und wollen mit der ganzen Situation nichts mehr zu tun haben, weil sie irgendwann keine Geduld mehr haben und erkennen, dass die Angehörigen des Alkoholikers nichts verändern wollen.

Fazit:
Alles bleibt wie es ist und wird immer schlimmer!

Darum: Säuferfrauen laßt Euch und Euren Kindern endlich helfen!
Ihr gewinnt nichts, wenn ihr bleibt.
Ihr helft Eurem Säufer nicht, wenn ihr ihn weiter unterstützt!
IM GEGENTEIL !!
Setzt ihm klare Grenzen und Ultimaten z.B.:

"Wenn Du nicht bis..... in eine Therapie gehst, verlasse ich Dich!"

Sonst...?
Sonst seid ihr irgendwann GANZ ALLEINE !

Eure


Marie-Therese

Samstag, 4. September 2010

Angehörige auf dem Aufopferungs-Trip


Wo ist der Weg?


Wer mit einem Trunksüchtigen zusammen lebt, egal, ob verheiratet oder nicht, wer ihn pflegt, sich um ihn kümmert, ihn beaufsichtigt, ja, einfach die komplette Verantwortung für ihn übernimmt, hat sein eigenes Leben zum größten Teil aufgegeben. Kein Wunder! Die Sorge um den Alkoholiker nimmt alles in Anspruch. Für die betreuende Person selbst bleibt wenig Spielraum, denn sie hat sich voll und ganz auf die Trunksucht des Partners eingestellt, es zu ihrer Lebensaufgabe gemacht.

Eigene Ziele und Ansprüche, Sehnsüchte und ein Gefühl für sich selbst, die Befriedigung ureigener Bedürfnisse verkümmern nach und nach. Sie werden verleugnet, auf später verschoben, verdrängt von ganz anderen Gefühlen, die massiven  Einfluß nehmen auf das alltägliche Miteinander.

Ganz vorne rangiert ein übertriebenes Verantwortungsgefühl.

Es besteht einfach darin, dem, was der trinkende Partner sagt und tut, die höchste Priorität einzuräumen.
Vor diesem Vordergrund wird alles andere zunehmend zweitrangig. Je schlimmer die Sucht, umso stärker werden Kontrollzwang und Anforderungen an den nicht trinkenden Partner.

Ein Säufer im mittleren, fortgeschrittenen und Endstadium seiner Krankheit bedarf ständiger Betreuung und Aufsicht. Die Tatsache, dass er im alkoholisierten Zustand eigentlich ständig "Mist" baut, hält einen Angehörigen ununterbrochen auf Trab und das wohlgemerkt:  Tag und Nacht!
Wer kann angesichts dessen ruhigen Gewissens ein eigenes Hobby betreiben oder dergleichen? Ein Ding der Unmöglichkeit, so glaubt man.

Man kann es ohne weiteres mit der Betreuung eines Schwerbehinderten vergleichen, der ebenfalls nicht alleine gelassen werden darf.

Eine Verschaufpause gibts meist erst dann, wenn ein Alkoholiker endlich seinen Rausch ausschläft
Dann darf sein(e) BetreuerIn aufatmen, selbst einmal zur Ruhe kommen, wobei dies bereits im fortgeschrittenen Zustand auch nie lange dauert, denn Alkoholiker haben einen oberflächlichen, unruhigen Schlaf, während dem sie sehr oft sprechen und um sich schlagen oder treten.

Alkoholiker sind unberechenbar wie kleine Kinder.

In bereits gut angeheitertem Zustand zieht es sie gerne nach draussen, sie wollen unter die Leute, quatschen, gelöst vom bevorstehenden Alkoholgenuß, anfangs mit "Gott und der Welt", suchen anschließend gezielt nach Gleichgesinnten und trinken sich vorzugsweise in der Gruppe gezielt in einen befriedigenden Rauschzustand.
Wird darüber hinaus weitergetrunken, stellt sich - abhängig vom Charakter des einzelnen - das typische Säufererscheinungsbild dar, welches oft mit aggressivem Verhalten einher geht, zu Pöbeleien und zu Zusammenstößen mit anderen führt. Der Säufer fühlt sich jetzt durch die Droge ungemein stark! Nicht selten kriegen er dann gehörig eine aufs Maul und stolpert blutend nachhause, wobei ihn nur sein Schutzengel davor bewahren kann, vom nächsten Auto überfahren zu werden. Wieder ein schrecklicher Anblick für den betreuenden Partner, der ihn zuhause empfängt und ein weiterer Grund, künftig noch besser auf den "Alkie" aufzupassen.

Solche "Auftritte" in der Öffentlichkeit tragen schnell dazu bei, dass sich ein Alkoholkraner an den gesellschaftlichen Rand bugsiert. Hat er gute Freunde, die in beschützen, kann er wirklich von Glück sagen.

Ansonsten wird er schnell als Penner abgestempelt, öffentlich verlacht und verhöhnt, wird zur Lachnummer für andere, die ihn gerne gezielt betrunken machen, um sich anschließend über ihn zu amüsieren. Bezeichnend ist, dass gerade solche Leute selbst meist schon mit einem Bein in der Sucht stehen und nicht viel fehlt zu einer eigenen, vielversprechende Säuferkarriere.

Krankheitstypisch ist nämlich, dass gerade in der Position des Alkoholiker-Einsteigers gerne über den viel weiter abgesunkenen Trinker hergezogen wird. Verursacht durch eine innere Abscheu:
"So will ich nie werden!" und einer dumpfen Ahnung, man selbst könnte womöglich ebenfalls auf dem besten Weg sein, genauso zu werden, wie der, den man gerade zum Gespött macht. Quasi zu inneren Abwehr nimmt man dann das hilflose Gegenüber aufs Korn, weil man sich dann vorübergehend besser fühlt. Beide, Einsteiger und Fortgeschritteter, saßen gerade eben noch einträchtig zusammen an einem Tisch und haben gemeinsam getrunken!

Tragisch ist, dass nicht nur der Alkoholiker sondern seine gesamte Familie ist Abseits gerät.
Der soziale Abstieg, das "Stigma" betrifft alle - auch die Kinder!

Hinzu kommt, dass PartnerInnen ungewollt gerade die Schwächsten in der Familie, die Kinder, vernachlässigen, um sich zwangsläufig ständig um den "betrunkenen Störenfried" zu kümmern, ihn ruhig zu stellen, ihn zu beobachten und zu kontrollieren, um die Situation nicht noch mehr eskalieren zu lassen. Instinktiv schützen sie zwar damit die Kinder, gehen jedoch oft den Weg des gringsten Widerstands und geben in entscheidenen Momenten lieber klein bei, nur um die scheinbare Harmonie nicht zu gefährden.

Durch dieses Verhalten fühlen sich aber Kinder vom nicht trinkenden Elternteil aber verraten und allein gelassen und fangen an, sich abzukapseln und zurückzuziehen. Ein "Es ist alles in Ordnung"-Verhalten wird an den Tag gelegt. Ängste werden verschwiegen oder vertuscht.

Mütter von solchen Kindern - und auch ich war eine solche Mutter! - glauben nur zu gerne, dass scheinbar alles in Ordnung wäre. Im Grunde genommen aber spüren sie längst, dass nichts mehr stimmt!

Es hat keinen Sinn, solche Bedingungen alleine durchstehen zu wollen!
Es gibt professionielle Hilfe für von Alkohol belastete Familien.
Wenn Sie sich als Partnerin eines Alkoholikers - insbesonderes mit ihren Kindern! - überfordert fühlen mit der Gesamtsituation, suchen Sie gezielt Hilfe, die vielerorts angeboten wird.

Erster Schritt: Ein Telefonanruf!

Auf dieser Seite finden Sie Kontaktadressen und Rufnummern und dem Menüpunkt:
"Hilfe und Beratung suchen"

Warten Sie nicht noch länger und gehen Sie neue Wege mit Ihren Kindern.
Weihnachten ist nicht mehr weit und soll dieses Jahr ein friedliches und fröhliches Fest für Sie und Ihre Kinder werden. Es gibt Alternativen - Sie müssen sie nur suchen.

M.T. Marquart

Mittwoch, 25. August 2010

Dein Blick

Allein...

Du blickst mich an und siehst mich nicht.
Du lässt mich reden, doch du sprichst nicht.
Du siehst mein Leid, es rührt dich nicht.
Du kennst mich und verstehst mich nicht.

Du hast dein Ziel lang schon verloren.
Tief in dir gibt es nur noch dich.
Mein Kummer stößt bei Dir auf taube Ohren.
Dein kaltes Herz versetzt mir einen Stich.

Wo sind sie nur, deine Gefühle?
Tief in Dir sperrtest du sie ein.
Selbst wenn ich hoffend danach wühle,
es wird nie mehr wie früher sein.

Drum gib mich frei und lass mich gehen,
denn meine Lieb’ versickert blind.
Wie eine Fremde muss ich gehen,
so wie ein ausgesetztes Kind.

In meinem neuen Leben wird
kein Platz mehr für dich sein,
und irgendwann werd’ ich vergeben,
vorbei der Schmerz - und ich allein…


                                   Marie-Therese Marquart

Dienstag, 17. August 2010

Vergebung - manchmal sehr schwierig!


Ehrlichkeit und Offenheit sind gerade unter der Problematik der Alkoholsucht in einer Beziehung ein sehr schwieriges Thema!
Verheimlichen und Vertuschen gehört leider zum Krankheitsbild des Alkoholismus. Wer mit einem Trinksüchtigen zusammen ist, kann davon ein Lied singen!
Nicht süchtige Partner haben schwer zu kämpfen mit dieser suchtbedingten Unehrlichkeit, dem Hang des Trinkers, zu verheimlichen und zu verunglimpfen. Besonders schwer zu verkraften ist es, wenn wir uns als Partner auf die "Vereinbarungen" und "Versprechen" verlassen wollen, die getroffen und gemacht wurden. Sehr oft stehen wir vor den Trümmern dessen, was sich im Nachhinein nur als heiße Luft erwiesen hat. Wieder haben wir uns darauf eingelassen, obwohl wir doch eigentlich schon wußten, dass es wahrscheinlich wieder mal nicht eingehalten werden würde.

Dass ein alkoholkranker Partner sich in den meisten Fällen gar nicht an das halten kann, was er zu Zeiten der Reue, der Nüchternheit und des Vorsatzes, sich ändern zu wollen, gemacht hat, verstehen wir nur schlecht. Wir setzen den selben Maßstab an, den wir bei gesunden Mitmenschen ansetzen in der Hoffnung, die Sucht eines Tages besiegen zu können. Und schließlich wollen wir doch den süchtigen Partner auch nicht in Bausch und Bogen als Wortbrüchigen abstempeln und schenken ihm immer wieder aufs Neue Vertrauen, angetrieben von Gefühlen wie Liebe und Verantwortung.

Irgendwann jedoch ist auch unsere Kraft und Geduld am Ende!

Wir fühlen uns komplett verraten und ausgenützt, können dieser Beziehung/Ehe nichts mehr abgewinnen und wenden uns endgültig ab von dem Menschen, der uns ja doch immer nur aufs Neue enttäuscht hat mit seinen trickreichen Ausreden, hohlen Versprechungen und Lügen, die allesamt nur darauf abzuzielen scheinten, uns hinters Licht zu führen.

Dies ist der Punkt, an dem es oft kein Zurück mehr gibt.
An dem alles scheitert.
Der Vertrauensbruch ist endgültig nicht mehr zu kitten.
Der "Narren-Bonus" ist aufgebraucht!
Wir haben gestrichen die Schnauze voll
und wollen endlich einen Schlußstrich unter diese Farce ziehen!


Und wenn dann aber derjenige vor uns steht, und ein letztes, wirklich allerletztes Mal um Vergebung bittet, dann müssen wir die schwierigste Entscheidung unseres Lebens treffen. Und ganz egal, wie wir uns entscheiden, und was die anderen dazu sagen werden, müssen wir zu unserer Entscheidung stehen!

Nur: Irgendwann merkt es auch der Dümmste, dass wir alles mit uns machen lassen und dass unsere Entscheidungen so wackelig sind, wie ein Kartenhaus, das bereits durch den leisesten Luftzug umfällt!Denn unser ganzes Selbstwertgefühl und unsere Achtung vor uns selbst hängt davon ab, wie wir uns entscheiden.

Und diese Entscheidung kann uns niemand abnehmen.
 
 
Eure
Marie-Therese
  

Vergebung



Verschlossen

Ohne, dass du weißt von mir,
stehe ich vor Deiner Tür.
Das Herz ganz weit,
der Hoffnung voll.

Du hast dich von mir abgewandt,
Bliebst hart obwohl ich bittend vor dir stand,
Dein Herz ganz fest vertäut,
in Stricken von Feindseligkeit.

So bitt' ich Dich, entlaste mich,
lass mich nicht hier so stehen,
und dein Herz begnadig’ mich,
läßt mich nicht einfach gehen...

Nur um Vergebung bitt ich dich,
verzeih mir doch, was ich getan,
so sehr noch lieb ich dich,
ach, hör mich endlich an!

Denn eines Tages, könnts es sein,
mit bangem Herz, der Reue voll,
stehst du vielleicht vor meiner Tür,
und bittest leis: "Verzeihe mir!"

M.T. Marquart




Freitag, 2. Juli 2010

Die Seele ist wie tiefes Wasser...


Quelle: Bernd Röttger www.sheepdog.de


Die Seele ist wie tiefes Wasser...

Oft wissen wir gar nicht, was wir uns für unser Leben wünschen und erhoffen. So vieles, was wir erträumen, kann scheinbar nicht in Erfüllung gehen, weil uns Ängste daran hindern.

Sie glauben, Sie hätten keine Ängste?
Weit gefehlt!

Hier die Pallette von Gefühlen, die aus dem Grundgefühl "Angst" resultieren:
(Einige davon werden auch Ihnen nicht unbekannt sein!)

Neid und Hass,
Minderwertigkeitsgefühle,
aufbrausendes Verhalten,
grosse Unsicherheit,
ständige Selbstzweifel,
Kontaktschwierigkeiten,
Gastunfreundlichkeit,
übertriebenes Mißtrauen,
ausgeprägte Zurückhaltung,
Sprachfehler wie Stottern,
Wasch-, und sonstige Zwänge,
 usw.

Sie alle sind "Kinder" der Angst. Viele Mitmenschen sind davon betroffen.
Meine Mutter hatte ihre letzten Lebensjahre solche Ängste gegenüber Fremden, dass sie auf jeden äusserst gastunfreundlich wird abweisend wirkte.

Sogar ich habe das nicht als "Angst" interpretiert, sondern es lediglich als einen Charakterzug meiner Mutter gesehen. Heute weiß ich, dass sie nur aufgrund von schlimmen Kindheitserlebnissen (siehe mein Buch "Barrieren") niemandem mehr vertraute und vor allem Männer ihr grosses Misstrauen erregten. Grund war ihr böser Vater, den sie als Kind als Schläger und äusserst grausamen Menschen kennen gelernt hatte.

Angst ist jedoch überlebensnotwendig für uns.
Ohne Angst würden wird nicht überlebt haben. Wilde Tiere hätte die Menschheit längst gefressen, hätten wir uns todesmutig auf sie gestürzt ohne uns vorher eine nützliche Strategie der Jagd auszudenken, deren Antriebsfeder die Angst war.

Angst lässt uns "vernünftig" bleiben, lässt uns abwägen und prüfen, bevor wir uns auf etwas einlassen. So schützt uns die Angst und sorgt dafür, dass wir uns keinen sinnlosen Risiken aussetzen.
Doch da, wo sie überhand nimmt, lähmt sie, schränkt sie uns ein, bis wir schließlich unser Leben nicht mehr leben können.

Dann kommt der Zeitpunkt, wo wir Hilfe brauchen!Anlaufstelle ist zunächst unser Hausarzt.
Er kann uns zum Psychologen überweisen,
falls es sich nicht nur um eine
vorübergehende Angststörung handelt.

Es ist sehr wichtig, übersteigerte Ängste behandeln zu lassen, damit wir unser Leben ohne Einschränkungen und ohne Zuhilfenahme von Suchtmitteln, die uns nur vorübergehend über Ängste hinweghelfen, leben können.

Denn Angstzustände sind lähmend. Sogar ein schlichtes Telefonbuch kann Auslöser für eine Angstattacke sein. Deshalb: Sollten Sie jemanden in Ihrer Familie oder in Ihrem Bekanntenkreis haben, der diesbezüglich Hilfe braucht, unterstützen Sie ihn und helfen Sie ihm, erste Anlaufstellen zu finden und aufzusuchen.


 
Herzlichst
Marie-Therese

Donnerstag, 13. Mai 2010

Einem Alkoholiker helfen?

Natürlich können wir einem Alkoholiker versuchen zu helfen.
Es fragt sich nur, auf welche Weise und auf welcher Grundlage.

Jemand, der schon sehr lange trinkt, helfen zu wollen, ist ungemein schwierig. Der Alkohol verändert und programmiert Denken und Handeln, sowie das Gefühlsleben eines Alkoholikers vollkommen um. Zu ihm vorzudringen, ist fast nicht mehr möglich. Darüber muss man sich klar sein. Ganz am Anfang einer Alkoholkarriere verspüren Betroffene sehr oft noch den starken Wunsch, umzukehren und das Trinken ernsthaft sein zu lassen. Sie fühlen, dass der Alkohol etwas Massives mit ihnen anstellt, sie verändert und dass es ihnen damit zunehmend schlechter geht. Jemand, der bereits dunkel ahnt, dass er zuviel trinkt, stellt in "klaren" Zeiten vielleicht zaghafte Fragen an vertraute Menschen in seiner Umgebung:
dem Hausarzt, dem Kollegen, Freunden. (Selten sind es Familienangehörige, an die sie sich wenden. Die Scham und die Furcht, auf Unverständnis zu stoßen, hindert sie daran.)

Falls in diesem Stadium ernsthaft Hilfe gesucht wird, könnten tatsächlich wirksame Schritte aus der Sucht aufgezeigt werden. Dazu braucht es aber kurze und leicht nachvollziehbare Schritte in Richtung Suchtberatung, und konkrete Fachleute, an die sich der Hilfesuchende wirksam wenden und wo man sofort in das mehr oder weniger bereits vorhandene Suchtverhalten eingreifen kann. Voraussetzung ist natürlich, das der Betroffene selbst den ernsthaften Wunsch hegt, auf Dauer vom Trinken weg zu kommen. Dieser Wunsch muss von ihm selbst kommen! Ihn dazu überreden zu wollen, hat keinen Sinn.

Wie soll man reagieren, wenn sich jemand an einen wendet, der ein offensichtliches Alkoholproblem hat?
Sagen sie ehrlich ihre Meinung über den erhöhten Alkoholkonsum Ihres Gegenübers. Geben Sie klar zu Ausdruck, was sie vom veränderten Verhalten im Rauschzustand halten und dass Sie sich Sorgen über den Betroffenen und seine Angehörigen machen. Bieten Sie Ihre Hilfe und Unterstützung an bei der Suche nach Anlaufstellen in der Nähe des Alkoholgefährdeten. Wenn Sie sich selbst dazu nicht in der Lage sehen, dann suchen Sie nach Personen, die fachlich dazu in der Lage sind, diese Aufgabe zu übernehmen.

Ist die Sache erst einmal positiv ins Rollen gekommen, stehen die Chancen nicht so schlecht, dass der Betroffene sich tatsächlich in fachliche Hilfe begibt und etwas gegen seine Sucht unternimmt.
In dieser ersten Phase der Zweifel im Umgang mit dem erhöhten Alkoholkonsum ist die Bereitschaft, Ratschläge anzunehmen, am höchsten. Eine weitere Alkoholikerkarriere könnte man damit zumindest wirksam beeinflussen.

Gerade bei jungen Leuten wäre eine solche 1. Hilfe-Patenschaft "Weg vom Alkhohol" sehr wichtig.
Persönliche Gespräche mit geschulten Vertrauensleuten stark Alkoholgefährdeter am Arbeitsplatz können ebenfalls über die weiteren Konsequenzen ihrer Sucht aufklären und Wege aus dem Alkohol-Teufelskreis aufzuzeigen. In einigen Betrieben werden extra Vertrauensleute hierfür ausgebildet.

Leider bleibt es aber in vielen Betrieben lediglich bei einem "Alibi"-Aushang am Schwarzen Brett, auf dem steht, dass Alkohol unfallgefährdend sei. Den Betroffenen direkt darauf ansprechen scheut man sich, denn fast alle trinken ganz gern mal einen über den Durst (Chef mit eingeschlossen!) und haben Angst, sie selbst könnten auch einmal zu einem ähnlichen Gespräch gebeten werden. Da redet man lieber erst gar nicht drüber - und trinkt weiter sein Bierchen, mehr oder weniger heimlich, wenn im Betrieb Alkoholverbot herrscht. Gespräche dieser Art sind unangenehm - für alle Beteiligten. Und mit der Problematik vertraut sind immer noch die wenigsten.

Entgegen mancher Meinung ist der Alkoholmißbrauch am Arbeitsplatz keinesfalls rückläufig!
Ich habe schon Betriebe erlebt, in denen die Spätschicht die Nachtschicht mit Bier versorgt hat und umgekehrt. Da wurde der "Stoff" durch den Hintereingang hereingeschleust. Folge: die ganze Nachtschicht war besoffen - einschließlich der Vorarbeiter!

Von der Seite kann man als Angehörige eher nicht auf  Besserung hoffen. Vielmehr wird das Ganze noch im Kollegenkreis vertuscht und die Alkoholiker werden von den Kollegen von der Arbeitsleistung her mitgezogen, damit nur nichts rauskommt. Vor den Konsequenzen - nämlich striktes Alkoholverbot im Betrieb - hat jeder Angst.

Privat steht man dem Problem Trunksucht in der Regel machtlos gegenüber. Fachliche Hilfe ist für die meisten so weit weg wie etwa ein Krater auf dem Mond. Dazu wird das Problem in der Öffentlichkeit sowie in den Medien viel zu wenig besprochen. Die Folge ist, dass die meisten direkten Familienangehörigen hilflos zuschauen, wie sich der Betroffene zugrunde trinkt.

Wenn Personen, die regelmäßig Alkoholmißbrauch betreiben, mit Uneinsichtigkeit und gar Aggressionen reagieren, so ist dies bereits ein Hinweis auf das Vorliegen einer Alkoholsucht. Der Betroffene hat die Erfahrung gemacht, dass man ihn dann eher wieder in Ruhe läßt und er sich wieder ungestört seinem Alkoholkonsum widmen kann.

Angehörige werden auf diese Weise gezielt eingeschüchtert. Sie wollen keinen Unfrieden. Halten lieber den Mund. Das Thema wird mit der Zeit von allen Beteiligten peinlichst gemieden. Zu allem Überfluss prahlen die Betroffenen selbst gerne, wieviel sie zu welchen Anlässen vertragen haben usw. Mit der Zeit dreht sich alles nur ums Trinken und "Feiern". Überhaupt findet man dafür alle möglichen Beschreibungen. Der Alkohol wird verniedlicht. Aus einem Bier wird ein "Bierchen" und aus dem Schnaps ein "kleines Schnäpslein". "Kleine Sachen" können ja nicht schaden!
 
Wir Angehörigen sind Laien und können damit nicht umgehen. Dass wir all das entsetzlich finden, hilft uns auch nicht weiter. Wir wissen nicht, wie wir an den Betroffenen überhaupt noch herantreten sollen. Sofort kriegt der alles in den falschen Hals, dreht einem das Wort im Munde herum, fährt sämtliche Stacheln aus. Fühlt sich angegriffen und kontrolliert. Ist die Sucht fortgeschritten und ist kein Einsehen mehr zu erwarten, dann hat eine langwierige Alkoholikerkarriere begonnen und damit der Abstieg nach unten.

Die Angehörigen steigen "mit ab", durchleben jeden Rausch und jeden Kater hautnah.

Im Leben eines Alkoholikers gibt es trotzdem erstaunlicherweise immer wieder "lichte" Momente, Momente der zwangsläufig eintretenden, oft plötzlichen Abstinenz, des grauenvollen Katers, der den alkoholgepeinigten Körper nach jedem Alkoholexzeß, welcher ihn regelrecht von innen vergiftet und verbrennt, heimsucht. In den nüchternen Momenten weiß der Betroffene inzwischen genau, auf was er sich eingelassen hat und er ahnt, wie tief er schon gesunken ist. Nur: der nächste Fusel tröstet ihn wieder darüber hinweg - wenigstens bis zur nächsten Ausnüchterung. Was bleibt ihm auch anderes übrig. Auf Hilfe kann er nicht hoffen, denn wie er selbst es immer wieder behauptet hat:
Er ist schließlich k e i n  Alkoholiker!

Außenstehende machen sich keinen Begriff von dieser Berg- und Talfahrt die der Alkoholabhängige durchlebt. Einfach so aufzuhören, wäre doch einfach, könnte man meinen... Doch in Wahrheit ist es ungeheuer schwierig, auf  Dauer dem Alkohol zu entsagen. Erschwerend kommt hinzu, dass je länger das Trinken an Jahren angedauert hat, umso schwieriger wird es überhaupt, damit aufzuhören.

In Eigeninitiative klappt es in den seltensten Fällen, wenn auch Betroffene meinen, es ohne fremde Einmischung schaffen zu können. Auch sie sind diesbezüglich nicht ehrlich mit sich selbst und möchten vor allem unbedingt die Regie über ihr Trinken uneingeschränkt behalten. Denn in dem Moment, da Therapeuten und Ärzte Einfluss darauf nehmen, würde ihnen die Freiheit der Entscheidung, was den weiteren Mißbrauch von Alkohol angeht, abgenommen werden. Und es gibt nichts Schlimmeres für einen Alkie, wenn er beim Trinken kontrolliert wird.

Und die Vorstellung, nie mehr wieder trinken zu dürfen, ist ein Gedanke, den kein Alkoholiker ertragen kann. Nicht umsonst haben die Anonymen Alkoholiker den Wahlspruch, zunächst einmal nur HEUTE trocken bleiben zu wollen. Über das Morgen denkt man zunächst nicht nach, weil die Zukunft ohne Flasche undenkbar ist für einen, der gerade angefangen hat, davon loszukommen.

Partner von Trinkern sind diejenigen, die mit "ganz vorne" sind. Sie bekommen am von den Folgen der Alkoholsucht zu spüren, sei es seelisch und leider oft auch in Form von körperlicher Gewalt. Sie alleine schaffen es keinesfalls, nachhaltig Einfluß auf das Trinkverhalten zu nehmen, indem sie den Betroffenen ständig mit der bereits konsumierten Menge konfrontieren oder heimliche Alkoholwegnahme praktizieren. Nur auf dem Mond gibt's keinen Alkohol zu kaufen!

Gefühle für den Betroffenen machen die Sache noch auswegloser. Denn wo Gefühle wie Liebe sind, kann keine Therapie wirken, egal, wie engagiert und einfallsreich Angehörige da auch sein mögen. Partner können Trinker nicht zur nachhaltigen Abstinenz bewegen. Die Gefühle, vor allem Liebe, verhindern es - so komisch das klingen mag. Betroffene akzeptieren ihren Partner nicht als Privat-Therapeuten in ihrem Suchtproblem. Dies würde nur Erniedrigung und Bloßstellung bedeuten. Und sich erniedrigt zu fühlen, schüttet beim Alkoholiker Öl ins Feuer! Meist haben Trinker von Haus aus ein mieses Selbstbewußtsein - sonst würden sie ja nicht trinken müssen!

Kompliziert wie man sieht.
Deshalb: Finger weg!
Nur Fachleute können einen Trinker in den Griff kriegen - wenn überhaupt.
Darüber muss man sich als Partner leider klar werden.

Und diese Einsicht dauert lang - oft ein ganzes, tragisches Leben lang!
Wenn also keine Einsicht zu erwarten ist, dann steht bei Ihnen eine Entscheidung an:

Steigen Sie mit ihm ab oder machen Sie lieber einen Schlussstrich unter diese vielleicht ausweglose Alkoholikerliebe?

Leben Sie (wieder) ihr eigenes Leben, wenn Ihnen ihr Leben lieb ist.

Und - wenn Sie Glück haben, läßt sich ihr Trinker durch Ihre rigorose Abkehr von ihm und seiner Trunksucht doch noch "bekehren" und beginnt mit einer wirkungsvollen Therapie in einer Klinik.

Nur so funktioniert es und nicht anders!

Haben Sie hierzu noch Fragen?

Unter barriere-alkohol@web.de können Sie mir Ihren Fall schildern.
Ich werde gerne meine Meinung dazu schreiben.

Infos und Anregungen finden Sie in diesem Blog auf  den Seiten
"Hilfe und Beratung suchen" und
"Adressen Selbsthilfegruppen"

Herzlichst

Marie-Therese

Montag, 10. Mai 2010

Liebe, Treue und Alkohol


www.sheepdog.de                       Fotograf: Bernd Röttger


Angehörige, die einen Alkoholiker lieben, sei es in einer Ehe, Partnerschaft oder Liebesbeziehung, können es immer wieder bestätigen:

Übermäßiger Alkoholgenuss erschüttert auf Dauer jede Liebesbeziehung, umso mehr, wenn gleich beide Partner trinken. Die Gefahr eines Seitensprung ist bekanntermaßen im betrunkenen Zustand wesentlich höher. Wachsendes, gegenseitiges Mißtrauen und rasende Eifersucht sind die Folgen. Keiner weiß, was trinkende Partner im Suff so treiben und wie weit sie zu gehen bereit sind. Meist kann er sich anderntags nur noch bruchstückhaft erinnern, geschweige denn erklären, wie es zu den sexuellen Handlungen ausserhalb der Beziehung gekommen ist. Ein Faktor, der jedes Vertrauen nachhaltig zerstört. Oft ist es sogar so, dass der Alkoholkranke einen absoluten Filmriß hat und es völlig abwegig erscheint, ihn für Geschehenes nachträglich zur Verantwortung zu ziehen. Im Laufe der Zeit sinkt nämlich die sexuelle Hemmschwelle und alles ist "drin"! Typisch übrigens für die Krankheit Alkoholismus. Eine Tatsache, die viele nicht wissen.

Mein Ex hat sogar einmal einer Bedienung im Lokal in meinem Beisein ungeniert in den Drindl-Ausschnitt gegriffen und blitzschnell und vor aller Augen einer ihrer Brüste herausgeholt! Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits einige Gläser Wein intus. Noch einige Jahre zuvor hätte er niemals so etwas getan.
Langjähriger Alkoholmißbrauch überschreitet die moralischen Grenzen im menschlichen Miteinander
Im Suff werden erfahrungsgemäß Sachen gesagt und ausgesprochen, die derjenige nüchtern nie sagen/tun würde. Aus einem heißen Flirt wird im Nu eine echte Unverschämtheit und ungefragt erzählte, schmutzige Witze lösen eigentlich nur Abscheu und Unwillen bei den Anwesenden aus, die in den meisten Fällen nicht flüchten können und ungewollt Zeuge solcher "Darbietungen" werden. Peinlich und obskur! Wer will denn schon auf der gleichen Stufe stehen mit so einer/einem?
Betrunkene Frauen neigen im Gegensatz zu Männern vorwiegend zu unanständigem Benehmen in der Öffentlichkeit. Wie es scheint, hat dies mit der gesellschaftlichen Situation der Frau zu tun, die stets als anständig und gesittet aufzutreten hat. Da zieht sich schon dieselbe Lady mitten auf der Tanzfläche plötzlich aus, die vor zwei Stunden elegant und entsprechend arrogant das Lokal betreten hat. Tja, wer hätte das von ihr geglaubt? Moralverlust...

Kein Wunder, dass der nächste, massive Streit nach solchen Szenen vorprogrammiert ist. Mit jedem moralischen Ausrutscher in der Beziehung geht ein großes Stück Vertrauen und Gemeinsamkeit den Bach hinunter. Die Trennung ist irgendwann unausweichlich, denn allein die Vorstellung der Untreue im Rausch läßt den anderen, der dennoch liebt, schier verzweifeln. Denn was hilfts, dass der (nur) nüchtern treu bleiben kann??

Der Griff zur Flasche und sexuelle Untreue gehen oft gemeinsame Wege, auf die eine oder andere Art. Vielleicht, so habe ich mich gefragt, bietet gerade diese Ungezügeltheit und Enthemmung einen gewissen Anreiz beim Alkoholgenuß, wenn sie auch beim Mann körperlich oft unerfüllt bleibt, so findet sie zumindest in Worten und im Kopf statt. Langjährige Alkoholiker kriegen bekanntlich "keinen mehr hoch". Und je unfähiger im Bett umso lasterhafter und ordinärer das Benehmen, wenn wieder mal einer "in der Krone" sitzt. Ein Erscheinungsbild, dass wir alle kennen!

Ich konnte bei mir auch noch ein weiteres Phaenomen beobachten:
Hatte sich mein Partner freiwillig zur Abstinenz verpflichtet, so empfand ich einen Rückfall in den Suff ähnlich wie einen Seitensprung des Partners. Ich fühlte mich maßlos verraten und für dumm verkauft!
Ich ging in Konkurrenz mit dem Alkohol! Er hatte mir doch versprochen, nichts mehr zu trinken, ist gleichzusetzen mit dem Versprechen, treu zu bleiben.
Ein Verrat der anderen Art.

Was, fragte ich mich, ist ihm wichtiger? Ich oder der Schnaps?

Natürlich letzteres! Welche Frage! Nur...
Ich wußte nicht, dass er nicht anders konnte, nahm es total persönlich!
Suchte womöglich bei mir selbst den Auslöser für diesen (erneuten) Verrat!

Er hätte genausogut mit einer anderen....
Hintergangen zu werden, tut so weh!
Welch dummer Ehrgeiz!
Ich konnte nicht loslassen. Lernte nie, los zu lassen.
Klammern, festhalten, zurechtbiegen, einen anderen Menschen aus ihm machen wollen...
Das alles hatte einen ungemein hohen Stellenwert für mich.

Nur, dass hierbei die Liebe ebenfalls auf der Strecke blieb...
Die Liebe, die eigentlich die Antriebsfeder war für all die Opfer und den Verzicht.
Eine bittere Erfahrung.
Denn da, wo auf Dauer der Suff regiert, hat die Liebe oft verspielt.

Es sei denn, Du übst einmal echten Druck aus und prüfst, ob es sich noch lohnt,
bei diesem Menschen auszuharren, dem das zügellose Leben mehr bedeutet,
als die Tatsache, dass Du ihn (immer noch) liebst.

Check it out!
Es liegt an Dir, aber nur, wenn Dir etwas daran liegt...

Herzlichst
Eure Marie-Therese
Beziehungskrise, Treulosigkeit, Alkoholsucht, Moralischer Verfall, Trunksucht, Seitensprung, Zügellosigkeit, Untreue, Angehörige von Alkoholikern, alkoholkrank, Unanständigkeit, Schmutzige Witze, Eifersucht.

Sonntag, 18. April 2010

Angst vor Veränderungen?




In uns allen steckt sie.
Mehr oder weniger.
Die Angst, etwas zu ändern.

Woher kommt sie, diese Angst?
Warum empfinden wir sie?

Änderungen bedeuten Risiko.
Keiner weiß, was passiert, wenn wir etwas ändern.

Wir haben sicher bereits die Erfahrung gemacht,
dass sich Dinge scheinbar zum Schlechten wandelten,
weil wir sie geändert haben.

Haben die miese Arbeit hingeworfen,
wurden dafür lange Zeit arbeitslos.

Sind umgezogen, weil wir diese Wohnung nicht mehr ertrugen.
Nun ist die Wohnung zwar besser, dafür der Nachbar ein Vollidiot!

Was lernten wir daraus auch?
Nicht alles, was wir ändern,
ändert sich direkt zum Besseren.
Manchmal müssen wir akzeptieren,
dass Besserung oft nur auf Umwegen zu erreichen ist.

Nicht immer sind die äußeren Umstände schuld,
wenn unser Leben nicht so verläuft,
wie wir es uns wünschen.
Oft liegt es an unserer Sichtweise der Dinge
und wir müssen erkennen, dass das,
was wir im Moment als '"mies" ansehen,
vielleicht gar nicht so übel ist und es möglicherweise wichtiger wäre,
ganz andere Bereiche in unserem Leben zu ändern,
um ein sinnvolleres, glücklicheres Leben zu haben.

Mut zum Risiko haben wir oft erst dann,
wenn wir den Jetzt-Zustand
einfach nicht mehr ertragen können.
Dann haben wir plötzlich "nichts mehr zu verlieren".

Bis dahin wollen wir aus Angst
vor den anstehenden Veränderungen,

von denen wir nicht wissen,
wie sie sich auswirken werden
 auf unser Leben,
uns lieber verstecken und im altbekannten "Elend" verharren.

Denn unser Elend, das kennen wir genau.
Wir haben tausend Tricks gefunden,
um es erträglicher aussehen zu lassen.
Wir reden es uns selbst und vor anderen "schön"
und reden uns dazu noch ein,

dass andere es viel schlechter hätten als wir.
Oft tragen wir Verantwortung für Schwächere, als wir es sind, unsere Kinder.
Auch sie würden wir einem Risiko aussetzen,
würden wir vorschnell eine tiefgreifende Änderung
herbeiführen wollen.
Doch im Grunde wollen wir auch für sie nur das Beste,
genau wie für uns selbst.

Viele von uns haben keine Familie,
auf deren Hilfe sie sich bei einschneidenden Veränderungen
in ihrem Leben verlassen können.

Falls wir deshalb den Sprung ins kalte Wasser
nicht alleine wagen wollen,
können wir uns Hilfe holen bei kompetenten Stellen,
die uns den weiteren Weg aufzeigen
und uns Schützenhilfe leisten,
um uns unser künftiges Leben nach der Veränderung
besser vorstellen und danach sicherer planen und handeln
zu können.

Ich habe die Erfahrung gemacht,
dass uns von allen Seiten Hilfe zukommt,

wenn nur wir selbst auch wirklich etwas verändern
und ehrlich den Mut dazu aufbringen wollen.

Egal, wie Veränderung für Dich aussehen mag.

Fest steht eines:
Im altbekannten "Elend" zu verharren,
bedeutet Selbstbetrug, Stillstand und Rückentwicklung,
und langfristige Einschränkung für Dein Leben.

Das Leben selbst bietet alle Möglichkeiten,
wenn auch manchmal auf Umwegen.

Dafür müssen wir aber den Mut aufbringen,
und den ersten Schritt zur Veränderung tun.

Diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.
Du selbst bist der Gestalter Deines Lebens. 

Alles Liebe!

 
Marie-Therese

Coabhängiges Verhalten - woran erkennt man es?

Bildquellenangabe:   Uta Herbert - pixelio.de Der Mann Deiner Schwester, Deiner Freundin...